Optimus, Gen

Optimus Gen 3: Tesla plant 1.000 Roboter pro Woche ab September

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 09:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Tesla stellt Luxusmodelle S und X ein, um Platz für den humanoiden Roboter Optimus Gen 3 zu schaffen. Analysten sehen Risiken.

Tesla beendet S/X-Produktion und startet Optimus-Roboterfertigung
Schlanker, futuristischer humanoider Roboter in einer Hightech-Fabrik, dahinter verschwommene stillgelegte Auto-Fließbänder. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Tesla hat die Produktion seiner Luxusmodelle S und X eingestellt und bereitet die Fertigung des humanoiden Roboters Optimus Gen 3 vor. Der Umbau der Montagelinien im kalifornischen Fremont dauerte nur 46 Tage.

Der Schritt markiert einen der radikalsten Strategiewechsel in der jungen Unternehmensgeschichte. Statt weiter auf die Elektroauto-Flaggschiffe zu setzen, fokussiert sich Tesla-Chef Elon Musk nun voll auf Robotik und künstliche Intelligenz. Die Frage ist: Kann der Plan aufgehen?

Das Ende einer Ära in Fremont

Rund 610.000 Fahrzeuge liefen in 14 Jahren (Model S) beziehungsweise elf Jahren (Model X) vom Band. Nun sind die Montagelinien Geschichte. Tesla-Vizepräsident Tao Lin bestätigte Ende Mai 2026, dass die letzten Einheiten – eine auf 350 Stück limitierte Signature Edition – für eine nicht-öffentliche Verteilung produziert wurden. Bereits im Januar hatte Musk das Aus für die beiden Modelle angekündigt.

Die frei gewordene Fläche ist für die Produktion des Optimus Gen 3 bestimmt. Die Fabrik soll eine Jahreskapazität von einer Million Einheiten erreichen. Allerdings wird die Robotermontage zunächst langsamer anlaufen – die technische Komplexität der Hardware erfordert eine behutsame Einführungsphase.

Optimus Gen 3: Zehntausend Teile, ein Ziel

Nach sechsmonatiger Entwicklung durch die Alpha-, Beta- und "C"-Phase wurde das Design des Roboters Ende Juni 2026 vorläufig abgeschlossen. Der Gen 3 besteht aus rund 10.000 Einzelteilen und bringt deutliche Verbesserungen mit: leistungsfähigere Aktuatoren, mehr Bewegungsfreiheitsgrade und leichtere Materialien.

Anzeige

Der radikale Fokus von Tesla auf humanoide Roboter verdeutlicht, wie massiv Technologien wie Robotik und KI die Wirtschaft derzeit transformieren. In diesem kostenlosen Report erfahren Sie, welche Unternehmen die Gewinner dieser neuen Industrierevolution sind. Jetzt gratis herausfinden, wer die Gewinner der neuen Industrierevolution sind

Tesla setzt bereits über 1.000 Einheiten intern ein. Die Roboter übernehmen Aufgaben wie Montage, Transport und Materialausgabe in den eigenen Werken. Der angestrebte Verkaufspreis liegt zwischen 20.000 und 30.000 Euro – doch einen konkreten Termin für den externen Verkauf gibt es noch nicht. Zunächst steht die interne Nutzung und die Optimierung der Fertigungsprozesse im Vordergrund.

Lieferkette unter Druck: 1.000 Roboter pro Woche

Die Vorgaben an die Zulieferer sind ambitioniert: Bereits im September 2026 sollen wöchentlich 1.000 Optimus-Einheiten produziert werden. Bis Jahresende peilt Tesla 2.000 bis 2.500 Roboter pro Woche an – hochgerechnet auf das Jahr rund 100.000 Stück.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Unternehmen mit einer Produktion zwischen 50.000 und 100.000 Einheiten. Für 2027 sind sogar 500.000 bis eine Million Roboter geplant. Um diese Mengen zu stemmen, soll im Sommer 2027 eine zweite, deutlich größere Roboterfabrik in Gigafactory Texas entstehen.

Anzeige

Während Giganten wie Tesla Milliarden in neue KI-Technologien investieren, stehen viele Anleger vor der Frage, welche Aktien tatsächlich vom Fortschritt profitieren. Finanzexperten haben die drei aussichtsreichsten KI-Profiteure identifiziert, die Sie jetzt kostenlos nachlesen können. Diese 3 KI-Aktien jetzt im Gratis-Report entdecken

Wettbewerb und Zweifel an den Prognosen

So kühn die Pläne klingen: Finanzanalysten bleiben skeptisch. Die US-Bank Citizens bewertete Tesla zuletzt mit "Market Perform" und warnte, dass die Erlöse aus dem Optimus-Programm und dem Robotaxi-Projekt hinter den Erwartungen der Wall Street zurückbleiben könnten. Die Schätzungen für 2027 und 2028 liegen vier beziehungsweise zwölf Prozent unter dem Marktkonsens. Grund sei die extreme Komplexität der Hochskalierung.

Der Markt für humanoide Roboter wird zudem zunehmend enger. Bereits 2025 kamen rund 90 Prozent der weltweit etwa 13.000 verkauften Roboter aus China. Konkurrenten wie Unitree, UBTECH und AGIBOT drängen mit eigenen Modellen auf den Markt – teilweise zu Preisen ab rund 4.500 Euro für spezialisierte Einheiten. Teslas Trumpfkarte soll die Massenproduktion sein. Ob das reicht, um in einem immer volleren Feld die Nase vorn zu behalten, wird sich zeigen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69742114 |