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Operation „Vivaldi“: Ukrainische Bomberdrohnen setzen Roboter hinter der Front ab

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 12:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das 3. Armeekorps transportierte Gryphon-Bodenfahrzeuge erstmals per Bomberdrohne hinter feindliche Linien; Roboter übernehmen auch Minenräumung.

Ukraine setzt Bomberdrohnen für Bodenroboter tief hinter der Front ein
Eine zerstörte, karge Kriegslandschaft in der Region Donezk mit Kratern und verbrannter Erde unter einem bewölkten Himmel. Illustration mit AI erstellt.

In der Region Donezk hat das 3. Armeekorps der ukrainischen Streitkräfte im Rahmen der Operation „Vivaldi“ erstmals schwere Bomberdrohnen eingesetzt, um unbemannte Bodenfahrzeuge (UGV) tief hinter den feindlichen Linien abzusetzen. Berichten von Ende September 2026 zufolge wurden die Kamikaze-Bodenroboter mehr als 10 Kilometer hinter der Frontlinie positioniert, um Überraschungsangriffe auf russische Stellungen durchzuführen.

Technologische Premiere hinter feindlichen Linien

Bei den eingesetzten Systemen handelt es sich um schwere Bomberdrohnen der 3. Sturmbrigade, die speziell entwickelte NC13-Angriffs-Bodenfahrzeuge vom Typ „Gryphon“ transportierten.

Nach dem Abwurf bewegten sich die Roboter laut Berichten selbstständig durch feindliche Stellungen, identifizierten Ziele und führten Angriffe durch. Kameras an den Bodenrobotern dokumentierten den Einsatz in Gebieten, in denen die Gegenseite keinen unmittelbaren Angriff erwartet hatte.

Die Taktik wurde von Soldaten der NC13-Angriffs-UGV-Einheit mit Unterstützung der brigadeeigenen Drohnensysteme entwickelt. Die Bezeichnung „Gryphon“ geht auf den NC13-Maschinengewehrschützen Hryhorii Bach zurück, der seit Kämpfen um Andriivka im Jahr 2023 als vermisst gilt.

Parallel dazu entwickelte das Alter-Ego-Bataillon der 93. Separaten Mechanisierten Brigade das Bodenrobotersystem „Desantnyk“. Dieses System sowie eine entsprechende Vorrichtung zum Absetzen durch Bomberdrohnen ermöglichen Einsätze in einer Entfernung von dutzenden Kilometern zur Kontaktlinie.

Die staatliche Innovationsplattform Brave1 unterstützte dabei, Hersteller für den Übergang von Prototypen zur Massenproduktion des „Desantnyk“ zu finden.

Strategische Fortschritte der Operation Vivaldi

Der Kommandeur des 3. Armeekorps, Andrii Biletskyi, hatte den Start der Operation „Vivaldi“, einer ukrainischen Gegenoffensive in der Region Nord-Donezk, für den 15. September angekündigt. In der ersten Phase wurden 75 Quadratkilometer russischer Infiltrationsstellungen geräumt und die Kontrolle über mehrere Siedlungen wiederhergestellt. Unbemannte Systeme absolvierten in diesem Zeitraum rund 36.000 Angriffsmissionen.

In der zweiten Phase wurden weitere 40 Quadratkilometer sowie die Dörfer Shandryholove, Derylove und Drobysheve befreit. Insgesamt beläuft sich das innerhalb der vergangenen Wochen zurückgewonnene Gebiet auf mehr als 125 Quadratkilometer, darunter auch die Siedlung Serednie im Lyman-Sektor.

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Laut Biletskyi wurden allein in der zweiten Phase über 800 russische Soldaten getötet; die geschätzten Gesamtverluste der Gegenseite belaufen sich auf über 3.000 Personen. Militäranalysten wiesen darauf hin, dass die Operation technologisch zu den fortschrittlichsten weltweit zählen könnte.

Effizienzsteigerung bei Minenräumung und Logistik

Neben Kampfeinsätzen erwiesen sich Bodenroboter als entscheidend für die Pionierarbeit. Ein unbemanntes System räumte auf einer Route von mehr als 18 Meilen Antipersonenminen, ohne dass Pioniere vor Ort sein mussten.

Während zwei Ingenieurkompanien manuell mehrere Tage für diese Aufgabe benötigt hätten, gelang die Räumung von fast 30 Kilometern Straße innerhalb von zwei Tagen, vornehmlich während der Nacht. Rund 60 Prozent der Minenräumung im Einsatzgebiet des 3. Korps erfolgt mittlerweile durch ferngesteuerte Roboter.

Flankiert wurden die Bodenoperationen durch intensive elektronische Kampfführung, die während der Operation „Vivaldi“ mehr als 20.000 feindliche Drohnenmissionen störte. Gleichzeitig zerstörten ukrainische Drohnen Logistikstrukturen, Treibstoffdepots und Reparaturbasen in einer Tiefe von 50 bis 120 Kilometern hinter den Linien.

Ausbau der „Army of Robots“

Die verstärkte Integration unbemannter Systeme folgt einer übergeordneten Strategie. Der ehemalige Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov kündigte auf der IT Arena in Lviv die Initiative „Army of Robots“ an. Ziel sei es, menschliche Soldaten auf dem Schlachtfeld zunehmend durch Maschinen zu ersetzen, wobei der Fokus künftig auch auf humanoiden Robotern für den Einsatz in Schützengräben liege.

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Rund 60 Prozent der Minenräumung im Einsatzgebiet des 3. Korps erfolgt mittlerweile durch ferngesteuerte Roboter — eine Route von fast 30 Kilometern wurde in zwei Tagen geräumt, statt in mehreren Tagen durch zwei Ingenieurkompanien. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie unbemannte Systeme für Minenräumung und Logistik planen und welche Schritte zur Skalierung nötig sind. Checkliste für Robotik-Logistik jetzt abrufen

Fedorov prognostizierte, dass in sechs Monaten erste feindliche Soldaten durch humane Roboter und in zwölf Monaten erste erfolgreiche Angriffe auf Stellungen ohne Beteiligung von Infanterie stattfinden könnten.

Derzeit werden die meisten Bodenroboter noch per Starlink von menschlichen Operatoren gesteuert und agieren nicht vollständig autonom. Kommandeur Biletskyi betonte, dass Drohnen- und Bodenrobotersysteme nun konsequent vor der Infanterie eingesetzt werden, um die Risiken für das Personal zu minimieren.

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