Operation, Herakles

Operation Herakles: Ermittler schalten 9.304 Rufnummern von Betrügern ab

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 23:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ermittler deaktivierten Rufnummern und mehr als 2.000 Domains; die Bundesnetzagentur verschärfte zudem Vorgaben für Telekommunikationsanbieter.

Operation Herakles: Behörden schalten 9.304 Betrugsnummern ab
Dunkler Serverraum mit komplexer Verkabelung und unbeleuchteten Serverschränken als Symbol für die Abschaltung krimineller Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

Im Kampf gegen den organisierten Online-Anlagebetrug haben deutsche und internationale Strafverfolgungsbehörden einen signifikanten Erfolg erzielt. Das Cybercrime-Zentrum (CCZ) der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe und das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg identifizierten in den vergangenen drei Monaten in enger Zusammenarbeit mit weiteren Bundesbehörden und Partnern aus Österreich insgesamt 9.304 deutsche Rufnummern, die für betrügerische Zwecke genutzt wurden, und ließen diese abschalten.

Wie aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht hervorgeht, ist diese Maßnahme Teil der großangelegten „Operation Herakles“. Neben dem Bundeskriminalamt (BKA) waren die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), die Bundesnetzagentur (BNetzA) sowie das österreichische Bundeskriminalamt an den Ermittlungen und der Umsetzung beteiligt.

Ziel der konzertierten Aktion ist es, die technische Infrastruktur von kriminellen Netzwerken zu zerschlagen, die Anleger mit dem sogenannten Cyber-Trading-Fraud um ihr Kapital bringen.

Bilanz der Operation Herakles

Die Dimensionen der laufenden Ermittlungen spiegeln sich in den Gesamtzahlen der „Operation Herakles“ wider. Seit dem Beginn dieser Operation wurden den Angaben zufolge insgesamt 13.888 Rufnummern dauerhaft deaktiviert.

Davon entfielen 13.397 auf deutsche Anschlüsse, während 491 Nummern in Österreich registriert waren. Durch die gezielte Sperrung dieser Kommunikationswege wird den Betrügern ein wesentliches Werkzeug für die Kontaktanbahnung mit potenziellen Opfern entzogen.

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Flankiert wurden die Maßnahmen durch ein massives Vorgehen gegen die digitale Präsenz der Tätergruppen. In Kooperation mit der europäischen Polizeibehörde Europol sowie weiteren ausländischen Strafverfolgungsbehörden gelang es den Ermittlern, weit über 2.000 illegale Domains vom Netz zu nehmen. Nutzer, die versuchen, diese Webseiten aufzurufen, werden seither auf eine offizielle Beschlagnahmeseite des Landeskriminalamts umgeleitet.

Rolle der Aufsichtsbehörden und Telekommunikationsanbieter

Bei der Identifizierung der betrügerischen Aktivitäten spielte die Finanzaufsicht Bafin eine zentrale Rolle. Die Behörde ermittelt laufend gegen unerlaubte Cyber-Trading-Geschäfte und konnte im Zuge dessen entscheidende Hinweise auf verdächtige Rufnummern liefern. Auf Basis dieser Erkenntnisse verpflichtete die Bundesnetzagentur die betroffenen Telekommunikationsunternehmen zur sofortigen Abschaltung der Nummern.

Darüber hinaus gehen die Auflagen für die Branche über die bloße Deaktivierung hinaus. Die Bundesnetzagentur forderte die Provider auf, ihre Registrierungsprozesse für neue Anschlüsse grundlegend anzupassen. Zudem wurden verstärkte Compliance-Kontrollen für Vertriebspartner und Händler angeordnet, um den Missbrauch von Rufnummernkontingenten bereits im Vorfeld zu erschweren.

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Funktionsweise des „Crime as a Service“

Hinter den abgeschalteten Infrastrukturen stehen professionell organisierte Strukturen, die von den Ermittlungsbehörden als „Crime as a Service“ eingestuft werden. Die Betreiber der betroffenen Plattformen verfügen über keinerlei Erlaubnis der Bafin für das Erbringen von Finanz- oder Wertpapierdienstleistungen oder für Bankgeschäfte.

Die Masche folgt einem bewährten Muster: Vermeintliche Broker aus Callcentern im Ausland kontaktieren die Opfer und drängen sie mit psychologischem Geschick zu immer weiteren Investitionen. Den Ermittlungen zufolge wird das eingezahlte Geld jedoch zu keinem Zeitpunkt einer tatsächlichen Kapitalanlage zugeführt.

Stattdessen verbleiben die Beträge im kriminellen Netzwerk, was für die Betroffenen in der Regel den Totalverlust ihrer Einlagen bedeutet. Die nun erfolgten Abschaltungen sollen die Reichweite dieser Callcenter im deutschsprachigen Raum massiv einschränken.

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