OpenAI-Ausfall: ChatGPT und DALL-E stundenlang offline
29.05.2026 - 06:39:34 | boerse-global.deEin globaler Server-Ausfall hat am Freitag die Dienste von OpenAI lahmgelegt. Millionen Nutzer weltweit konnten stundenlang nicht auf ChatGPT, DALL-E oder die Entwickler-API zugreifen.
Betroffen waren sowohl der bekannte Chatbot ChatGPT als auch das Programmier-Tool Codex, die Bild-KI DALL-E, das Videomodell Sora und die Schnittstelle für Entwickler. Die Störung traf Nutzer auf Webplattformen und in mobilen Apps gleichermaßen. Viele berichteten von Fehlermeldungen, nicht ladbaren Chat-Verläufen und gescheiterten Login-Versuchen.
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Besonders stark betroffen: USA und Indien
Die Ausfälle konzentrierten sich auf mehrere Regionen, wobei die USA und Indien besonders hohe Meldezahlen verzeichneten. Laut Daten des Portals Downdetector gingen allein aus den USA über 4.300 Störungsmeldungen ein, aus Indien weitere 266. Sowohl Privatkunden als auch Geschäftskunden waren von den technischen Problemen betroffen. Eine offizielle Stellungnahme von OpenAI zur Ursache der Panne lag zunächst nicht vor.
Vorboten einer instabilen Phase
Der Ausfall am 29. Mai ist kein Einzelfall. Bereits an mehreren Tagen im Mai – darunter der 21., 26., 27. und 28. – hatte der Überwachungsdienst StatusGator für OpenAI-Dienste den Status „Warnung“ ausgegeben. Das Unternehmen befindet sich derzeit in einer Phase der Umstellung seiner Produktpalette. Erst am Donnerstag aktualisierte OpenAI das Modell GPT-5.5 Instant. Gleichzeitig stehen ältere Versionen vor der Abschaltung: GPT-4.5 soll am 27. Juni 2025 vom Netz gehen, das Modell OpenAI o3 am 26. August 2025. Bereits Mitte März hatte das Unternehmen die GPT-5.1-Modelle eingestellt.
Konkurrenz in den Startlöchern
Während des Ausfalls wiesen Marktbeobachter auf Alternativen hin. Für allgemeine Anfragen und Recherchen bieten sich Google Gemini, Anthropics Claude und Perplexity AI an. Entwickler, die unter der Codex- und API-Panne litten, können auf GitHub Copilot, Cursor oder DeepSeek ausweichen.
Der Ausfall kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Wettbewerb im KI-Sektor immer intensiver wird:
- Trainings-Infrastruktur: Erst am Donnerstag gab SpaceX bekannt, einen eigenen KI-Training-Stack entwickelt zu haben, der mit 220.000 Nvidia-GPUs arbeitet und deutlich schneller sein soll als bestehende Frameworks.
- Sicherheitsforschung: Eine am Mittwoch veröffentlichte Cisco-Studie zeigt, dass moderne KI-Modelle zunehmend anfällig für mehrstufige iterative Angriffe sind. Während GPT 5.4 bei einzelnen Angriffen eine niedrige Schwachstellenrate von 2,74 Prozent aufwies, stieg dieser Wert bei mehrstufigen Interaktionen auf 24,68 Prozent.
- Rechtliche Entwicklungen: Bereits im März hatte ein Gericht in Rom ein 15-Millionen-Euro-Datenschutzbußgeld gegen OpenAI aufgehoben. Die Begründung: Die italienische Behörde sei nicht zuständig gewesen, da OpenAIs federführende EU-Aufsichtsbehörde seit Anfang 2024 in Irland ansässig ist.
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OpenAI hat derzeit 703 offene Stellen ausgeschrieben, während der Konkurrent Anthropic auf 390 offene Positionen kommt. Die Nachfrage von Unternehmen nach KI-Diensten bleibt indes hoch – Berichten zufolge erreichen einige Großverträge für Rechenleistung monatliche Volumina von über einer Milliarde Euro.
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