Open USD: 140+ Konzerne starten Stablecoin auf Solana
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 06:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Anfang Juni gab ein Zusammenschluss von mehr als 140 Unternehmen die Gründung des Open USD (OUSD) Konsortiums bekannt. Zu den Mitgliedern der Initiative gehören namhafte Akteure wie Visa, Mastercard, Stripe, BlackRock, Coinbase, Google und Shopify. Unter der Leitung von CEO Zach Abrams ist die Einführung des Stablecoins OUSD für den weiteren Verlauf des Jahres 2026 auf der Solana-Blockchain geplant.
Technologische Basis und Marktauswirkungen
Das Konsortium beabsichtigt, den OUSD auf Solana ohne Gebühren und ohne Volumenbeschränkungen einzuführen. Die Wahl der technischen Basis unterstreicht die wachsende Bedeutung des Netzwerks im Sektor digitaler Währungen.
Im Februar 2026 wickelte Solana bereits etwa 36 % des globalen Stablecoin-Volumens ab. Dabei hält die Währung USDC derzeit einen Marktanteil von über 65 % auf dieser Blockchain, was einem Wert von rund 9,2 Milliarden US-Dollar entspricht.
Die Ankündigung des neuen Konsortiums löste deutliche Reaktionen an den Finanzmärkten aus; so fielen die Aktien des Konkurrenten Circle nach Bekanntgabe der Pläne um etwa 15 %. Das Marktsegment für US-Dollar-Stablecoins wird derzeit auf rund 310 Milliarden US-Dollar taxiert. Analysten von Standard Chartered prognostizieren bis zum Jahr 2028 ein massives Wachstum dieses Marktes auf ein Volumen von 2 Billionen US-Dollar.
Konsortienbildung als globaler Trend im Finanzsektor
Neben der OUSD-Initiative verfolgen auch andere Akteure ähnliche Kooperationsmodelle. Das im Juni 2026 angekündigte Projekt ZLUSD der Early Warning Services, einem Konsortium aus sieben Banken hinter dem US-Zahlungsdienst Zelle, zielt speziell auf grenzüberschreitende Zahlungen ab.
In Europa hat sich die Gruppe Qivalis formiert, der 37 Finanzinstitute angehören. Mit dem Projekt Euro On-Chain (EUOC) strebt das Konsortium an, die Dominanz des US-Dollars im Stablecoin-Markt zu verringern, der derzeit über 99 % des Volumens ausmacht.
Mit über 140 Unternehmen – darunter Visa, Mastercard und BlackRock – plant das Open-USD-Konsortium einen Stablecoin auf Solana. Für Anleger ergeben sich daraus neue Chancen, aber auch Risiken. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie den Markt einordnen und Ihre Strategie anpassen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Auch im asiatischen Raum intensivieren Unternehmen ihre Bemühungen. In Südkorea wurden allein im ersten Halbjahr 2026 mehr als zwölf Absichtserklärungen im Bereich Stablecoins unterzeichnet. Unter anderem schlossen die Coupang und die Woori Bank im Juli Tests für Echtzeit-Abwicklungen ab, während die BC Card gemeinsam mit Coinbase Zahlungen in USDC erprobte.
In Japan testet die MUFG die Blockchain-basierte Abwicklung für den Markt der Staatsanleihen-Repos, der ein Volumen von 270 Billionen Yen beziehungsweise 1,7 Billionen US-Dollar umfasst. Ziel ist es, die Abwicklungsdauer von mehreren Tagen auf einen sofortigen Austausch zu verkürzen. Ein kommerzieller Rollout wird für die Geschäftsjahre 2027 bis 2029 erwartet.
Integration in bestehende Zahlungsökosysteme
Die Einbindung digitaler Währungen in klassische Finanzinfrastrukturen schreitet voran. Mitte August integrierte Visa Stablecoin-basierte Ein- und Auszahlungen in seinen Dienst Visa Direct.
Der Zahlungsdienstleister Stripe gab zudem am 17. August die Übernahme von OpenRouter für mehr als 7 Milliarden US-Dollar bekannt. Das Unternehmen nutzt Prepaid-Einlagen und verlangt für Kryptotransaktionen eine Gebühr von 5 %, verglichen mit 5,5 % bei Kartenzahlungen.
Die Stablecoin-Branche wächst rasant: Analysten erwarten bis 2028 ein Volumen von 2 Billionen US-Dollar. Doch mit dem Wachstum steigen auch die regulatorischen Unsicherheiten. Unsere Checkliste hilft Ihnen, sichere Zahlungswege zu wählen und typische Fallstricke zu vermeiden. Checkliste für sichere Krypto-Zahlungen sichern
Chris Britt, CEO des Finanzdienstleisters Chime, der ebenfalls am Open USD Konsortium teilnimmt, betonte in diesem Zusammenhang, dass Stablecoins gemeinsame Rahmenbedingungen benötigen, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen.
Parallel dazu beteiligt sich Polygon Labs an der zweiten Phase eines Labors der Bank of England für das digitale Pfund, um grenzüberschreitende Zahlungsflüsse mit Stablecoins zu testen. Auch Ripple treibt die Anwendung seines RLUSD voran, der für automatisierte Protokolle von Google und Mastercard optimiert ist und bereits an koreanischen Börsen gelistet wurde.
