Online-Shopping ab Juli: Zollfreigrenze entfällt, 3-Euro-Gebühr kommt
06.06.2026 - 00:30:10 | boerse-global.de
Aktuelle Zahlen der DZ Bank zeigen: Im laufenden Jahr liegt sie bei 10,2 Prozent – nach 10,3 Prozent im Vorjahr und 11,2 Prozent im Jahr 2024. Hauptgrund sind die hohen Energiepreise, angetrieben durch den Konflikt im Iran und die Sperrung der Straße von Hormus.
Eigenmarken boomen, Markenprodukte verlieren
Die Deutschen reagieren darauf mit veränderten Einkaufsgewohnheiten. Eine YouGov-Studie belegt: Der Marktanteil von Eigenmarken stieg von 41 Prozent im Jahr 2021 auf 47 Prozent im Jahr 2025. Besonders bei Nahrungsfetten, Heißgetränken und Süßwaren greifen Kunden verstärkt zu günstigeren Alternativen.
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Etablierte Markenprodukte haben das Nachsehen. 15 der 17 reichweitenstärksten Dachmarken verloren im vergangenen Jahr Käufer. Vor allem jüngere Konsumenten scheinen Marken weniger wichtig zu nehmen. Fast ein Drittel des Markenumsatzes wurde 2024 über Sonderangebote generiert – preisbewusstes Einkaufen ist längst Routine.
Zollfreigrenze fällt: Online-Shopping wird teurer
Ab dem 1. Juli 2026 ändern sich die Regeln für Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern. Die bisherige Zollfreigrenze von 150 Euro entfällt. Plattformen wie Temu oder Shein verlieren damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Pro Sendung wird künftig eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro fällig. Hinzu kommt die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent – bei Lebensmitteln oder Büchern ermäßigt auf 7 Prozent. Das dürfte das Bestellverhalten bei internationalen Händlern spürbar verändern.
Weniger Social Media, mehr KI
Auch das digitale Verhalten wandelt sich – und das hat Auswirkungen auf Konsumimpulse. Eine Postbank-Digitalstudie aus dem Frühjahr 2026 zeigt: Die Deutschen verbringen durchschnittlich 67,4 Stunden pro Woche online, fünf Stunden weniger als im Vorjahr. Die Nutzung sozialer Medien fiel von 71 auf 64 Prozent.
Gleichzeitig gewinnt Künstliche Intelligenz an Bedeutung: 38 Prozent der Befragten nutzen bereits KI-Anwendungen.
Neue Renten-Option für Minijobber
Ab dem 1. Juli 2026 können Minijobber ihre Befreiung von der Rentenversicherungspflicht einmalig rückgängig machen. Bei einer Verdienstgrenze von 603 Euro im Monat erwerben sie dann vollwertige Pflichtbeitragszeiten. Das sichert Ansprüche auf Erwerbsminderungsrenten oder Reha-Leistungen.
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Geldvermögen wächst langsamer, Inflation bleibt hoch
Die Rahmenbedingungen für den Vermögensaufbau bleiben schwierig. Das Geldvermögen der Deutschen wächst 2026 voraussichtlich nur um 3,2 Prozent auf 10,2 Billionen Euro. Zum Vergleich: 2025 waren es 4,7 Prozent, 2024 sogar 7,4 Prozent.
Die Inflationsprognosen der DZ Bank liegen bei 3,2 Prozent für 2026 und 3,1 Prozent für 2027. Eine echte Entlastung deutet sich frühestens 2027 an: Dann soll die Einkommensteuer reformiert werden. Geplant ist unter anderem eine Anhebung des Grundfreibetrags, der 2026 bei 12.348 Euro liegt. Bundesfinanzminister Klingbeil verspricht, rund 95 Prozent der Beschäftigten finanziell zu entlasten. Die genaue Ausgestaltung des Spitzensteuersatzes und die Gegenfinanzierung sind aber noch offen.
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