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Open USD: 140 Unternehmen starten Stablecoin-Rivale gegen Circle

05.07.2026 - 03:40:03 | boerse-global.de

Ein breites Firmenbündnis lanciert den Stablecoin Open USD und setzt Circle mit einem neuen Zinsmodell massiv unter Druck.

Open USD Stablecoin: Neues Konsortium fordert Circle heraus
Open - Eine stilisierte, leuchtende digitale Münze, umgeben von einem Netzwerk aus Linien und Datenströmen, vor einem Finanzdaten-Hintergrund. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Juni 2026 den Stablecoin Open USD (OUSD) vorgestellt – und bringt damit den Markt für digitale Zahlungen gehörig in Bewegung.

Open USD: Ein neues Modell für stabile Kryptowährungen

Der Open Standard Consortium, angeführt von CEO Zach Abrams, vereint namhafte Größen wie Visa, Mastercard, Stripe, BlackRock, Coinbase und Google. Das Besondere an OUSD: Anders als bei etablierten Stablecoins fließen die Zinserträge aus den hinterlegten Reserven nicht an den Emittenten, sondern an die Unternehmen, die den Token prägen und halten.

Die Ankündigung schlug sofort Wellen. Die Aktien von Circle, Betreiber des konkurrierenden Stablecoins USDC, brachen am 30. Juni um über 16 Prozent ein. Kein Wunder: Circle erwirtschaftet rund 96 Prozent seiner Einnahmen aus den Zinserträgen der Reserven. Das OUSD-Modell mit gebührenfreier Prägung und Rücknahme sowie gemeinschaftlicher Governance trifft das Unternehmen direkt im Kern seines Geschäftsmodells.

Circle selbst verweist auf die etablierte Liquidität und regulatorische Stellung von USDC. Doch der Start von OUSD auf der Solana-Blockchain – mit geplanten Erweiterungen auf Stellar, Base und Polygon – ist eine ernstzunehmende Kampfansage.

Allerdings rudern einige der genannten Partner zurück. Samsung und die Krypto-Börse Upbit dementierten am 3. und 4. Juli eine formelle Mitgliedschaft im Konsortium. Coinbase hingegen gilt als strategischer Teilnehmer: Die Börse steht im August 2026 vor der Neuverhandlung ihrer Gewinnbeteiligung mit Circle.

Malaysia zwingt Zahlungsnetze zur Öffnung

Während private Anbieter um Marktanteile kämpfen, treiben Regulierungsbehörden die Vereinheitlichung voran. Die malaysische Zentralbank Bank Negara Malaysia (BNM) veröffentlichte am 30. Juni den Interoperable Fund Transfer Framework (IFTF).

Das neue Regelwerk schreibt vor, dass proprietäre QR-Zahlungsnetze bis zum 30. Juni 2028 abgeschafft werden müssen. Während der Übergangsphase dürfen keine neuen Händler mehr an geschlossene Systeme angebunden werden. Ziel ist der flächendeckende Zugang zu Konto-zu-Konto-Überweisungen und grenzüberschreitenden QR-Zahlungen.

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Malaysia reiht sich damit in einen Trend ein, der in Südostasien bereits Fahrt aufgenommen hat. Singapur setzt mit SGQR auf einen einheitlichen Standard, und auch die Philippinen treiben mit QR Ph die Digitalisierung voran.

Echtzeit-Zahlungen erobern neue Märkte

Die Expansion staatlich gestützter Echtzeitsysteme schreitet unvermindert voran. Am 30. Juni 2026 schaltete Griechenland die Unified Payments Interface (UPI) frei – das indische Echtzeitsystem, das inzwischen fast die Hälfte aller weltweiten Echtzeittransaktionen abwickelt. Allein im Juni wurden rund 129,3 Milliarden Transaktionen über UPI verarbeitet.

In Europa treibt die Europäische Zentralbank ihr TARGET Instant Payment Settlement (TIPS) voran. Die Plattform wickelt Zahlungen innerhalb von zehn Sekunden ab – zu Kosten von gerade einmal 0,002 Euro pro Transaktion. Acht Großbanken aus Frankreich, Deutschland und Spanien haben bereits zugesagt. Die erste grenzüberschreitende Zahlung wurde erfolgreich zwischen der spanischen CaixaBank und der französischen Natixis abgewickelt.

Auf den Philippinen zeigt sich der Erfolg der Digitalstrategie: Im ersten Halbjahr 2026 entfielen bei großen lokalen Händlern 55 Prozent des Zahlungsvolumens auf QR Ph – ein sprunghafter Anstieg von 16 Prozent im Vergleichszeitraum 2025.

PayPal setzt auf biometrische Bezahlverfahren

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Auch an der Ladentheke tut sich etwas. PayPal führte im Juni 2026 sein Passkey-Checkout-System in den USA, Großbritannien, Deutschland und Australien ein. Das biometrische Verfahren steigerte die Konversionsrate bei wiederkehrenden Kunden um 18 bis 22 Prozent. Stripe und Shopify arbeiten an ähnlichen Lösungen; Stripe will sein Passkey-System im dritten Quartal 2026 für die Allgemeinheit freigeben.

Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) setzen verstärkt auf digitale Lösungen. Laut aktuellen Branchendaten planen 36 Prozent der international aktiven US-KMU, 2026 FinTech-Dienstleister für grenzüberschreitende Zahlungen zu nutzen – 2025 waren es noch 30 Prozent. Zwar setzen 69 Prozent weiterhin auf traditionelle Banken, doch die Nutzung von Stablecoins und Kryptowährungen für Unternehmensüberweisungen könnte auf 17 Prozent steigen – vorausgesetzt, die regulatorischen Rahmenbedingungen klären sich durch Gesetzesinitiativen wie den GENIUS Act.

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