Online-Handel: Intersport testet Kreislauf-Rücksendungen ab Juli
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 19:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Jeder zweite Händler kämpft mit sinkenden Umsätzen, während asiatische Plattformen Rekordmarken erreichen. Jetzt setzt die Branche auf Kreislauflogistik und smarte Software.
Intersport testet Kreislauf-Rücksendungen
Ein Pilotprojekt zwischen Intersport und der Post startete im Juli 2026. Das Modell sieht vor: Retournierte Waren landen nicht mehr automatisch im Zentrallager, sondern gehen direkt zum nächsten Käufer. Das spart Transportwege und Verpackungsmaterial.
Die Idee: Weniger Etappen, weniger Ressourcenverbrauch. Und das ohne Einbußen bei der Liefergeschwindigkeit für den Kunden. Ein smarter Ansatz in Zeiten steigender Logistikkosten.
Händler unter Druck: Jeder Zweite verliert Umsatz
Die Händlerbund-Jahresstudie 2026 zeigt ein düsteres Bild. 60 Prozent der befragten Online-Händler sind unzufrieden mit der Geschäftsentwicklung. Über die Hälfte meldet sinkende Umsätze. Der Konkurrenzdruck? Für 69 Prozent der Betriebe massiv gestiegen.
Hauptkostentreiber bleibt die Retourenquote. 72 Prozent – das bedeutet: Von zehn Bestellungen gehen mehr als sieben zurück. Ein teurer Spaß für die Händler.
Doch nicht nur physische Ware ist betroffen. Ein Indie-Entwickler verzeichnete für einen im Juli 2025 veröffentlichten Steam-Titel eine Rückgabequote von 21 Prozent. Bei rund 260.000 Verkäufen ein herber Verlust.
Smarte Software gegen Retouren-Frust
Intersport zeigt, wie Kreislauf-Rücksendungen Retourenkosten senken. Der Praxisleitfaden liefert die 3 wichtigsten Hebel für Ihren Online-Shop – von der Kreislauflogistik-Checkliste bis zum S/4HANA-Migrationsplan. Jetzt Praxisleitfaden anfordern
Das Münchner Unternehmen Parcellab setzt auf bessere Kommunikation nach dem Kauf. Das Ergebnis: Anfragen zum Sendungsstatus (sogenannte WISMO-Anfragen) sanken um 30 Prozent. Weniger Nachfragen bedeuten weniger Kosten im Kundenservice und höhere Wiederkaufsraten.
Auch in der Lagerlogistik tut sich was. Peoples Post implementierte im Frühjahr 2026 eine neue Software im Lager Gonesse. Ziel: eine Million Pakete effizienter koordinieren. SAP wiederum integriert Transport- und Lagerverwaltung in S/4HANA. Der Clou: Das Wartungsende für ältere Systeme (LE-TRA) ist für 2030 beziehungsweise 2033 festgesetzt – die Zeit drängt.
Asiatische Plattformen auf Rekordkurs
Der deutsche E-Commerce-Markt wuchs im zweiten Quartal 2026 um 5,1 Prozent. Doch das Wachstum geht vor allem auf das Konto asiatischer Plattformen. Temu, Shein und AliExpress erreichten einen Rekordmarktanteil von 5,3 Prozent. Im Modesektor wird jede sechste Bestellung über diese Anbieter abgewickelt.
Ein Pauschalzoll von drei Euro, eingeführt zum 1. Juli? Zeigte bislang kaum Wirkung. Die Marktdynamik ist stärker als die Regulierung.
Neue Regeln für Briefe und Plattformen
Asiatische Plattformen drängen in den Markt – Ihr Gegenzug: Retourenquote senken und Kosten drücken. Der Leitfaden zeigt, wie Sie mit smarter Software und Kreislauflogistik Ihre Marge schützen. Retourenkosten senken – Leitfaden sichern
Seit der Postgesetz-Novelle 2025 haben sich die Zustellzeiten für Briefe verlängert. Die Post strebt nun an, 95 Prozent der Sendungen bis zum dritten Werktag zuzustellen. In der Praxis heißt das: gebündelte Zustelltage und niedrigere Stückkosten.
Parallel läuft ein Verfahren der Bundesnetzagentur gegen eBay. Der Vorwurf: unzureichende Informationen über Kontosperrungen und Rückerstattungsprozesse – ein Verstoß gegen den Digital Services Act (DSA). Die Regulierung holt die Plattformen ein.
