Online-Handel, Wachstum

Online-Handel: +4,3 Prozent Wachstum während Läden stagnieren

04.06.2026 - 13:51:34 | boerse-global.de

Der Online-Handel wächst 2026 dreimal so stark wie der stationäre Einzelhandel. KI-Assistenten gewinnen an Vertrauen, während die Sparquote der Haushalte sinkt.

Diginex recompone su cúpula directiva ante el ultimátum de Nasdaq - Bild: über boerse-global.de
Diginex recompone su cúpula directiva ante el ultimátum de Nasdaq - Bild: über boerse-global.de

Die Digitalisierung des Handels beschleunigt sich: Immer mehr Deutsche kaufen online ein und vertrauen dabei auf künstliche Intelligenz. Gleichzeitig steigt der Kostendruck auf die Haushalte.

Online-Handel wächst deutlich stärker als der stationäre Einzelhandel

Der HDE Online-Monitor 2026 zeigt eine zunehmende Kluft zwischen digitalem und klassischem Handel. Der nominale Online-Umsatz in Deutschland soll 2026 um 4,3 Prozent steigen, während der stationäre Einzelhandel nur mit einem Plus von 1,6 Prozent rechnen kann. Bereits 2025 erzielten Online-Händler einen Umsatz von 92 Milliarden Euro – ein Anstieg um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Besonders dynamisch entwickelt sich der Lebensmittel- und Drogeriebereich: Hier legten die Online-Umsätze um 10,4 Prozent zu. Auch die ältere Generation entdeckt das digitale Einkaufen für sich: Die Zahl der Online-Käufer über 55 Jahre stieg um 3,1 Prozent. In der Bekleidungsbranche ist der Wandel besonders deutlich: 65 Prozent der Verbraucher kaufen Kleidung und Schuhe inzwischen überwiegend online.

KI als vertrauenswürdiger Einkaufsberater

Künstliche Intelligenz verändert grundlegend, wie Verbraucher Kaufentscheidungen treffen. Eine Umfrage unter 1.000 Teilnehmern im Alter von 15 bis 65 Jahren vom April 2026 zeigt: 60 Prozent der Käufer vertrauen KI-Assistenten mehr als herkömmlichen Kundenbewertungen. Offenbar suchen Verbraucher nach algorithmischer, objektiver Unterstützung – vor allem, um Sparpotenziale zu identifizieren.

Doch die Technologie hat Grenzen: 60 Prozent der Befragten lehnen autonome Käufe ab, bei denen KI-Systeme Transaktionen ohne menschliches Zutun abschließen. Die Botschaft ist klar: KI ist als Beratungswerkzeug für Budgetplanung und Produktauswahl willkommen, aber die finale Kontrolle über die Ausgaben wollen die Deutschen selbst behalten.

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Steigender Kostendruck und sinkende Sparquote

Die Hinwendung zu digitalen Werkzeugen und KI-Unterstützung fällt in eine Zeit wachsender finanzieller Belastung. Die Sparquote der deutschen Haushalte sinkt: Laut DZ Bank soll sie 2026 auf 10,2 Prozent fallen, nach 10,3 Prozent im Jahr 2025 und 11,2 Prozent im Jahr 2024. Analysten führen diesen Rückgang vor allem auf gestiegene Energiekosten zurück.

Die Inflationsrate wird für 2026 auf 3,2 Prozent prognostiziert, mit einer leichten Entspannung auf 3,1 Prozent im Jahr 2027. Das gesamte private Geldvermögen soll 2026 zwar um 3,2 Prozent auf 10,2 Billionen Euro wachsen – doch das ist eine deutliche Verlangsamung gegenüber den Vorjahren (4,7 Prozent 2025, 7,4 Prozent 2024). Kein Wunder also, dass Verbraucher verstärkt auf digitale Helfer setzen, um ihre Ausgaben in diesem schwierigen Umfeld zu optimieren.

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