ORF-Experiment: Drei Wochen ohne Handy sparen 7,3 Mio. Stunden
28.05.2026 - 12:10:05 | boerse-global.deBei den 16- bis 30-Jährigen sind es sogar über 90 Prozent. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der IU Erfurt unter 2.000 Personen.
Die Folgen sind gravierend: Mehr als die Hälfte fühlt sich unter Druck, sofort antworten zu müssen. 32,9 Prozent der Arbeitnehmer sehen sich verpflichtet, auch nach Feierabend erreichbar zu sein. Und 37,2 Prozent verlieren nach jeder digitalen Unterbrechung den Faden.
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Großexperiment: Drei Wochen ohne Smartphone
Was passiert, wenn man konsequent verzichtet? Ein Experiment des ORF mit über 45.000 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz liefert klare Antworten. Vom 4. bis 24. März 2026 verzichteten die Probanden auf ihr Handy.
Die Bilanz: über 7,3 Millionen Stunden Zeitersparnis. Die gesundheitlichen Verbesserungen sind beeindruckend:
- Ein- und Durchschlafstörungen sanken um 20 Prozent
- Der Anteil der Teilnehmer ohne Depressionssymptome stieg um 15 Prozent
- Schwere depressive Symptome fielen von 2,9 auf 1,7 Prozent
- Problematische Internetnutzung reduzierte sich von 71 auf 58 Prozent
Zwei Drittel der beteiligten Schüler forderten anschließend ein grundsätzliches Social-Media-Verbot.
Therapeuten schlagen Alarm
Die Zahlen decken sich mit der klinischen Praxis. Eine Befragung von 340 Therapeuten ergibt: 74 Prozent der jungen Nutzer zeigen problematischen Social-Media-Konsum. Über 80 Prozent können die Nutzung nicht eigenständig beenden.
Der Wunsch nach Regulierung wächst. Eine Pilotstudie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung vom Februar 2026 zeigt: 83 Prozent befürworten eine Reduzierung der Smartphone-Zeit für unter 16-Jährige. 93 Prozent fordern, dass Eltern ihre eigene Nutzung in Anwesenheit der Kinder einschränken.
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Die Politik reagiert. Gesundheitsministerin Schumann kündigte für Ende Juni einen Gesetzesentwurf gegen problematischen Medienkonsum an.
Schutzstrategien im Alltag
Immer mehr Nutzer wehren sich selbst. 38,4 Prozent schalten Push-Benachrichtigungen aus, knapp 30 Prozent nutzen den „Nicht stören“-Modus.
Der Markt für physische Hilfsmittel boomt. Zenboxen oder das Tool „Brick“ machen das Smartphone für festgelegte Zeiträume unzugänglich. Professor Kortsch von der IU erklärt: Der äußere Erwartungsdruck sei oft so hoch, dass reine Willensstrategien nicht ausreichen.
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