Optimus, Gen

Optimus Gen 3: Tesla startet Roboter-Produktion Ende Juli in Fremont

10.06.2026 - 08:23:06 | boerse-global.de

Tesla entwickelt eigenen KI-Chip AI6 und plant Massenproduktion des humanoiden Roboters Optimus. Die Aktie fällt trotz technischer Fortschritte.

Tesla AI6 Chip: Elon Musk treibt Eigenentwicklung und Optimus-Roboter voran
Optimus - A close-up of a glowing, intricate AI chip held by a robotic hand, symbolizing Tesla's AI and Optimus robot development. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Elon Musk treibt die Entwicklung von Teslas eigenem KI-Chip AI6 voran – und bereitet parallel die Massenproduktion des humanoiden Roboters Optimus vor.

Der Tech-Milliardär lobte am heutigen Mittwoch sein KI-Hardware-Team für die Fortschritte beim AI6-Chip. Die neue Architektur soll die nutzbare Rechenleistung pro Wafer auf ein Rekordniveau heben und die Performance des Vorgängers verdoppeln. Der Tapeout – der finale Design-Abschluss vor der Serienproduktion – ist für Dezember 2026 geplant.

Eigenproduktion statt Abhängigkeit

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Mit dem AI6-Chip treibt Tesla die Internalisierung seiner Halbleiter-Lieferkette voran. Das Herzstück: Ein 2-Nanometer-Chip, der bei Samsung in Texas gefertigt werden soll. Die Kosten dafür sind Teil eines geschätzten 16,5-Milliarden-Euro-Deals. Parallel arbeitet Tesla an einer AI6.5-Variante, die bei TSMC in Arizona vom Band laufen soll.

Doch das reicht nicht. Musks Visionen verschlingen gewaltige Chip-Kapazitäten. Seine Lösung: das „Terafab“-Projekt – eine 55-Milliarden-Euro-Allianz von SpaceX und Tesla, die ab März 2026 zwischen 100 und 200 Milliarden Chips pro Jahr produzieren soll. Ermöglicht wird dies durch eine Partnerschaft mit dem niederländischen Maschinenbauer ASML, der die hochmodernen EUV-Lithografieanlagen für Strukturen unter zwei Nanometern liefert. Analysten sehen darin einen möglichen Meilenstein für die US-Halbleiterproduktion – auch wenn Herausforderungen bei Ausbeute und Defektdichte bleiben.

Vom Auto zum Roboter

Tesla stellt derweil sein Werk in Fremont radikal um. Die Produktion der Model S und Model X wird im Laufe des Jahres 2026 heruntergefahren. Der freiwerdende Platz ist für den humanoiden Roboter Optimus Gen 3 reserviert. Schon Ende Juli soll die Linie anlaufen – langfristig ist eine Kapazität von einer Million Einheiten pro Jahr das Ziel.

Die dritte Generation des Roboters bringt massive mechanische Verbesserungen mit: Eine Hand mit 22 Freiheitsgraden und 25 Aktuatoren im Unterarm. Aktuell sortiert Optimus noch in begrenztem Umfang Batterien in den Werken Fremont und Austin. Der angestrebte Verkaufspreis für Endkunden liegt zwischen 25.000 und 30.000 Euro. Eine Kleinserie ist für Ende 2026 geplant, der Hochlauf für 2027. Allerdings räumte Tesla Ende 2025 ein, noch keine externen Kunden für die humanoiden Einheiten gefunden zu haben.

Wettlauf der Roboter

Tesla ist nicht allein. Der Markt für humanoide Roboter boomt. Der Hersteller Figure meldete Anfang 2026, dass seine Figure-02-Roboter über elf Monate hinweg beim Zusammenbau von über 30.000 BMW-Fahrzeugen halfen – mit einer Genauigkeit von 99 Prozent. Nvidia-CEO Jensen Huang erklärte am 8. Juni, humanoide Roboter stünden kurz vor der industriellen Realität. Er verwies auf eine vertiefte Partnerschaft mit Hyundai, um autonome Systeme aus Laboren in die Fabriken zu bringen.

Markt reagiert verhalten

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Die technischen Meilensteine halfen der Tesla-Aktie am heutigen Mittwoch wenig. Sie fiel um drei Prozent auf umgerechnet rund 370 Euro – Teil einer breiten Tech-Korrektur. Auch ASML-Papiere gaben Anfang Juni um über sechs Prozent nach.

KI verändert die Arbeitswelt

Musk selbst sieht tiefgreifende Veränderungen auf den Arbeitsmarkt zukommen. Er prognostiziert, dass traditionelles manuelles Programmieren bis Ende 2026 obsolet sein könnte – KI-Systeme würden dann Maschinencode direkt schreiben. Ein Indiz: Das Unternehmen Anthropic berichtete im Mai 2026, dass sein KI-Modell Claude bereits über 80 Prozent des firmeneigenen Codes erzeugt. Die Produktivität der Ingenieure sei im Vergleich zu vor zwei Jahren massiv gestiegen. Die Kehrseite: Die KI-bedingten Entlassungen im Jahr 2026 haben bereits die Gesamtzahl des Vorjahres übertroffen.

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