Optimus: Tesla startet Massenproduktion mit 5.000 Einheiten in China
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 08:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Roboterteam des US-Konzerns Tesla hat am 16. September 2026 im chinesischen Yangtze-Delta eine Serie intensiver Fabrikprüfungen gestartet. Ziel der Audits in Industriezentren wie Ningbo, Hangzhou und Shanghai ist die Vorbereitung der Massenproduktion des humanoiden Roboters Optimus. Branchenberichten aus der Lieferkette zufolge umfasst ein erster anvisierter Fertigungsauftrag ein Volumen von rund 5.000 Einheiten.
Zertifizierung chinesischer Kernlieferanten für die dritte Roboter-Generation
Nach der Landung der Tesla-Delegierten am 16. September 2026 in Ningbo begannen die Vor-Ort-Audits bei den Zulieferern am 17. September 2026. Die Prüfungen konzentrieren sich auf Komponenten wie Gelenkmodule, Aktuatoren und Präzisionsstrukturteile.
Im Mittelpunkt steht die dritte Generation des Optimus, die als erstes Modell des Unternehmens für die Großserienfertigung ausgelegt ist und Verbesserungen an der Handmechanik sowie den Gelenkantrieben aufweist. Die ersten Aufgaben der Roboter sollen im werksinternen Materialtransport und einfachen Montagearbeiten liegen.
Im Zuge der Prüfungen stufte Tesla mehrere Partner von einem vorläufigen Status zu zertifizierten Serienlieferanten hoch. Dazu zählt die Tuopu Group, die Aktuatoren und Fahrwerksteile beisteuert und mit dauerhaft in Ningbo stationiertem F&E-Personal von Tesla an Linear-, Rotations- und Hand-Aktuatoren arbeitet.
Ningbo Joyson Electronic liefert Sensoren, entwickelt Roboter-Domain-Controller und belieferte zuvor bereits Anbieter wie AgiBot und Galbot. Zhejiang Sanhua Intelligent Controls, zuständig für das Thermomanagement, entwickelt integrierte Gelenkmodule sowie Gelenkaktuatoren mit einem Großkunden.
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Das Unternehmen hatte im Oktober 2025 einen Auftrag über rund 685 Millionen US-Dollar für Linearaktuatoren erhalten, dessen Volumen für rund 180.000 Roboter ausreicht.
Ebenfalls auditiert werden Zhejiang Rongtai, das über den Zukauf von KGG Robots im Bereich der Planetenrollengewindetriebe aktiv ist und Auslandsaufträge bis 2027 hält, sowie Ningbo Xinquan. Während die Audits zunächst in Ningbo stattfanden, ist eine Ausweitung auf Shanghai, Hangzhou und Xiamen geplant. Tesla prüft neben Fertigungsprozessen auch die Auslandsfertigung sowie die Leistungsfähigkeit von Unterlieferanten.
Produktionsziele und Ausbau der Fertigungskapazitäten
Bei den Audits visiert Tesla eine schrittweise Reduzierung der Stückkosten in Richtung eines Zielpreises von 20.000 US-Dollar an; das langfristige Produktionskostenziel liegt bei 20.000 bis 30.000 US-Dollar pro Einheit.
Nachdem frühere interne Planungen rund 50.000 Einheiten für das Gesamtjahr 2026 vorgesehen hatten, nennen Lieferkettenberichte als Nahziel eine Rate von rund 1.000 Einheiten pro Woche bis Ende September, die bis zum Jahresende auf 2.000 bis 2.500 Einheiten steigen soll.
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Den Grundstein für die Fertigung legte das Unternehmen im Januar, als Tesla den strategischen Wandel vom Elektrofahrzeughersteller hin zum Unternehmen für physische künstliche Intelligenz ausrief. Damals wurde die Fertigung der Modelle S und X im US-Werk Fremont eingestellt.
Diese Linie wurde innerhalb von rund vier Monaten zu einer Optimus-Produktionslinie mit einer geplanten Jahreskapazität von einer Million Einheiten umgebaut. Laut dem Tesla-Entwicklungsvorstand Lars Moravy sind für das Werk in Fremont mindestens 40 verschiedene Produktionslinien für den Roboter vorgesehen.
Ergänzend dazu ist eine zweite Fertigungsstätte in der Gigafactory Texas geplant. Diese soll langfristig eine Auslegungskapazität von bis zu zehn Millionen Einheiten pro Jahr erreichen; ein erster Produktionsstart wird dort für etwa Sommer 2027 erwartet, während die Volumenfertigung nicht vor 2027 anlaufen soll.
Der reguläre kommerzielle Verkauf von Optimus an externe Kunden bleibt für die zweite Hälfte des Jahres 2027 avisiert. Elon Musk bezeichnete die Massenproduktion humanoider Roboter als schwierigste Serienfertigung in der Geschichte des Unternehmens, nachdem die zweite Generation wegen Ausfallraten bei Antriebselementen grundlegend überarbeitet werden musste. Offiziell hat sich Tesla zu den aktuellen Audits nicht geäußert.
