Optimus Gen 3: Tesla startet Kleinserienproduktion im Sommer
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 07:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Am 22. Juli legt Tesla seine Zahlen für das zweite Quartal vor – und die Aktionäre dürften vor allem eines wissen wollen: Wann kommt der humanoide Roboter Optimus Gen 3 auf den Markt?
Der Elektroautopionier steht unter Druck. Nach mehrfach verschobenen Zeitplänen für das Robotikprogramm verlangen die Investoren Klarheit. Neben dem Roboter bleiben auch die autonom fahrenden Taxis und das Full-Self-Driving-System zentrale Streitpunkte.
Meilensteine und Verzögerungen
Bereits Ende März bestätigte Konzernchef Elon Musk, dass der Optimus-Roboter eigenständig gehen kann. Allerdings: Die Hardware braucht noch Nachbesserungen. Die aktuelle Version verfügt über Hände mit 22 Freiheitsgraden – eine entscheidende technische Voraussetzung für komplexe manuelle Aufgaben.
Die Enthüllung der Gen-3-Version hat sich verzögert. Dennoch hält Tesla am Zeitplan für die Kleinserienproduktion fest. Diese soll im Sommer 2026 anlaufen, die Hochskalierung ist für 2027 geplant. Musk selbst hat mehrfach betont, dass der langfristige Wert des Optimus-Geschäfts den der Autosparte sogar übertreffen könnte.
Gigantische Investitionen in die Produktion
Tesla baut seine Fertigungskapazitäten massiv aus. In Gigafactory Texas entsteht eine eigene Optimus-Fabrik mit zusätzlichen 5,2 Millionen Quadratmetern Fläche. Das Werk soll langfristig eine Kapazität von bis zu zehn Millionen Robotern pro Jahr ermöglichen. Die ersten Produktionsaktivitäten sind für Juli oder August 2026 geplant.
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Parallel dazu hat Tesla das Werk in Fremont umgerüstet. Dort wurden ältere Produktionslinien für Model S und Model X entfernt, um Platz für die Roboterfertigung zu schaffen. Künftig sollen dort bis zu eine Million Einheiten jährlich vom Band laufen. Die Investitionen für diese Infrastruktur belaufen sich auf mehrere Milliarden Euro.
Starke Autoverkäufe, offene Fragen bei Autonomie
Der Vorstoß in die Robotik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Tesla bei anderen autonomen Projekten unter Beobachtung steht. Aktionäre kritisieren, dass das Unternehmen in drei aufeinanderfolgenden Quartalen seine selbstgesteckten Ziele verfehlt hat. Besonders umstritten: der Status des unbewachten Full-Self-Driving auf älterer Hardware und der Ausbau des Robotaxi-Dienstes, der kürzlich in Miami startete – dem fünften Markt nach Texas.
Die gute Nachricht: Das Kerngeschäft läuft. Tesla lieferte im zweiten Quartal 480.126 Fahrzeuge aus – ein Plus von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und deutlich über den Analystenerwartungen von rund 406.000 Einheiten. Auch der Energiespeicherbereich legte zu und erreichte 13,5 Gigawattstunden.
Für das zweite Quartal rechnen Analysten mit einem Umsatz von rund 26,29 Milliarden Euro – ein Anstieg von 17 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie wird auf 0,54 Euro geschätzt. Tesla startete mit einer Liquidität von 44,7 Milliarden Euro und Schulden in Höhe von neun Milliarden Euro in die zweite Jahreshälfte.
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Weltweite Konkurrenz schläft nicht
Tesla ist nicht allein auf dem Feld der humanoiden Roboter. In Südkorea sorgte Hyundai Motor kürzlich für Schlagzeilen: Die Gewerkschaft legte die Arbeit teilweise nieder – aus Protest gegen die Einführung des Atlas-Roboters von Boston Dynamics. Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Lohnanpassung und die Verlängerung des Renteneintrittsalters. Hyundai plant, Atlas ab 2028 in seinem Georgia-Metaplant einzusetzen.
In Indien präsentierten Forscher des IIT Madras den humanoiden Roboter HRP-1. Mit einer Nutzlast von 20 Kilogramm und maßgeschneiderten Aktuatoren soll er eine kostengünstige Alternative zu westlichen Robotern bieten. Der Preis liegt zwischen 15 und 20 Lakh Rupien (rund 17.000 bis 22.500 Euro). Ein Pilotprojekt startet im nächsten Quartal in den Bundesstaaten Tamil Nadu und Maharashtra.
Der Wettlauf um den humanoiden Roboter hat längst begonnen – und Tesla steht mitten drin. Die entscheidende Frage ist, ob das Unternehmen seine ehrgeizigen Pläne auch einhalten kann.
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