Online-Betrug, Insolvenzen

Online-Betrug nimmt zu: 5.000 Insolvenzen locken Betrüger an

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 02:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Kriminelle nutzen die hohe Zahl an Firmenpleiten für raffinierte Online-Betrugsmaschen. Verbraucherschützer warnen vor Vorkasse-Zahlungen.

Betrugswelle im Netz: Gefälschte Insolvenz-Verkäufe und Fake-Shops
Online-Betrug nimmt zu: 5.000 Insolvenzen locken Betrüger an Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Verbraucherschützer und Polizeibehörden schlagen Alarm: Kriminelle nutzen die aktuelle Wirtschaftslage für immer raffiniertere Betrugsmaschen im Internet. Die Warnungen, die Mitte Juli 2026 veröffentlicht wurden, zeigen ein erschreckendes Bild.

Gefälschte Insolvenz-Verkäufe in Deutschland

Die Verbraucherzentrale Hessen warnte am 13. Juli 2026 vor betrügerischen E-Mails, die angeblich „Restbestände" aus Insolvenzverfahren anbieten. Die Masche: Verbraucher erhalten verlockende Angebote für stark reduzierte Ware – angeblich von pleitegegangenen Unternehmen. Die Täter verlangen Vorkasse, liefern aber nie.

„Prüfen Sie die Echtheit eines Insolvenzverfahrens immer über offizielle Rechtsregister", rät die Verbraucherzentrale. Wer bereits gezahlt hat, soll sofort die Bank kontaktieren und Anzeige bei der Polizei erstatten.

Der Hintergrund dieser Betrugswelle ist düster: Laut dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) gab es im zweiten Quartal 2026 knapp 5.000 Unternehmensinsolvenzen in Deutschland – der höchste Wert seit 21 Jahren. Allein im Juni 2026 waren es 1.702 Fälle, ein Anstieg von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Hohe Zinsen, steigende Kosten und wirtschaftliche Unsicherheit treiben immer mehr Firmen in die Pleite.

Internationale Fahndung nach Fake-Shops

Der Betrug im Online-Handel ist ein globales Problem. Australische Behörden meldeten am 13. Juli 2026 allein 303 gemeldete Fake-Shops mit einem Gesamtschaden von umgerechnet rund 680.000 Euro. Die Polizei hat bereits 139 betrügerische Websites vom Netz genommen.

Anzeige

Online-Shopping und mobiles Bezahlen bergen Risiken, wenn die Grundeinstellungen Ihres Geräts nicht sicher sind. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Maßnahmen, mit denen Sie Ihr Smartphone effektiv vor Kriminellen schützen. Jetzt gratis herunterladen und WhatsApp, PayPal & Co. endlich sicher nutzen

In Indien warnte die Cybersicherheitsbehörde Telangana vor angeblichen „Flash Sales" auf Plattformen, die seriöse E-Commerce-Riesen imitieren. Direktorin Shikha Goel erklärte, dass Kriminelle über WhatsApp, Telegram und SMS Links zu gefälschten Websites verschicken. Ein klares Warnsignal: Zahlungen werden außerhalb des offiziellen Systems per UPI oder QR-Code verlangt.

Auch in Vietnam sind Betrüger aktiv: Sie locken mit gebrauchten oder reduzierten Waren, kassieren Anzahlungen oder den vollen Kaufpreis – und liefern dann gar nicht oder falsche Artikel.

Saisonale Abzocke und Phishing-Welle

Die Kriminellen passen ihre Maschen geschickt an aktuelle Bedürfnisse an. Die Verbraucherzentrale Sachsen berichtete am 13. Juli 2026 von einem Fall, bei dem ein Kunde während einer Hitzewelle eine mobile Klimaanlage bestellte. Trotz Bezahlung per digitalem Zahlungsdienst erhielt er weder Bestätigung noch Ware.

Anzeige

Wer beim Online-Einkauf auf Nummer sicher gehen will, braucht zuverlässige Bezahlsysteme und das nötige Wissen über deren Schutzfunktionen. Das kostenlose Startpaket führt Sie Schritt für Schritt durch die sichere Einrichtung und Nutzung von PayPal inklusive Käuferschutz. Gratis-Startpaket: PayPal sicher einrichten und nutzen

Besonders perfide: Am 12. Juli 2026 warnten Experten vor Phishing-Mails, die angeblich von der Sparkasse stammen. Die Nachrichten behaupten, ein „pushTAN"-Update sei nötig, und locken Empfänger auf gefälschte Seiten, um Bankzugänge zu stehlen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät: Prüfen Sie Absenderadressen und URLs genau, bevor Sie auf E-Mails Ihrer Bank reagieren.

Drei goldene Regeln für sicheres Online-Shopping

Die Behörden sind sich einig: Mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen können Verbraucher sich schützen.

Zahlungssicherheit: Vermeiden Sie Vorkasse oder Überweisungen auf private Konten. Nutzen Sie die offiziellen Zahlungssysteme etablierter Plattformen – sie bieten besseren Schutz.

Prüfpflicht: Kontrollieren Sie die URL einer Website auf kleine Rechtschreibfehler. Sie verraten oft eine Fälschung. Nutzen Sie offizielle digitale Ausweise für Behördengänge oder Finanzdienstleistungen.

Sofort handeln: Wer Verdacht schöpft, sollte Beweise wie Screenshots sichern, umgehend die Bank informieren und Anzeige bei der Polizei erstatten. In Deutschland hilft die Verbraucherzentrale weiter.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69762649 |