OpenAI-Abhörfall: Ex-Mitarbeiter drohen bis zu fünf Jahre Haft
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 01:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-Justiz befasst sich in einer ersten Anhörung mit dem Fall des ehemaligen OpenAI-Mitarbeiters Abdulrahman Alfozan. Der 35-jährige saudische Staatsangehörige war am Freitag, dem 9. Oktober 2026, durch das FBI festgenommen worden, nachdem er heimlich ein Abhörgerät im Konferenzraum der Führungsebene in der OpenAI-Zentrale in San Francisco installiert haben soll. Dem Beschuldigten wird das unbefugte Abfangen mündlicher Kommunikation zur Last gelegt. Er befindet sich derzeit in Bundeshaft.
Fund im Konferenzraum und interne Ermittlungen
Laut der Anklageschrift hatte Alfozan, der seit Juli 2025 im Produktteam des KI-Unternehmens beschäftigt war, das Gerät um den 28. September 2026 in einem USB-Port eines Fernsehers im Vorstandskonferenzraum angebracht. Um das Vorhaben zu tarnen, war die Apparatur in Toilettenpapier gewickelt; ihre Daten waren verschlüsselt.
Am 30. September 2026 entdeckte OpenAI das Aufnahmegerät, das über fortschrittliche Verschlüsselung, Audioüberwachung und Funktionen zur Datenübertragung unter Umgehung interner Monitoring-Systeme verfügte, und schaltete umgehend das FBI ein.
Bei der Aufklärung setzte OpenAI auch auf eigene Modelle künstlicher Intelligenz, mit deren Hilfe sowohl die Herkunft des Geräts analysiert als auch der Tatverdächtige identifiziert werden konnte. Videoaufnahmen belegten, dass sich Alfozan an mehreren Tagen vor der Entdeckung in der Nähe des Raumes aufgehalten hatte, obwohl er über keine Zutrittsberechtigung für diesen Bereich verfügte.
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Am 5. Oktober 2026 betrat er den Raum erneut und sah hinter den Fernseher. Am selben Tag wurde in einem anderen Raum eine herrenlose Tasche entdeckt, die seine Geldbörse, seinen Ausweis sowie ein zweites Aufnahmegerät enthielt.
Ermittler stellten zudem verdächtige digitale Spuren fest. Ein mit Alfozans Ehepartner verknüpftes Chatbot-Konto hatte zwischen dem 24. und 30. September 2026 wiederholt Anleitungen zum Bau, Verstecken und Fernzugriff von Audiorekordern sowie zur Verschlüsselung von SD-Karten abgefragt.
Am 27. und 28. September 2026 bezogen sich die Suchanfragen gezielt auf ein konkretes Modell inklusive dessen MAC-Adresse. Zuvor hatte dasselbe Benutzerkonto über ein Produktivitätstool interne Daten zu Gebäudeadressen, Raumkapazitäten, Kalendern und Tagungsorten von Führungs- und Partnertreffen abgerufen.
Nationale Sicherheit im Fokus
Nach der Entdeckung des Abhörgeräts am 30. September 2026 schränkte OpenAI die Systemzugriffe des Ingenieurs schrittweise ein, bevor er am 9. Oktober 2026 zeitgleich mit dem Zugriff der Bundesbehörden entlassen wurde. Nach Unternehmensangaben gibt es keine Anzeichen dafür, dass unbefugt auf Modellgewichte, Quellcode oder Kundendaten zugegriffen wurde oder solche Informationen abgeflossen sind.
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Die Bundesanwaltschaft misst dem Vorgang erhebliche Tragweite bei. US-Staatsanwalt Craig Missakian stufte das Verfahren als Angelegenheit der nationalen Sicherheit ein. Die Anklagevertretung übernimmt Staatsanwalt Nicolas Parker mit Unterstützung von Kate Tagert aus der Abteilung für nationale Sicherheit des US-Justizministeriums.
FBI-Direktor Kash Patel betonte, Ziel des Einsatzes sei das Abhören sensibler Gespräche über künftige Superintelligenz-Technologien gewesen. Der Schutz US-amerikanischer Innovationen im Bereich der künstlichen Intelligenz besitze für die Spionageabwehr höchste Priorität.
Die Ermittlungen des FBI dauern an. Im Falle einer verurteilung drohen Alfozan bis zu 5 Jahre Freiheitsstrafe, eine Geldstrafe von 250.000 US-Dollar sowie eine 3-jährige Bewährungszeit. Eine Haftprüfung ist für den 19. Oktober 2026 vor US-Magistrat Alex G. Tse angesetzt.
