OpenAI-Prozess: Trump-Regierung unterstützt KI-Training mit Urheberwerken
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 21:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-Regierung unter Präsident Trump ist offiziell in den Rechtsstreit zwischen der New York Times und dem KI-Entwickler OpenAI eingetreten. In einer rund 20-seitigen Stellungnahme, die beim Bundesgericht in Manhattan (SDNY) eingereicht wurde, positioniert sich das Justizministerium auf der Seite des Technologieunternehmens.
Die Regierung argumentiert, dass das Training von Modellen der Künstlichen Intelligenz auf urheberrechtlich geschütztem Material als rechtmäßige Nutzung, der sogenannten Fair-Use-Doktrin, einzustufen sei.
In dem Dokument, das Richter Sidney Stein vorgelegt wurde, betont die Administration die strategische Bedeutung dieser Auslegung für die nationale Sicherheit und die technologische Innovationskraft der Vereinigten Staaten. Es handelt sich um das erste bekannte Eingreifen der US-Regierung in eine Urheberrechtsklage im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Das Verfahren gilt als richtungsweisend und könnte einen Präzedenzfall für die gesamte Branche schaffen.
Nationale Sicherheit und technologischer Vorsprung
Die eingereichte Stellungnahme (Statement of Interest) stützt sich unter anderem auf eine bestehende Executive Order. Die US-Regierung führt an, dass die US-Führungsrolle im globalen KI-Wettbewerb entscheidend davon abhängt, wie der Zugang zu Trainingsdaten rechtlich bewertet wird. Ein restriktives Urheberrecht in diesem Bereich könnte nach Ansicht der Regierungsvertreter die Entwicklung hemmen und den Standort USA schwächen.
Zudem wies die Administration in der Klageschrift darauf hin, dass die von der New York Times angeführte Theorie einer Marktverwässerung als zutiefst fehlerhaft anzusehen sei. Das Training der KI-Modelle müsse vielmehr als transformativ betrachtet werden, was eine Einstufung als Fair Use rechtfertige.
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Parallel zu dem juristischen Vorstoß in Manhattan forderte US-Handelsminister Howard Lutnick die G20-Staaten dazu auf, KI-Training auf geschütztem Material ebenfalls unter dem Aspekt des Fair Use zu erlauben, um internationale Standards zu harmonisieren.
Widerstand der Verleger und juristischer Hintergrund
Ein Sprecher der New York Times kritisierte das Eingreifen der Regierung in den laufenden Rechtsstreit scharf. Die Zeitung hatte OpenAI und dessen Partner Microsoft bereits im Jahr 2023 verklagt und fordert Schadensersatz in Milliardenhöhe.
Die Kläger werfen den Technologieunternehmen vor, geistiges Eigentum ohne Genehmigung oder Vergütung für die kommerzielle Entwicklung von Sprachmodellen genutzt zu haben. Erst im Juli 2026 hatte die New York Times zudem einen Antrag auf Sanktionen gegen OpenAI gestellt.
Der Fall der New York Times steht nicht isoliert da. Er ist Teil einer umfassenden Klagewelle gegen OpenAI, der sich seit Juni fast 400 Verlage angeschlossen haben. Die Verleger sehen ihre Geschäftsmodelle durch die unlizenzierte Nutzung ihrer Inhalte bedroht.
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In der Branche wird das aktuelle Verfahren intensiv beobachtet, da bereits frühere Einigungen die wirtschaftliche Tragweite verdeutlichten. So hatte sich das KI-Unternehmen Anthropic im Jahr 2025 in einem vergleichbaren Urheberrechtsfall auf eine Vergleichszahlung in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar geeinigt.
Das Eingreifen der Trump-Administration signalisiert nun eine deutliche politische Rückendeckung für die KI-Branche, während die Justiz über die Balance zwischen dem Schutz des geistigen Eigentums und dem technologischen Fortschritt entscheiden muss. Ein Urteil im koordinierten Verfahren in Manhattan wird weitreichende Konsequenzen für die künftige Datenbeschaffung von KI-Systemen haben.
