Optimus-Roboter: Tesla könnte SpaceX-Bewertung überflügeln
07.06.2026 - 22:31:50 | boerse-global.de
Jensen Huang prophezeit dem Optimus-Projekt eine Schlüsselrolle in einer Billionenindustrie – und einen möglichen Wert, der SpaceX überflügelt.
Teslas humanoider Roboter Optimus könnte zum wirtschaftlichen Zugpferd des Konzerns werden. Das erklärte Nvidia-CEO Jensen Huang am Sonntag im Rahmen einer Rede zur Zukunft der physischen Künstlichen Intelligenz. Die Robotik-Sparte, so Huang, habe das Potenzial, Teslas Börsenwert langfristig über den von SpaceX zu treiben – jenem Raumfahrtunternehmen, das derzeit mit rund 1,75 Billionen Euro bewertet wird und einen Börsengang vorbereitet.
Huang bezeichnete die aktuelle Phase der Roboterentwicklung als „entscheidenden Wendepunkt“. Die Massenproduktion humanoider Roboter stehe unmittelbar bevor. Bereits Ende Mai hatte der Nvidia-Chef das gesamte adressierbare Marktvolumen für menschenähnliche Roboter auf umgerechnet rund 37 Billionen Euro geschätzt.
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Finanzmarkt justiert Tesla-Bewertung neu
Die Finanzwelt reagiert zunehmend auf Teslas Fortschritte in der Automatisierung. Die US-Großbank JPMorgan hob am Sonntag ihr Votum für die Tesla-Aktie von „Underweight“ auf „Neutral“ an und erhöhte das Kursziel drastisch von 145 auf 475 US-Dollar. Die Begründung der Analysten: Teslas Bewertung werde immer stärker von den Robotik- und Autonomie-Fähigkeiten bestimmt – weniger von den kurzfristigen Autoverkäufen.
Teslas Marktkapitalisierung liegt derzeit bei rund 1,47 Billionen US-Dollar – knapp hinter den erwarteten 1,77 Billionen für SpaceX, dessen Kapitalerhöhung Goldman Sachs begleitet. Branchenbeobachter gehen jedoch davon aus, dass die Skalierung des Optimus-Programms diese Lücke schnell schließen könnte.
Die internen Zahlen untermauern diesen Optimismus: Im ersten Quartal 2026 erzielte Tesla einen Umsatz von 22,39 Milliarden US-Dollar. Die Zahl der Full-Self-Driving-Abonnements stieg auf 1,28 Millionen – ein Plus von 51 Prozent im Jahresvergleich.
Kosten und Preisziele im Detail
Eine detaillierte Analyse der Investmentbank Morgan Stanley vom Samstag gibt Einblick in die Fertigungskosten des Optimus Gen 2. Demnach liegen die reinen Materialkosten derzeit bei 55.000 US-Dollar pro Einheit. Der größte Kostenblock entfällt auf die Fortbewegung: Die Roboterbeine schlagen mit 21.000 US-Dollar zu Buche – rund 38,6 Prozent der gesamten Materialkosten. Die Hände, deren Feinmotorik zuletzt verbessert wurde, kosten 9.500 US-Dollar.
Die aktuellen Gesamtproduktionskosten bewegen sich zwischen 50.000 und 80.000 US-Dollar. Elon Musk hat jedoch ein langfristiges Preisziel von 20.000 bis 30.000 US-Dollar ausgegeben – sobald die Massenproduktion anläuft. Der öffentliche Verkaufsstart des Optimus ist für 2027 geplant. Erste Einheiten arbeiten bereits intern in Teslas Fabriken.
Technische Fortschritte und Wettbewerb
Die zweite Generation des Optimus hat mehrere technische Verbesserungen erhalten. Dazu gehören eine Gehgeschwindigkeit von acht Kilometern pro Stunde und die Fähigkeit, empfindliche Gegenstände zu handhaben. Weitere Entwicklungen stehen bevor: Die Enthüllung des Optimus Gen 3 ist für Juli oder August 2026 angekündigt.
Im Markt für humanoide Roboter hat Tesla es mit einer Vielzahl von Wettbewerbern zu tun. Die Preisspanne ist enorm: Sie reicht vom Einstiegsmodell Noetix Bumi für umgerechnet rund 1.300 Euro bis zu Enterprise-Lösungen für knapp 300.000 Euro. Der Unitree G1 für rund 15.000 Euro gilt unter Forschern als starker Konkurrent mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis – in Hochlohnmärkten könnte er sich bereits nach drei Monaten amortisieren.
Um den massiven Rechenbedarf dieser Projekte zu decken, investiert Tesla in diesem Jahr voraussichtlich 25 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur. Die Mittel fließen sowohl in das humanoide Programm als auch in den kürzlich gestarteten Robotaxi-Dienst, der Anfang Juni in Städten wie Austin, Dallas und Houston den Betrieb aufnahm.
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