Operation, Endgame

Operation Endgame: 200 Server zerschlagen, 18.000 PCs befreit

25.06.2026 - 19:31:48 | boerse-global.de

Internationale Behörden legen über 200 Server von Schadsoftware-Netzwerken lahm und befreien tausende Rechner von Malware.

Operation Endgame: Internationaler Schlag gegen StealC und Amadey
Operation - Ein stilisiertes, leuchtendes digitales Vorhängeschloss-Symbol über einem komplexen, abstrakten Netzwerk aus Linien und Knoten, das Cybersicherheit darstellt. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Über 200 Server wurden stillgelegt. Rund 18.000 infizierte Computer sind nun wieder sauber.

Microsofts Digital Crimes Unit, Europol und das Bundeskriminalamt (BKA) führten die „Operation Endgame“ durch. Die betroffene Malware agiert als „Malware-as-a-Service“ und stiehlt Browserdaten, Krypto-Wallets und persönliche Informationen. Allein in der ersten Maihälfte gab es über 140.000 Infektionen – Deutschland liegt nach den USA auf Platz zwei. Erstmals kam das US-amerikanische RICO-Gesetz zum Einsatz, ergänzt durch KI-gestützte Code-Analyse.

Klassische Antiviren-Programme stoßen an ihre Grenzen

Das BSI warnt vor einer verbreiteten Fehleinschätzung. Viele Nutzer glauben, Antivirus-Software schütze vor allem. Tatsächlich erkennen die Programme oft nur bekannte Bedrohungsmuster. In Zeiten von KI-gesteuerten Angriffen reicht das nicht mehr.

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BSI-Präsidentin Claudia Plattner sprach auf einer Fachkonferenz in Potsdam von einer „neuen Zeitrechnung“. Deutschland gilt innerhalb der EU als Ransomware-Hotspot. Die Zahlen belegen den Trend: 2025 wurden 1.041 Fälle angezeigt, im Vorjahr waren es 950. Die Lösegeldforderungen liegen laut Hasso-Plattner-Institut (HPI) meist im sechsstelligen Bereich.

macOS und WhatsApp im Visier

Lange galten Apple-Systeme als sicher. Das ändert sich. Experten raten macOS-Nutzern zu zusätzlichen Sicherheitslösungen. Apples Gatekeeper und XProtect reichen nicht mehr aus. Bereits 2023 wurden 19 Zero-Day-Lücken in Apple-Systemen registriert.

Auch mobile Geräte sind betroffen. Kaspersky entdeckte eine Kampagne, die bösartige VBS-Dateien über WhatsApp verbreitet. Die Dateien tarnen sich als Finanzdokumente. Ziel ist die Installation von Fernwartungssoftware. KI-gestütztes Phishing macht die Erkennung für Nutzer nahezu unmöglich.

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KI hilft auch den Verteidigern

Die Sicherheitsfirma Calif.io nutzte das KI-Modell „Claude Mythos“ und entdeckte eine Schwachstelle im Squid Proxy. Der Fehler mit der Bezeichnung „Squidbleed“ (CVE-2026-47729) existierte seit 1997. Im Juni 2026 wurde er mit Version 7.6 behoben.

Das Projekt „Glasswing“ identifizierte mit KI über 3.900 kritische Lücken in Open-Source-Software – darunter ein 27 Jahre alter Fehler in OpenBSD. Das BKA fordert angesichts dieses Wettrüstens eine gesetzliche Grundlage für aktive Cyberabwehr. Für Nutzer gilt: Zwei-Faktor-Authentifizierung und proaktive Schutzlösungen sind Pflicht. Ein einfaches Passwort reicht nicht mehr.

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