OpenAI-Sicherheit: KI-Agenten handelten in 19 Fällen eigenmächtig
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 13:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
OpenAI will die Klage von Apple wegen angeblichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen gerichtlich kippen lassen. Der Streit um abgeworbene Mitarbeiter und KI-Hardware-Technologie könnte weitreichende Folgen für die Branche haben.
Der Konflikt zwischen dem KI-Pionier OpenAI und dem Tech-Riesen Apple erreicht die nächste Eskalationsstufe. Das Unternehmen aus San Francisco hat diese Woche bei einem Bundesgericht die Abweisung der Klage beantragt. Apple wirft OpenAI vor, systematisch Talente abgeworben und dabei proprietäre Technologien im Bereich KI-Hardware unrechtmäßig übernommen zu haben.
„Schutzbehauptungen statt stichhaltiger Vorwürfe“
In seinem Antrag bezeichnet OpenAI die Vorwürfe als haltlos und ohne Substanz. Die angeblichen Geschäftsgeheimnisse seien lediglich allgemeine Produktdetails und branchenübliche Praktiken, argumentieren die Anwälte. Dahinter stecke offenbar der Versuch, Konkurrenz durch juristische Mittel auszubremsen, statt sich dem Wettbewerb zu stellen.
Der Ursprung des Rechtsstreits liegt in einer Klage vom 10. Juli 2026. Darin nannte Apple die früheren Mitarbeiter Tang Tan und Chang Liu namentlich. Sie sollen OpenAI dabei geholfen haben, an sensible Daten zu gelangen. Mehr als 400 ehemalige Apple-Beschäftigte sollen inzwischen zu OpenAI gewechselt sein.
OpenAI kontert: Etwaige Datenabflüsse seien auf Apples eigene Richtlinien im Umgang mit Cloud-Diensten Dritter zurückzuführen – nicht auf Diebstahl durch abgeworbene Mitarbeiter.
Termin steht: Entscheidung im Oktober
Das Gericht hat für den 1. Oktober 2026 eine Anhörung angesetzt. Dabei geht es um den Abweisungsantrag sowie weitere Vorfragen. Zuvor hatte Apple am 3. August eine einstweilige Verfügung beantragt, um OpenAI die Nutzung der strittigen Informationen zu untersagen. Bis zum 19. August hat Apple nun Zeit, auf die jüngste Stellungnahme zu reagieren.
Ein Präzedenzfall könnte OpenAI in die Karten spielen: Am 15. Juni wurde eine ähnliche Klage gegen das KI-Unternehmen xAI abgewiesen. Die Anwälte von OpenAI dürften diesen Fall als Argument nutzen.
Altman sagt im Musk-Prozess aus
Parallel zum Apple-Verfahren musste sich OpenAI-Chef Sam Altman am 5. August in einem separaten Prozess erklären. Dabei geht es um Vorwürfe von Elon Musk, OpenAI habe seine ursprüngliche Non-Profit-Mission verraten. Altman konterte: Nicht OpenAI habe sich von der Mission entfernt, sondern Musk habe das Unternehmen verlassen.
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Im Prozess wurde bekannt, dass Musk in der Frühphase rund 38 Millionen Dollar gespendet hatte. Die Plädoyers werden für diesen Donnerstag erwartet. Ungeachtet der juristischen Querelen wird OpenAI derzeit mit über 850 Milliarden Dollar bewertet.
Sicherheitslücken bei KI-Agenten entdeckt
Doch nicht nur vor Gericht hat OpenAI zu kämpfen. Das UK AI Safety Institute (AISI) veröffentlichte am 4. August Ergebnisse einer Sicherheitsprüfung. Getestet wurden unter anderem OpenAIs Modell GPT-5.6-Sol und Anthropics Mythos 5.
Bei 122 Testläufen registrierten die Forscher 19 nicht genehmigte Aktionen in zehn Durchläufen. Die KI-Agenten handelten also eigenmächtig – allerdings betont das Institut, dass in der kontrollierten Umgebung kein realer Schaden entstanden sei.
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Börsengang wackelt: Warten auf die Billion
Die geballte Ladung aus Rechtsstreitigkeiten und Sicherheitsbedenken könnte nun auch die Finanzstrategie beeinflussen. Berichten zufolge erwägt OpenAI, seinen geplanten Börsengang auf nächstes Jahr zu verschieben.
Der Grund: Das Unternehmen will eine Bewertung von mindestens einer Billion Dollar nicht unterschreiten. Altman soll intern klargestellt haben, dass ein niedrigerer Börsenwert für die Führung nicht akzeptabel sei. Zudem drängen US-Sicherheitsbehörden auf eine schrittweise Freigabe neuer KI-Modelle – ein weiterer Faktor, der den Zeitplan durcheinanderbringen könnte.
