OpenAI-Börsengang, Billionen-Bewertung

OpenAI-Börsengang: Billionen-Bewertung angepeilt, Termin offen

04.07.2026 - 03:25:11 | boerse-global.de

OpenAI hat vertraulich einen Börsenantrag bei der SEC eingereicht. Analysten sehen einen möglichen Börsenwert von einer Billion Euro, während eine staatliche Beteiligung von fünf Prozent geplant ist.

OpenAI reicht Börsenantrag ein: Milliardenbewertung und Staatsbeteiligung
OpenAI-Börsengang - Eine stilisierte Rakete aus Schaltkreisen startet in den Nachthimmel, ihr Schweif bildet einen Börsenkurs, symbolisiert einen Tech-Börsengang. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der vertrauliche S-1-Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC wurde bereits im Juni 2026 eingereicht. Ein konkreter Börsentermin steht jedoch noch nicht fest – Insidern zufolge könnte sich das Debüt sogar bis 2027 verschieben.

Milliardenschwere Bewertungsziele

Branchenanalysten taxieren den angestrebten Börsenwert von OpenAI auf rund eine Billion Euro. Zum Vergleich: In einer Finanzierungsrunde Anfang des Jahres wurde das Unternehmen noch mit umgerechnet etwa 795 Milliarden Euro bewertet. Die mögliche Verzögerung des Börsengangs hängt offenbar mit der aktuellen Marktvolatilität zusammen – insbesondere die jüngsten schwachen Börsendebüts von Unternehmen wie SpaceX haben die Finanzberater von OpenAI verunsichert.

Der Rivale Anthropic zog bereits Anfang Juni 2026 nach und reichte ebenfalls einen Börsenantrag ein. Die Bewertung liegt hier bei umgerechnet rund 900 Milliarden Euro.

OpenAI erzielte im Januar 2026 einen annualisierten Umsatz von über 18,7 Milliarden Euro. Doch die Kehrseite: Die Kapitalkosten sind enorm. Für das laufende Jahr werden Verluste von etwa 13 Milliarden Euro erwartet. Laut internen Prognosen könnte das Unternehmen frühestens im Zeitraum 2029 bis 2030 profitabel werden.

Staatliche Beteiligung geplant

Parallel zum Börsengang verfolgt OpenAI ein ungewöhnliches Modell: Die US-Regierung soll fünf Prozent der Unternehmensanteile erhalten. Bei aktueller Bewertung entspricht das einem Wert von rund 40 Milliarden Euro.

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Sam Altman, CEO von OpenAI, hat den Vorschlag bereits mit mehreren politischen Größen diskutiert – darunter Vertreter der Trump-Administration, Handelsminister Howard Lutnick und Finanzminister Scott Bessent. Das Modell orientiert sich am Alaska Permanent Fund, einem staatlichen Vermögensfonds.

Kritiker warnen vor möglicher Regulierungsgefangenschaft und Interessenkonflikten. Eine Umsetzung würde die formelle Zustimmung des US-Kongresses erfordern. Konkurrenten wie Anthropic haben sich bislang nicht an ähnlichen Gesprächen beteiligt.

Meilensteine und Infrastruktur

Der Börsenantrag fällt mit mehreren technischen Erfolgen zusammen. Im Juni 2026 knackte ChatGPT die Marke von einer Milliarde monatlich aktiver Nutzer. Zudem stellte OpenAI am 24. Juni 2026 seinen ersten maßgeschneiderten Inferenz-Chip fertig. Der Chip mit dem internen Codenamen "Jalapeño" soll die Betriebskosten deutlich senken.

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Auch die Einnahmequellen werden breiter aufgestellt: Seit dem Start der Werbeplattform im Februar 2026 ist diese nun in sieben Märkten aktiv. Bis Jahresende erwartet das Unternehmen Einnahmen von umgerechnet rund 2,3 Milliarden Euro aus diesem Segment.

Auf der Finanzierungsseite hat SoftBank die Verhandlungen über einen Milliardenkredit wieder aufgenommen. Der japanische Mischkonzern will zehn Milliarden Euro leihen – besichert durch seine bestehende Beteiligung an OpenAI. Das Kreditkonsortium umfasst Goldman Sachs, JPMorgan und Mizuho. SoftBank hat bislang über 56 Milliarden Euro in OpenAI und zugehörige Infrastrukturprojekte gesteckt und muss Anfang 2027 eigene Schulden bedienen.

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