OpenAI-Runde: Bewertung fällt auf 1,25 Billionen Dollar, Ziel sinkt deutlich
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 03:44 Uhr | Redaktion boerse-global.deOpenAI hat das Ziel für seine laufende Kapitalaufnahme deutlich reduziert. Das KI-Unternehmen peilt für die aktuelle Finanzierungsrunde nun ein Volumen von 20 Milliarden US-Dollar an. Dies bedeutet einen Einschnitt von 10 Milliarden US-Dollar beziehungsweise einen Rückgang um rund 33 Prozent gegenüber dem Vorhaben, bis zu 30 Milliarden US-Dollar einzuwerben.
Die Runde wird bei einer Bewertung von 1,25 Billionen US-Dollar verhandelt, was 150 Milliarden US-Dollar unter dem früheren Bewertungsziel von 1,4 Billionen US-Dollar liegt.
Zurückhaltende Investoren und Konkurrenz durch Anthropic
Nachdem noch am 19. Oktober Berichte über Verhandlungen zu einem Volumen von 30 Milliarden US-Dollar bei 1,4 Billionen US-Dollar Bewertung kursierten, wurde das verkleinerte Ziel am Freitag, den 30. Oktober, bekannt. An diesem Tag endete auch die offizielle Frist für Zusagen interessierter Geldgeber.
Marktbeobachter gehen davon aus, dass der erste Zwischenabschluss der Runde sogar unter der Marke von 20 Milliarden US-Dollar liegen könnte, da mehrere Investoren ihre vorab avisierten Zuteilungen reduzierten. OpenAI lehnte eine Stellungnahme zu den Vorgängen ab.
Als Hauptgründe für das schrumpfende Volumen gelten wachsende Sorgen im Marktumfeld über die immensen Investitionsausgaben der KI-Entwickler sowie ein direkter Verteilungskampf um Risikokapital.
Der Konkurrent Anthropic bereitet laut Berichten einen Börsengang für Mitte November vor und plant dabei die Aufnahme von bis zu 100 Milliarden US-Dollar bei einer Unternehmensbewertung von 1,5 Billionen US-Dollar.
Bei OpenAI fungiert die aktuelle Finanzierungsrunde, die von Coatue Management und einem Fonds aus den Vereinigten Arabischen Emiraten angeführt wird, hingegen als Brückenfinanzierung: Der eigene Börsengang wurde zuvor auf das Jahr 2027 verschoben.
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Hohe Betriebskosten und wachsende Erlöse
Der Kapitalbedarf bei OpenAI bleibt ungeachtet der verkleinerten Finanzierungsrunde immens. Internen Investorenunterlagen zufolge rechnet das Unternehmen für die Jahre 2026 bis 2030 mit einem kumulierten Fehlbetrag beim freien Cashflow von rund 278 Milliarden US-Dollar. Allein für Rechenleistung beabsichtigt OpenAI bis 2030 rund 522 Milliarden Euro aufzuwenden.
Auf der Einnahmenseite wächst das Geschäft unterdessen schnell. Die annualisierte Umsatzrate erreichte zuletzt 50 Milliarden US-Dollar und könnte bis zum Jahresende auf 70 Milliarden US-Dollar ansteigen. Im Zeitraum von Juli bis September belief sich der Quartalsumsatz auf rund 8,7 Milliarden Euro.
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Flankiert wird das Vorhaben von etablierten Technologiekonzernen. Microsoft hält einen Anteil von rund 24 Prozent an OpenAI. Amazon wiederum hat seit Januar rund 43,5 Milliarden Euro in Vorzugsaktien von OpenAI investiert; zudem wurde die Vereinbarung mit der Cloud-Plattform AWS um 100 Milliarden US-Dollar über eine Laufzeit von acht Jahren ausgebaut.
Dennoch spiegelte sich die allgemeine Skepsis gegenüber Technologiebewertungen auch an den Börsen wider: Der Nasdaq Composite gab am Freitag um 2,9 Prozent nach und lag damit 7,8 Prozent unter seinem Rekordschluss vom 6. Oktober.
