OpenAI-Finanzierung: 122 Milliarden Dollar in Series-G-Runde
20.06.2026 - 09:15:48 | boerse-global.de
Insgesamt flossen 122 Milliarden US-Dollar (etwa 114 Milliarden Euro) in die Series-G-Runde, angeführt von der japanischen SoftBank Group. Damit hat OpenAI seit seiner Gründung Kapital in Höhe von rund 180 Milliarden Dollar eingesammelt.
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Neben SoftBank beteiligten sich auch Tech-Giganten wie Microsoft, Nvidia, Amazon und Thrive Capital an der Runde. Rund drei Milliarden Dollar stammen von privaten Anlegern. Die Bewertung des Unternehmens lag zuletzt bei 852 Milliarden Dollar – ein Wert, der selbst die größten DAX-Konzerne wie SAP oder Siemens in den Schatten stellt.
Milliardenverluste trotz rasantem Umsatzwachstum
Doch die beeindruckenden Zahlen täuschen nicht über die finanziellen Herausforderungen hinweg. Laut durchgesickerten Daten für das Geschäftsjahr 2025 erzielte OpenAI zwar einen Umsatz von 13,07 Milliarden Dollar – mehr als eine Verdreifachung gegenüber den 3,7 Milliarden Dollar im Vorjahr. Gleichzeitig aber stiegen die Betriebsverluste auf 20,92 Milliarden Dollar.
Die Gründe liegen auf der Hand: Die Gesamtkosten beliefen sich auf 34 Milliarden Dollar. Allein Forschung und Entwicklung verschlangen 19,18 Milliarden Dollar. Die Vertriebs- und Marketingausgaben stiegen auf 5,73 Milliarden Dollar – rund 44 Prozent des Umsatzes. Hinzu kam eine einmalige Belastung von 41,55 Milliarden Dollar durch den Wechsel von der Non-Profit- zur Profit-Struktur.
Trotz dieser Verluste sitzt OpenAI dank der frischen Milliarden weiterhin auf einem soliden Cash-Polster. Ein erster Lichtblick: Ein Werbe-Pilotprojekt erzielte innerhalb von nur sechs Wochen einen annualisierten Umsatz von 100 Millionen Dollar.
Strategische Partnerschaft für KI-Zahlungen
OpenAI bereitet sich offenbar auf die Zukunft vor – und die heißt „Agentic Commerce“. Mitte Juni 2026 ging das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit Visa ein. Ziel ist es, sichere Zahlungsfunktionen direkt in KI-Plattformen zu integrieren. Die Zusammenarbeit ist Teil der Visa Intelligent Commerce Initiative.
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Doch damit nicht genug: OpenAI ist auch Partner beim Start des Tempo-Mainnets, einer Blockchain des Zahlungsdienstleisters Stripe und der Investmentfirma Paradigm. Diese nutzt ein spezielles Machine Payment Protocol (MPP) für automatisierte Zahlungen durch KI-Agenten. Parallel dazu launchte die Plattform Alchemy am 19. Juni AgentCard – eine Lösung, die KI-Agenten den Einsatz von Visa-Virtualkarten mit integrierten Ausgabenlimits ermöglicht.
Hochkarätige Neueinstellungen vor dem Börsengang
Mit Blick auf einen möglichen Börsengang im Herbst 2026 rüstet OpenAI personell auf. Noam Shazeer, Co-Autor des bahnbrechenden Papers „Attention Is All You Need“ und zuvor bei Google DeepMind, ist an Bord gekommen. Ab dem 6. Juli 2026 wird zudem Dean Ball, ehemaliger Regierungsberater für KI-Politik, ein neues „Strategic Futures“-Team leiten.
Die Nutzerzahlen von ChatGPT wachsen derweil rasant: 900 Millionen aktive Nutzer pro Woche nutzen den Chatbot inzwischen. Um den wachsenden Unternehmenskundenstamm zu bedienen, kann OpenAI bis Ende 2026 rund 300.000 zertifizierte Berater im Partnernetzwerk haben. Ein ehrgeiziges Ziel – doch bei den aktuellen Wachstumsraten scheint nichts unmöglich.
