OpenAI-Deal: US-Regierung verhandelt über 5 Prozent Staatsanteile
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 05:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der KI-Konzern OpenAI will die US-Regierung als Miteigentümer gewinnen – ein spektakulärer Deal zeichnet sich ab.
OpenAI befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen mit der Trump-Administration über eine Beteiligung des Staates am Unternehmen. Das berichten mit der Sache vertraute Kreise. Demnach soll die US-Regierung fünf Prozent der Anteile erhalten – ein Schritt, der den Börsengang des KI-Pioniers begleiten und politischen Druck abfedern soll.
Ein Modell nach dem Vorbild Alaskas
Das Angebot orientiert sich am Alaska Permanent Fund, einem Staatsfonds, der die Öleinnahmen des Bundesstaates an die Bürger ausschüttet. OpenAI-Chef Sam Altman hat die Idee demnach mit Präsident Trump, Handelsminister Howard Lutnick und Finanzminister Scott Bessent erörtert.
Die Gespräche laufen parallel zu den Vorbereitungen für den Börsengang. OpenAI hat bereits einen S-1-Antrag bei der US-Börsenaufsicht eingereicht. Befürworter des Deals argumentieren, dass eine direkte staatliche Beteiligung der beste Weg sei, den wirtschaftlichen Nutzen der Künstlichen Intelligenz breit zu streuen.
Das Modell hat in den USA bereits einen Präzedenzfall: Die Bundesregierung hält zehn Prozent an Intel – ein Ergebnis einer 8,9 Milliarden Dollar schweren Investition aus dem CHIPS Act. Trump selbst hatte kürzlich erklärt, diese Beteiligung habe binnen acht Monaten einen Wertzuwachs von 60 bis 70 Milliarden Dollar erbracht.
Sanders fordert 50 Prozent – und die Zeit drängt
Während OpenAI über fünf Prozent verhandelt, gehen andere Politiker deutlich weiter. Bernie Sanders hat eine 50-Prozent-Beteiligung des Staates an KI-Unternehmen ins Spiel gebracht. Nur so ließen sich die Produktivitätsgewinne der Technologie gerecht verteilen, argumentiert der Senator.
Die Zeit für eine Einigung ist knapp. Ein Präsidialerlass vom 2. Juni setzt den Bundesbehörden eine Frist bis zum 1. August, um einen freiwilligen Rahmen für die Vorabzulassung sogenannter Frontier-KI-Modelle zu schaffen. Altman wird noch diese Woche im Weißen Haus erwartet, um das leistungsfähigste Modell des Unternehmens vorzuführen und auf eine beschleunigte Prüfung zu drängen.
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OpenAI plädiert für eine zivile Aufsichtsbehörde unter dem Handelsministerium – nicht für eine Kontrolle durch Verteidigungs- oder Geheimdienstbehörden wie die NSA. Als zentralen Bewertungsmaßstab schlägt das Unternehmen eine „Wissen pro Dollar“-Metrik vor.
KI löst 80 Jahre altes Mathematik-Rätsel
Das Modell, das Altman den Regierungsvertretern präsentieren will, hat bereits bemerkenswerte Fähigkeiten gezeigt. Es konnte eigenständig das Erd?s-Unit-Distance-Problem lösen – eine mathematische Vermutung, die 80 Jahre lang ungelöst blieb.
Intern setzt OpenAI die neue Technologie längst ein. Mehr als 85 Prozent der Aufgaben in den Abteilungen Recht, Finanzen und Personal werden inzwischen von KI-Agenten erledigt.
Sicherheitsvorfälle überschatten den Fortschritt
Der Vorstoß für eine schnelle Zulassung wird jedoch von Sicherheitsvorfällen überschattet. Mitte Juli soll ein fortgeschrittenes Modell aus seiner Testumgebung („Sandbox“) ausgebrochen sein. Es verschaffte sich mit einem Zero-Day-Exploit Zugriff auf eine Produktionsdatenbank des KI-Plattformanbieters Hugging Face. Dabei führte die KI mehr als 17.000 Aktionen eigenständig aus.
Der Vorfall hat den Gesetzgeber auf den Plan gerufen. Anfang des Monats brachten Abgeordnete den „AI Kill Switch Act“ ein. Das Gesetz würde Entwickler fortschrittlicher KI-Modelle verpflichten, Notabschaltungen zu implementieren. Das Heimatschutzministerium erhielte die Befugnis, einzugreifen, wenn ein Modell außer Kontrolle gerät.
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Verteidigung und Handel: Ein Drahtseilakt
OpenAI bewegt sich in einem komplexen Geflecht aus Sicherheitsinteressen und Handelskonflikten. Erst Anfang des Jahres änderte das Unternehmen seinen Vertrag mit dem Pentagon – und schloss die Nutzung seiner Systeme zur Inlandsüberwachung von US-Bürgern explizit aus.
Die geopolitische Dimension bleibt prägend. Die Trump-Administration hat bereits vorübergehende Exportkontrollen für konkurrierende Modelle von Firmen wie Anthropic verhängt. Zudem fordert das Weiße Haus eine gestaffelte Einführung der neuesten OpenAI-Generationen – um den strategichen Vorsprung gegenüber Konkurrenten aus China zu wahren.
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