Ontario plant Hörgeräte-Reform: Ohrhörer-Funktionen sollen freigeschaltet werden
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 02:23 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Provinzregierung von Ontario plant umfassende Gesetzes- und Regulierungsänderungen, um den Verkauf und die Nutzung von rezeptfreien Hörgeräten für Erwachsene mit leichtem bis mittlerem Hörverlust zu ermöglichen.
Voraussetzung für den freien Verkauf ist eine offizielle Zulassung der Geräte durch die Bundesbehörde Health Canada. Wie die Regierung mitteilte, soll der Schritt Herstellern von In-Ear-Kopfhörern ermöglichen, integrierte Hörgerätefunktionen nach Inkrafttreten der neuen Vorschriften für Nutzer in der Provinz freizuschalten.
Bisher galt in Ontario eine strikte Rezeptpflicht: Hörhilfen durften ausschließlich nach Vorlage einer Verordnung durch einen Arzt oder Audiologen erworben werden.
Einige kabellose Ohrhörer mit integrierter Hörgerätefunktion verfügen zwar bereits über eine entsprechende Zulassung von Health Canada, ihre medizinischen Funktionen sind jedoch innerhalb Ontarios aufgrund der bisherigen Regulierung ohne Rezept deaktiviert.
Die vorgeschlagene Gesetzesanpassung ist Teil des Regierungsprogramms „Health Innovation Pathway“. Sie befindet sich derzeit im Entwurfsstadium und erlangt erst nach Verabschiedung Gültigkeit.
Mehr Wahlmöglichkeiten für Betroffene
Gesundheitsministerin Sylvia Jones hob hervor, dass die geplanten Regeln den Verbrauchern mehr Wahlfreiheit und Flexibilität im Umgang mit Hörbeeinträchtigungen bieten sollen. Raymond Cho, Minister für Senioren, erklärte hierzu, dass frei verkäufliche Optionen den Betroffenen eine persönliche Wahl ermöglichten und gleichzeitig den Zugang zur professionellen Versorgung offenhalten würden.
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Die Neuregelung soll das bestehende Gesundheitssystem nicht ersetzen, sondern ergänzen. Die Provinzregierung betonte, dass das etablierte Verschreibungsmodell über Fachpersonal vollständig erhalten bleibt. Auch das staatliche Assistive Devices Program wird durch die Reform nicht angetastet.
Bestehende Förderprogramme bleiben unberührt
Das Förderprogramm Assistive Devices Program übernimmt weiterhin bis zu 75 Prozent der Kosten für ärztlich verschriebene Hörgeräte, wobei die Obergrenze bei 500 US-Dollar pro Gerät liegt.
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Rezeptfrei erworbene Over-the-Counter-Modelle sind von dieser staatlichen Kostenübernahme hingegen ausgeschlossen. Die Regierung stellt damit klar, dass frei verkäufliche Geräte lediglich ein zusätzliches Angebot darstellen und bestehende Unterstützungsleistungen nicht ablösen.
Konkrete Einzelheiten zur Ausgestaltung der Reform will die Provinzregierung im Rahmen des anstehenden Fall Economic Statement 2026 veröffentlichen, das spätestens am 15. November 2026 vorgelegt werden soll.
Daran anschließend sind die formalen Anpassungen der regulatorischen Vorschriften vorgesehen. Ein fester Zeitplan für das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren oder den konkreten Verkaufsstart rezeptfreier Geräte steht derzeit noch nicht fest.
