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Open USD: 140 Konzerne lancieren neue Stablecoin ohne Gebühren

02.07.2026 - 13:33:43 | boerse-global.de

Großbanken und Tech-Firmen lancieren mit Open USD eine gebührenfreie B2B-Stablecoin. BlackRock verwaltet die Reserven.

Open USD: Neues Stablecoin-Konsortium mit Visa und BlackRock
Open - Digitale Darstellung eines Stablecoin-Symbols in einem globalen Netzwerk, das moderne Finanztransaktionen und digitale Zahlungen symbolisiert. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mehr als 140 Unternehmen aus Finanz- und Technologiesektor haben sich zusammengeschlossen, um mit Open USD (OUSD) eine neue Stablecoin für den Geschäftskunden-Zahlungsverkehr zu lancieren. Die Ankündigung erfolgte zwischen dem 30. Juni und 1. Juli 2026.

Die Initiative wird von der Non-Profit-Organisation Open Standard geleitet. Zu den Teilnehmern zählen Schwergewichte wie Visa, Mastercard, Stripe, Coinbase und BlackRock. Das Besondere: Unternehmen können den an den Dollar gekoppelten Token ohne Mengenbegrenzung oder Transaktionsgebühren prägen und einlösen.

Ertrag aus Reserven wird geteilt

Ein zentrales Element des Modells ist die Verteilung der Erträge, die aus den hinterlegten Reserven der Stablecoin erwirtschaftet werden. Diese fließen an die Konsortiums-Mitglieder zurück. BlackRock soll die Verwaltung der Reserve-Assets übernehmen. Der vollständige kommerzielle Start ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.

Die technische Architektur und der genaue regulatorische Status werden derzeit noch finalisiert. Der Protokollentwurf sieht vor, den Anforderungen des US-amerikanischen GENIUS Act zu entsprechen.

Schockwellen durch den Markt

Die Ankündigung schickte am 1. Juli 2026 die Aktie von Circle, dem Emittenten der konkurrierenden Stablecoin USDC, auf Talfahrt. Marktbeobachter berichteten von einem Kursrückgang zwischen 15 und 17 Prozent.

Branchenanalysten sehen in dem gebührenfreien Modell eine potenzielle Bedrohung für traditionelle Korrespondenzbankgebühren innerhalb der nächsten drei Jahre. Der globale Markt für grenzüberschreitende B2B-Zahlungen wird auf rund 150 Billionen Dollar jährlich geschätzt. Carolyn Weinberg von BNY prognostiziert, dass der gesamte Stablecoin-Markt bis 2030 ein Volumen von 1,5 Billionen Dollar erreichen könnte.

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Visa und Mastercard forcieren Blockchain-Integration

Die Konsortiums-Gründung fällt mit verstärkten Bemühungen der großen Zahlungsnetzwerke zusammen, Blockchain-Technologie in ihre Kernprozesse einzubinden. Auf dem Paris Payments Forum am 1. Juli 2026 berichtete Visa, dass tokenisierte Transaktionen in der Region Zentral-, Mittel- und Osteuropa sowie Afrika (CEMEA) im Jahr 2026 auf 70 Prozent gestiegen sind – 2023 lag der Wert noch bei 26 Prozent.

Visas annualisierte Stablecoin-Abwicklungsrate erreichte im März 2026 rund 7 Milliarden Dollar. Die Abwicklungsvolumina in der CEMEA-Region vervielfachten sich im vergangenen Jahr nahezu um das Sechzigfache.

Auch Mastercard baute sein globales Abwicklungsnetz aus. Am 1. und 2. Juli 2026 bestätigte das Unternehmen die Unterstützung für On-Chain-Abwicklungen mit regulierten Stablecoins wie USDC, PYUSD und RLUSD. Damit sind Abwicklungen innerhalb eines Tages, an Wochenenden und Feiertagen über mehrere Blockchains möglich – ein deutlicher Fortschritt gegenüber den oft trägen traditionellen Abwicklungszyklen.

Unternehmen setzen zunehmend auf Stablecoins

Eine Umfrage von Cybrid unter 468 Führungskräften, die zwischen dem 28. April und 4. Mai 2026 durchgeführt wurde, zeigt eine wachsende Akzeptanz: 42 Prozent der Unternehmen nutzen Stablecoins bereits für grenzüberschreitende Transaktionen. 88 Prozent der Befragten gaben an, die Technologie innerhalb der nächsten zwölf Monate einführen zu wollen.

Die durchschnittlichen Kosteneinsparungen liegen demnach bei 35 Prozent. Bei Unternehmen mit monatlichen Volumina über einer Million Dollar steigen sie sogar auf 47 Prozent.

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Neue Wege für Investmentfonds

Im Investmentsektor entstehen ebenfalls neue Anwendungen. Am 30. Juni 2026 führten Coinbase und Spiko einen Dienst ein, der es Anlegern in der Europäischen Union ermöglicht, UCITS-Geldmarktfonds rund um die Uhr mit USDC und EURC zu zeichnen oder zurückzugeben. Die Abwicklung erfolgt über das Base-Netzwerk und ersetzt die herkömmlichen, oft mehrtägigen Settlement-Fristen.

Aktuelle Daten von EY-Parthenon und Coinbase zeigen, dass 88 Prozent der institutionellen Anleger T+0-Abwicklungsgeschwindigkeiten für Fondsgeschäfte als äußerst attraktiv bewerten.

Fireblocks, ein wichtiger Partner für den OUSD-Start, meldete für das Quartal Stablecoin-Volumen von 76 Milliarden Dollar im B2B-Zahlungsverkehr und 19 Milliarden Dollar bei Händlerabrechnungen. Das Unternehmen stellt derzeit die Infrastruktur für mehr als 100 Banken und 300 Zahlungsorganisationen bereit.

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