OpenAI-IPO gestoppt: Sam Altman nennt KI-Sicherheit als Grund
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 03:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-amerikanische KI-Entwickler OpenAI wird im Jahr 2026 nicht an die Börse gehen. Dies erklärte Firmenchef Sam Altman in einem Interview mit dem Magazin Fortune. Als wesentlichen Grund für den Aufschub nannte er anhaltende Bedenken hinsichtlich der Sicherheit künstlicher Intelligenz. Ein Börsengang zum jetzigen Zeitpunkt wäre laut Altman ein unratsamer Moment für das Unternehmen.
Auf die spezifische Frage nach einer zeitlichen Einordnung für die Jahre 2026 oder 2027 antwortete Altman kurz gefasst, dass ein solcher Schritt für 2026 nicht geplant sei. Er begründete diese Entscheidung mit der erheblichen Arbeitslast, die OpenAI im Bereich der KI-Sicherheit und der sogenannten Ausrichtung (Alignment) — der Anpassung von KI-Zielen an menschliche Werte — noch zu bewältigen habe.
Strategische Priorisierung von Sicherheitsaspekten
Trotz des Verzichts auf einen kurzfristigen Börsengang gab Altman an, dass das Unternehmen unter keinem wirtschaftlichen Druck stehe, diesen Schritt zu vollziehen. Berichten zufolge hatte OpenAI bereits im Juni dieses Jahres eine vertrauliche Anmeldung für einen Börsengang bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht.
Zu diesem Zeitpunkt kursierten zudem Informationen, wonach das Unternehmen eine Bewertung von bis zu 1 Billion US-Dollar anstrebe. Interne Erwägungen sahen damals noch ein mögliches IPO bis zum Jahr 2027 vor.
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Altman rückte in seinen jüngsten Äußerungen die Risiken der Technologie in den Vordergrund. Er bezeichnete die statistische Wahrscheinlichkeit von etwa 10 Prozent, dass die Menschheit durch künstliche Intelligenz bis zum Ende des Jahrzehnts ausgelöscht werden könnte, als inakzeptabel.
In diesem Zusammenhang deutete er an, dass eine Einigung über einen Sicherheitspakt zwischen den führenden Unternehmen der Branche kurz bevorstehen könnte.
Zudem berichteten Branchenkenner, dass Altman sogar eine vorübergehende Pause bei der Entwicklung von Spitzen-KI in Erwägung gezogen habe. Unterstützung für einen vorsichtigeren Kurs und eine Verlangsamung der Entwicklung signalisierte er gemeinsam mit Branchenkollegen wie Elon Musk.
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Wettbewerber Anthropic plant Börsendebüt im Herbst
Während OpenAI den Gang auf das Parkett verschiebt, forciert der Wettbewerber Anthropic seine Börsenpläne. Das Unternehmen beabsichtigt demnach, die Vermarktung seines Börsengangs ab Mitte Oktober zu starten. Die Erstnotierung soll noch vor den US-Zwischenwahlen im November erfolgen.
Marktbeobachter halten es für möglich, dass das Anthropic-IPO den bisherigen Rekord von SpaceX bricht, das bei seinem Börsengang 86,2 Milliarden US-Dollar einsammelte. SpaceX wurde damals mit 1,8 Billionen US-Dollar bewertet, verzeichnete jedoch im Anschluss einen Kurssturz.
Auch bei Anthropic spielt das Thema Sicherheit eine zentrale Rolle, wenngleich das Management hier einen anderen strategischen Weg wählt. Der CEO von Anthropic, Dario Amodei, kündigte die Einsetzung unabhängiger Prüfer an, die direkten Zugang zu den Mitarbeitern erhalten sollen.
Dennoch bleibt die interne Risikoeinschätzung kritisch: Der zuständige Leiter für Alignment bei Anthropic bezifferte die Gefahr eines katastrophalen Ausgangs der KI-Entwicklung innerhalb der nächsten zehn Jahre auf über 10 Prozent. Inmitten dieser Entwicklungen wurde zudem bekannt, dass der Anthropic-Forscher Jacob Coxon von seinem Posten zurückgetreten ist.
