Onswik bei Typ-2-Diabetes: 52 statt 365 Insulinspritzen pro Jahr
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 03:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die medikamentöse Behandlung von Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes erfährt durch die Einführung langwirksamer Präparate eine Veränderung der Anwendungsfrequenz.
Mit der im September 2026 durch die US-Gesundheitsbehörde FDA erteilten Zulassung von Insulin efsitora alfa-gobe, das unter dem Handelsnamen Onswik geführt wird, steht Patienten künftig eine wöchentliche Behandlungsoption zur Verfügung. Das Präparat ist als Ergänzung zu Diät und Bewegung vorgesehen.
Klinische Evidenz des QWINT-Studienprogramms
Die behördliche Entscheidung stützt sich auf die Ergebnisse des QWINT-Phase-3-Programms, an dem mehr als 3.400 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes in vier unterschiedlichen Studien teilnahmen. In sämtlichen Untersuchungen wurde der primäre Endpunkt der Nichtunterlegenheit gegenüber den täglich zu verabreichenden Vergleichspräparaten Insulin glargin U-100 und Insulin degludec U-100 erreicht, wobei die Marge bei 0,4 Prozentpunkten lag.
Detaillierte Auswertungen der Einzelstudien belegen die Wirksamkeit unter verschiedenen Bedingungen:
- QWINT-1: Bei 795 insulinnaiven Teilnehmern in Ländern wie Argentinien, Mexiko und den USA führte die wöchentliche Gabe von Efsitora über 52 Wochen zu einer Senkung des A1C-Wertes um 1,19 Punkte. Im Vergleich dazu erreichte die Gruppe mit täglichem Glargin eine Senkung um 1,16 Punkte. Bemerkenswert war hier die Anzahl der Dosisanpassungen, die bei Onswik median bei zwei lag, während bei Glargin acht Anpassungen erforderlich waren.
- QWINT-2: In dieser global angelegten Studie mit 928 Teilnehmern, unter anderem aus Deutschland, Brasilien und China, wurde die Zeit im Zielbereich (Time in Range) gemessen. Diese lag bei Onswik mit 64,3 % höher als bei der täglichen Gabe von Degludec (61,2 %).
- QWINT-3: Diese Untersuchung konzentrierte sich auf 986 Probanden, die bereits zuvor eine Basalinsulin-Therapie erhalten hatten. Hier zeigten sich schwerwiegende Nebenwirkungen bei 16 % der Onswik-Nutzer gegenüber 11 % in der Degludec-Gruppe.
- QWINT-4: In einer Kombinationstherapie mit dem Mahlzeiteninsulin Lispro wurde Onswik bei 730 Erwachsenen über 26 Wochen getestet. Die Senkung des A1C-Wertes betrug 1,01 Punkte gegenüber 1,00 Punkten bei täglichem Glargin.
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Dosierung und Anwendung im praktischen Einsatz
Ein wesentlicher Aspekt der neuen Therapieform ist die Reduktion der Injektionsfrequenz. Laut Angaben des Herstellers Eli Lilly können durch die wöchentliche Dosierung im Vergleich zu täglichen Anwendungen mehr als 300 Injektionen pro Jahr eingespart werden. Während bei täglicher Gabe 365 Injektionen anfallen, reduziert sich dies bei Onswik auf 52 pro Jahr.
Die Dosierung beginnt regulär mit 100 Einheiten pro Woche. In Intervallen von vier Wochen kann eine Steigerung auf 150, 250 oder maximal 400 Einheiten erfolgen.
Das Insulin wird im sogenannten KwikPen in zwei Konzentrationen angeboten: 500 Einheiten/ml (insgesamt 1.500 Einheiten pro Pen) und 1.000 Einheiten/ml (insgesamt 3.000 Einheiten pro Pen). Die Halbwertszeit des Wirkstoffs wird mit 15 bis 16 Tagen angegeben.
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Marktumfeld und Sicherheitshinweise
Onswik ist nach der Zulassung von Novo Nordisks Awiqli im März 2026 das zweite wöchentliche Basalinsulin auf dem US-Markt. Während Awiqli laut aktueller Planung im November 2026 in Märkten wie Israel eingeführt werden soll, ist der genaue Starttermin für Onswik in dieser Region noch offen. In den USA wird die Markteinführung in den kommenden Monaten erwartet; Informationen zu Preisgestaltung und Erstattungsmodalitäten liegen noch nicht vor.
Das im September 2026 aktualisierte Label enthält deutliche Warnhinweise. Es wird vor schwerer Hypoglykämie, versehentlicher Überdosierung und allgemeinen Medikationsfehlern gewarnt. Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass das Insulin nicht mit einer Spritze aus dem Pen entnommen werden darf.
Für Patienten mit Typ-1-Diabetes wird das Präparat aufgrund eines erhöhten Risikos für schwere Unterzuckerungen nicht empfohlen. Auch für Kindern sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit liegt keine Empfehlung vor. Als häufigste Nebenwirkungen gelten neben Unterzuckerung auch allergische Reaktionen, Reaktionen an der Einstichstelle sowie Gewichtszunahme und periphere Ödeme.
An der Börse reagierte die Aktie von Eli Lilly am 25. September 2026 verhalten und notierte an der NYSE nahezu unverändert bei 1.183,46 US-Dollar. Das Unternehmen hat seine nächste Zahlenkonferenz für das dritte Quartal auf den 29. Oktober 2026 terminiert. In Europa, Mexiko und Japan verfügt Onswik bereits über eine Zulassung.
