OpenAI-Deal, Milliarden

OpenAI-Deal: 42,6 Milliarden Euro für fünf Prozent Staatsanteil

04.07.2026 - 12:48:18 | boerse-global.de

OpenAI plant, der US-Regierung einen Milliarden-Anteil zu überlassen, um regulatorische Hürden vor dem Börsengang abzubauen.

OpenAI bietet US-Regierung fünf Prozent Anteil für 42,6 Milliarden Euro
OpenAI-Deal - Leuchtendes, platinenartiges menschliches Gehirn mit digitalen Datenströmen, überlagert von einer Silhouette des US-Kapitols. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

OpenAI steht offenbar kurz davor, der US-Regierung einen Anteil von fünf Prozent an dem Unternehmen zu überlassen. Der Deal könnte rund 42,6 Milliarden Euro wert sein.

Der Vorstoß von OpenAI-Chef Sam Altman zielt darauf ab, die Interessen des KI-Pioniers mit denen der Trump-Administration in Einklang zu bringen. Denn der Druck auf die Branche wächst: Die US-Regierung verschärft die Regulierung und die nationale Sicherheitskontrolle im Bereich der künstlichen Intelligenz. Altman hat den Plan eigenen Angaben zufolge bereits mit Präsident Trump, Finanzminister Bessent und Handelsminister Lutnick besprochen.

Staatsfonds als Vorbild

Das Modell erinnert an den Alaska Permanent Fund, einen öffentlichen Staatsfonds. Die Idee: Auch andere große KI-Firmen wie Google, Meta und Anthropic könnten sich beteiligen. Die Reaktionen der Branche fallen jedoch gemischt aus. Während OpenAI den Plan aktiv vorantreibt, befindet sich Anthropic nach eigenen Angaben nicht in entsprechenden Gesprächen. Ob sich andere Tech-Giganten beteiligen würden, ist völlig offen. Ein endgültiger Deal müsste zudem vom Kongress abgesegnet werden.

Regulatorischer Druck und historische Parallelen

Das Angebot kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen zwischen KI-Entwicklern und den US-Behörden zunehmen. OpenAI hatte zuletzt den Start seines Modells GPT-5.6 auf ausdrücklichen Wunsch der Regierung verschoben. Analysten sehen in dem angebotenen Anteil einen strategischen Schachzug: Vor dem geplanten Börsengang könnte OpenAI so regulatorische Hürden abbauen und sich politische Rückendeckung für künftige Modellveröffentlichungen sichern.

Anzeige

Während die US-Politik über Beteiligungen debattiert, schafft der EU AI Act bereits klare Fakten für den hiesigen Markt. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Es gibt durchaus Präzedenzfälle für staatliche Eingriffe in den Technologiesektor: Erst im August 2025 hatte die US-Regierung für 8,9 Milliarden Dollar einen Zehn-Prozent-Anteil an Intel erworben. Altman argumentiert, dass ein öffentlicher Anteil es den Bürgern ermöglichen würde, am Wohlstand durch KI zu partizipieren. Kritiker warnen dagegen vor Regulatory Capture – also einer Vereinnahmung der Aufsichtsbehörden durch die Industrie – und Interessenkonflikten.

Politische Debatte um die Zukunft der KI

Der Vorstoß fällt in eine grundsätzliche Debatte über die künftige Steuerung der KI. Präsident Trump hat per Dekret nationale Sicherheitsprüfungen für KI angeordnet, während Firmen wie Anthropic bereits mit Exportkontrollen konfrontiert sind. Die politischen Reaktionen auf die Idee öffentlicher Beteiligungen könnten unterschiedlicher kaum sein: Während OpenAI fünf Prozent anbietet, fordert Senator Bernie Sanders einen weit radikaleren Ansatz – 50 Prozent öffentliches Eigentum durch Steuern auf KI-Firmen.

Anzeige

Die zunehmende Regulierung von KI-Systemen stellt Unternehmen vor komplexe Herausforderungen bei der rechtssicheren Anwendung. Welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und was Verantwortliche jetzt konkret tun müssen, klärt dieser kostenlose Report zur neuen EU-KI-Verordnung auf. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum AI Act sichern

Da sowohl OpenAI als auch Anthropic offenbar vertraulich Börsengänge angemeldet haben, könnte der Ausgang dieser Gespräche ihre Marktbewertung und künftige Unabhängigkeit massiv beeinflussen.

SoftBank startet Cloud-Projekt SB Neo

Parallel zu diesen Entwicklungen hat der japanische Mischkonzern SoftBank ein neues US-Cloud-Geschäft namens SB Neo gestartet. Das in Delaware registrierte Unternehmen gehört zu 51 Prozent der SoftBank Corp. und zu 49 Prozent der SoftBank Group. SB Neo plant den Start von Cloud-Diensten im Geschäftsjahr 2027 und will seine Kapazität bis etwa 2030 auf zehn Gigawatt ausbauen – unter Nutzung eines bestehenden Rechenzentrums-Campus in Ohio. Zur Finanzierung seiner Expansion sucht SoftBank einen Kredit über zehn Milliarden Dollar, der durch seinen OpenAI-Anteil besichert werden soll. Die kumulierten Investitionen des Konzerns in den KI-Entwickler werden derzeit auf rund 65 Milliarden Dollar geschätzt.

de | wissenschaft | 69687291 |