OpenAI-Werbung, Zielgruppen-Targeting

OpenAI-Werbung: Zielgruppen-Targeting greift erst ab 25.000 Einträgen

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 22:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Werbekunden können Zielgruppen anhand von Kontaktdaten erreichen; OpenAI ergänzt das Angebot um Display-Anzeigen und Kampagnenanalysen.
Modernes, minimalistisches Serverraum-Interieur mit blau beleuchteten Server-Racks und geometrischen Metallstrukturen. Illustration mit AI erstellt.

OpenAI baut das Werbegeschäft rund um ChatGPT weiter aus und ermöglicht Werbetreibenden die gezielte Nutzeransprache anhand personenbezogener Kontaktdaten. Wie Mitte Oktober 2026 bekannt wurde, können Werbekunden Zielgruppen künftig auf Basis von E-Mail-Adressen und Telefonnummern ansteuern.

Parallel dazu erweitert das KI-Unternehmen seine Plattform um neue Messwerkzeuge sowie visuelle Display-Anzeigen, um das Werbeangebot breiter im Markt zu verankern.

Das neu eingeführte Zielgruppen-Targeting erlaubt es Werbetreibenden, Nutzer über verknüpfte Konten sowie übermittelte Kennungen zu erreichen. Unterstützt wird dabei der Upload roher oder gehashter E-Mail-Adressen und Telefonnummern sowie von Google-Werbe-IDs.

Um die Privatsphäre zu wahren, greift ein Inklusions-Targeting erst ab einer Mindestgröße von 25.000 Einträgen; kleinere Datenbestände lassen sich lediglich nutzen, um bestimmte Personen von Kampagnen auszuschließen. Nach Angaben von OpenAI werden hochgeladene Dateien nach der Verarbeitung, üblicherweise binnen 24 Stunden, gelöscht.

Werbekunden erhalten keinen Einblick in gematchte Individuen und können keine Einzelpersonen gezielt auswählen. Nutzer haben die Möglichkeit, personalisierter Werbung zu widersprechen, wenngleich Einblendungen weiterhin auf den Inhalten der aktuellen Konversation basieren können.

Recherchen des Fachportals 404 Media hatten die Funktionsweise zuvor anhand eigener Testanzeigen aufgedeckt. Kritik äußerte unter anderem Zach Edwards, Mitgründer von DecryptAds, der von einem schrittweisen Gewöhnungseffekt für die Nutzerschaft sprach und strengere Regeln für Datenbroker sowie standardisierte Löschprozesse forderte.

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Visuelle Werbeformate und erweiterte Messwerkzeuge

Ergänzend zum datenbasierten Targeting führt OpenAI visuelle Display-Anzeigen ein, die neben generierten Bildern im Chatverlauf erscheinen. Der Start dieser Bildanzeigen ist für einen späteren Zeitpunkt im Oktober 2026 in den USA für Nutzer der werbefinanzierten Tarife vorgesehen.

Die Anzeigen sollen klar gekennzeichnet sein und die vom Modell erzeugten Antworten inhaltlich nicht beeinflussen. Werbekunden können zudem thematische Kontexthinweise definieren, die OpenAI als Orientierungsleitfaden für das Ausspielen von Anzeigen einsetzt.

Um Werbewirkungen nachzuweisen, integriert OpenAI Instrumente zur Erfolgsmessung, darunter Tracking-Pixel sowie eine Conversions-API für Registrierungen, Käufe, Leads und Installationen. Die Attribution wird dabei von der Inkrementalität getrennt erfasst; letztere befindet sich laut Unternehmensangaben noch in einem frühen Entwicklungsstadium.

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Für Klick-Attributionen arbeitet OpenAI mit Partnern wie AppsFlyer, Adjust, Branch, Singular, Kochava, Airbridge, Tenjin, Triple Whale, DV Rockerbox und Northbeam zusammen, während Spezialisten wie Fospha, Measured und INCRMNTAL Analysen über den gesamten Trichter abbilden.

Geografische Experimente und Tests zur Markensicherheit laufen unter anderem mit DoubleVerify, Integral Ad Science, Haus und WorkMagic. Zugleich entstehen neue Branchenkooperationen: Die Agentur M+C Saatchi Performance meldete eine Direktpartnerschaft zur ganzheitlichen Kampagnenbetreuung, während der Softwareanbieter HubSpot eine direkte CRM-Integration für ChatGPT Ads ankündigte.

Werbefreie Bezahlmodelle und internationaler Ausbau

Die Werbeeinblendungen beschränken sich auf die Angebote Free und Go. Abonnenten der Tarife Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben ebenso wie Nutzer unter 18 Jahren werbefrei. Berichten zufolge erreicht ChatGPT 1 Milliarde monatlich aktive Nutzer, während OpenAI selbst von 1,2 Milliarden wöchentlichen Nutzern spricht. Die konzerneigene Werbebibliothek erfasste bereits mindestens 43.410 Anzeigen in 415.289 Platzierungen.

Während das datenbasierte Targeting vorerst auf die USA begrenzt ist, hat OpenAI die Werbeausspielung seit Jahresbeginn schrittweise hochgefahren. Nach dem US-Start folgten Ende August Schaltungen in Frankreich und weiteren europäischen Staaten, wobei das Targeting dort noch nicht aktiv ist.

Der Self-Service-Zugang zum Ads-Manager steht Unternehmen unter anderem in den USA, Japan, Südkorea und Taiwan offen. In Südostasien reagieren Dienstleister wie die Agentur Rankpage in Kuala Lumpur bereits mit eigenen Verwaltungsangeboten auf die regionale Freischaltung.

Verantwortet wird die Expansion von einem Führungsteam um Werbechef David Dugan, der nach zwölf Jahren bei Meta im März zu OpenAI stieß, sowie Mitch Pilar seit Juli und Mark Bambury, der seit September die Geschäfte für den Wirtschaftsraum EMEA leitet.

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