Open-Source-Arbeitsplatz, Schweiz

Open-Source-Arbeitsplatz: Schweiz ersetzt Microsoft 365 bis 2027

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 14:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach erfolgreicher Prüfung beginnt die Schweiz mit dem Aufbau eines quelloffenen Arbeitsplatzes. Bis Ende 2027 sollen 3000 Beschäftigte folgen.

Schweiz startet Open-Source-Arbeitsplatz für 3000 Bundesangestellte
Ein minimalistischer und ordentlicher Büroarbeitsplatz in einem Schweizer Verwaltungsgebäude bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Schweizer Bundesverwaltung bereitet den Einsatz einer unabhängigen Software-Lösung für ihre Angestellten vor. Nach einer erfolgreichen Machbarkeitsstudie hat die Bundeskanzlei den Start eines Programms für einen Open-Source-Arbeitsplatz bekannt gegeben, der bis Ende 2027 tausende Arbeitsplätze umfassen soll.

Der Schweizer Bundesrat hat am 3. September 2026 über den erfolgreichen Abschluss der Machbarkeitsstudie „PoC BOSS“ berichtet. Im Rahmen dieses Projekts wurde geprüft, inwieweit eine Open-Source-Alternative zur gängigen Software-Suite Microsoft 365 in der Bundesverwaltung praktikabel ist. Die Ergebnisse der Untersuchung fielen laut Regierungsangaben positiv aus, womit der Weg für eine schrittweise Einführung bereitet ist.

Erfolgreiche Testphase mit Opendesk

Die Grundlage für die Entscheidung bildete eine umfassende Testphase, an der insgesamt 172 Mitarbeitende der Bundesverwaltung teilnahmen. Diese testeten im Rahmen des Projekts die Software-Lösung „Opendesk“. Ziel war es, die Leistungsfähigkeit von quelloffener Software im täglichen Behördenbetrieb unter realen Bedingungen zu evaluieren.

Die Machbarkeitsstudie kam zu dem Schluss, dass die Lösung grundsätzlich für die Anforderungen der Verwaltung geeignet ist. Dennoch wurden während der Testläufe auch technische Grenzen identifiziert.

Insbesondere bei der Durchführung von großen Videokonferenzen stieß die Open-Source-Lösung laut dem Bundesrat an ihre Kapazitätsgrenzen. Diese Einschränkungen müssten in der weiteren Entwicklung und Implementierung berücksichtigt werden, um einen reibungslosen Dienstbetrieb sicherzustellen.

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Ambitionierter Rollout bis Ende 2027

Bereits am 2. September 2026 informierte die Schweizer Bundeskanzlei über den offiziellen Start des Programms für den Open-Source-Arbeitsplatz. Die Planung sieht vor, dass die Lösung in den kommenden Monaten sukzessive ausgerollt wird. Bis Ende 2027 sollen bereits 3000 Bundesangestellte mit dem neuen System arbeiten.

Dieser Schritt gilt als strategische Maßnahme, um die digitale Souveränität der Bundesverwaltung zu stärken und die Abhängigkeit von einzelnen software-Herstellern zu verringern. Mit dem Fokus auf Open-Source-Lösungen verfolgt die Schweiz das Ziel, flexibler auf IT-Anforderungen reagieren zu können und gleichzeitig die Kontrolle über die genutzte Infrastruktur zu erhöhen.

Finanzielle Mittel und Phasenplanung

Für die Umsetzung der ersten Phase des Programms wurden signifikante Mittel bereitgestellt. Wie die Bundeskanzlei am 2. September 2026 mitteilte, belaufen sich die Kosten für diesen ersten Abschnitt auf 9 Mio. Franken. Diese Summe deckt den Aufbau der notwendigen Strukturen und die erste Phase der Implementierung ab.

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Die Bundesverwaltung betont, dass der Übergang zu einer quelloffenen Arbeitsumgebung als Ergänzung und Alternative zur bestehenden Infrastruktur zu verstehen ist. Durch die schrittweise Erhöhung der Nutzerzahlen auf 3000 Personen soll sichergestellt werden, dass die IT-Systeme stabil bleiben und die identifizierten Schwachstellen, etwa im Bereich der Videokommunikation, behoben werden können.

Die weitere Entwicklung des Programms wird maßgeblich davon abhängen, wie effizient die Open-Source-Lösungen in die bestehende komplexe IT-Landschaft der Schweiz integriert werden können.

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