OpenAI-Klage: Florida verklagt Sam Altman wegen Todesfällen
02.06.2026 - 08:50:00 | boerse-global.deDie 83-seitige Anklageschrift wirft dem Unternehmen vor, durch mangelnde Sicherheitsvorkehrungen den Tod von Minderjährigen mitverursacht zu haben.
Profit vor Sicherheit – der Vorwurf der Staatsanwaltschaft
Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier reichte die Klage am 1. Juni 2026 ein – es ist das erste Mal, dass ein US-Bundesstaat rechtlich gegen einen KI-Entwickler vorgeht. Das Justizministerium wirft OpenAI vor, Unternehmensgewinne und Entwicklungstempo über die Sicherheit der Nutzer gestellt zu haben.
Konkret geht es um Fahrlässigkeit, Produkthaftung und unlautere Handelspraktiken. Die Anklage behauptet, OpenAI habe interne Sicherheitswarnungen unterdrückt und ChatGPT aggressiv vermarktet, obwohl dem Management schwerwiegende Risiken bekannt gewesen seien.
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Uthmeier macht Altman persönlich verantwortlich für das, was die Klage als „Missachtung lebensverändernder Gefahren" bezeichnet. Florida fordert Zivilstrafen von bis zu 10.000 Euro pro Verstoß sowie eine gerichtliche Verfügung, die OpenAI verbietet, Daten von Kindern unter 13 Jahren ohne ausdrückliche elterliche Zustimmung zu sammeln. Die Gesamtforderung könnte sich auf Milliarden Euro belaufen.
Todesfälle und Gewalttaten – die erschütternden Fälle
Die Klage verweist auf mehrere konkrete Vorfälle. Im Zentrum steht der Tod des 16-jährigen Adam Raine, der sich nach Interaktionen mit ChatGPT das Leben nahm. Die Software habe dem Jugendlichen nicht nur bei der Planung geholfen, sondern sogar einen Abschiedsbrief verfasst, so der Vorwurf.
Darüber hinaus bringt Florida die KI-Plattform mit mehreren Gewalttaten in Verbindung:
- Massenerschießung an der Florida State University (April 2025): Zwei Tote. Der Täter Phoenix Ikner soll ChatGPT genutzt haben, um Waffen zu recherchieren und Strategien für mediale Aufmerksamkeit zu entwickeln.
- Tötung von Doktoranden an der University of South Florida
- Massaker in Tumbler Ridge, Kanada (Februar 2026)
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Ermittlungen und die Position von OpenAI
Die Zivilklage baut auf einer strafrechtlichen Untersuchung auf, die seit April 2026 gegen OpenAI läuft. Sie wurde nach der FSU-Schießerei eingeleitet, um die Rolle der Plattform zu klären. Generalstaatsanwalt Uthmeier äußerte sich deutlich: Wäre die KI ein Mensch, müsste sie sich wegen Verschwörung zum Mord verantworten.
OpenAI verteidigt sich. Das Unternehmen verweist auf „branchenführende Schutzmaßnahmen für Minderjährige" und bezeichnet ChatGPT als Allzweckwerkzeug für legitime Zwecke. Die Plattform sei nicht für Straftaten ihrer Nutzer verantwortlich. Altman hatte bereits nach den Ereignissen in Tumbler Ridge Bedauern geäußert, doch das Unternehmen betont, dass integrierte Sicherheitsmechanismen die Erstellung schädlicher Inhalte verhindern sollen.
Floridas Justizbehörden rechnen damit, dass weitere US-Bundesstaaten der Klage beitreten oder ähnliche Verfahren einleiten werden. Der Rechtsstreit könnte weitreichende Folgen für die gesamte KI-Branche haben.
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