Oregon: Tina Kotek schreibt Sicherheitsprüfungen für Frontier-KI vor
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 11:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Oregons Gouverneurin Tina Kotek hat neue Sicherheitsvorgaben für die Beschaffung und den Einsatz fortschrittlichster Künstlicher Intelligenz in der Landesverwaltung erlassen. Mit der Executive Order No. 26-26 ordnete sie Sicherheitsüberprüfungen für sogenannte Frontier-AI-Modelle an, bevor diese von staatlichen Stellen genutzt oder erworben werden dürfen.
Strenge Auflagen für staatliche KI-Beschaffung
Am 23. September 2026 unterzeichnete Kotek den Erlass mit dem offiziellen Titel zur Einführung verantwortungsvoller KI-Beschaffungsstandards für die Staatsregierung, womit die Regeln unmittelbar in Kraft traten. Die Anordnung sieht vor, dass der Bundesstaat künftig ausschließlich solche Spitzen-KI-Modelle nutzen soll, die zuvor eine unabhängige Sicherheitsprüfung durch externe Dritte durchlaufen haben.
Die Ausarbeitung der Kriterien obliegt dem Chief Information Officer (CIO) des Staates, Terrence Woods. Er wurde beauftragt, Standards dafür zu entwickeln, was behördlich als ausreichende Sicherheitsprüfung durch Dritte anerkannt wird. Innerhalb einer Frist von 90 Tagen muss Woods der Gouverneurin einen konkreten Umsetzungsvorschlag unterbreiten.
Das Konzept soll unter anderem Frontier-KI für Vergabe- und Beschaffungszwecke definieren, die Machbarkeit einer verpflichtenden Notabschaltung, eines sogenannten Kill Switch, analysieren und die Kontrollmechanismen verbindlich in Beschaffungsprozesse, Verträge sowie die eigentliche Technologienutzung einbinden.
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Kritik an fehlenden Vorgaben auf Bundesebene
Zur Begründung der Maßnahme äußerte sich Kotek am 27. September 2026. Sie betonte, dass eine Aufsicht und Regulierung zwar auf Bundesebene am stärksten sowie am effektivsten wäre, US-Präsident Trump die Notwendigkeit selbst elementarster Leitplanken jedoch weiterhin zurückweise. Die Wirksamkeit und Ausgestaltung der Exekutivanordnung soll künftig alle drei Monate überprüft werden. Die Regelung bleibt in Kraft, bis Kotek sie offiziell beendet.
Einbettung in bestehende Governance und bundesweite Initiativen
Für Oregon markiert die Anordnung keinen völlig neuen Kurs, sondern schließt an vorherige Maßnahmen an. Der Bundesstaat verfügt bereits über Richtlinien zur verantwortungsvollen KI-Nutzung. Die grundlegenden Leitlinien gehen auf eine frühere Executive Order aus dem Jahr 2023 zurück, woraufhin ein beratender Ausschuss im Februar 2025 einen Aktionsplan vorlegte.
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Mit dem Schritt reagiert Oregon auf eine Entwicklung, die auch in anderen Bundesstaaten an Fahrt gewinnt. In Kalifornien zielen Gesetzesinitiativen auf unabhängige Bewertungen von KI-Sicherheitsrisiken sowie auf ein Register für KI-Auditoren ab.
Im Bundesstaat New York existieren Pläne, Entwickler von KI-Systemen ab November registrieren zu lassen und ab Januar 2027 an Transparenzstandards zu binden, die unter anderem eine Frist zur Meldung kritischer Sicherheitsprobleme binnen 72 Stunden umfassen.
