Online-Betrug, Opfer

Online-Betrug: Jeder vierte Deutsche ist bereits Opfer geworden

19.06.2026 - 15:36:22 | boerse-global.de

KI-gestützte Werbung und professionelle Maschen treiben die Zahl der Betrugsopfer in die Höhe. Verbraucherschützer fordern schärfere Regeln.

Schufa-Studie: Jeder vierte Deutsche von Online-Betrug betroffen
Online-Betrug - Eine Hand manipuliert ein digitales Interface, auf dem KI-generierte Werbeanzeigen und Finanzdaten zu sehen sind, die Online-Betrug symbolisieren. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das belegt eine aktuelle Schufa-Erhebung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Besonders perfide: Kriminelle setzen zunehmend Künstliche Intelligenz und professionelle Marketingstrategien ein, um hohe Renditen vorzutäuschen.

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KI-generierte Werbung als Einfallstor

Die Methoden werden immer raffinierter. In Altenburg verlor ein 80-Jähriger rund 42.000 Euro. Mitte Mai klickte er auf eine KI-generierte Werbeanzeige, die einen bekannten Politiker für betrügerische Investments instrumentalisierte. Die Täter verschafften sich Fernzugriff auf seinen Computer und übernahmen das Online-Banking. Die Polizei konnte immerhin rund 28.000 Euro sichern.

Ein Fall aus dem Landkreis Greiz zeigt die Masche über soziale Medien. Ein 75-Jähriger überwies zwischen Mai und Juni mehrere vierstellige Beträge – angelockt durch ein Investmentangebot auf Instagram. Die Hintermänner täuschten ein angebliches Guthaben von 75.000 US-Dollar vor. Als das Opfer eine Auszahlung forderte, verlangten die Betrüger weitere Zahlungen. Der Gesamtschaden: über 25.000 Euro.

BaFin und BZSt schlagen Alarm

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnte Mitte Juni explizit vor den Plattformen novadiusmanagement.com und .ai. Der Betreiber bietet dort Finanzdienstleistungen ohne Erlaubnis an und wirbt mit einer wahrheitswidrigen Regulierung in den USA.

Parallel dazu warnt das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) vor einer neuen Phishing-Welle, die gezielt Krypto-Investoren ins Visier nimmt. Die Betreffzeilen lauten etwa „Dringend: Krypto-Steuerprüfung“. Die Absender drohen mit Bußgeldern von bis zu 500.000 Euro, um sensible Daten zu erpressen. Das BZSt stellt klar: Die Behörde kommuniziert grundsätzlich nicht per E-Mail.

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Politik fordert nationale Strategie

Die Verbraucherschutzminister der Länder trafen sich am heutigen Donnerstag in Potsdam und forderten eine nationale Strategie gegen Fake-Shops und Online-Betrug. Konkrete Maßnahmen: strengere Identitätsprüfungen bei Domain-Registrierungen und bessere Sperrmöglichkeiten für betrügerische Seiten.

Die Zahlen belegen die Dringlichkeit. Allein in Thüringen entstand 2025 ein Schaden von rund 600.000 Euro durch Fake-Shops. Ramona Pop, Chefin des vzbv, sagte: „Aufklärung allein reicht nicht mehr.“ Sie fordert wirksamere Regeln und konsequentere Strafverfolgung. Denn durch Deepfakes und KI werden die Betrugsmaschen immer schwerer zu durchschauen.

Internationale Dimension

Die Professionalität der Strukturen zeigt sich auch global. In Ho-Chi-Minh-Stadt leiteten die Behörden Mitte Juni Anklage gegen fast 200 Personen ein. Ihnen wird Betrug mit Urlaubsverträgen vorgeworfen. Unter dem Deckmantel von Reiseunternehmen verkauften sie Verträge mit hohen Renditeversprechen. Der Gesamtschaden: über 612 Milliarden VND.

Einen Teilerfolg erzielten deutsche Ermittler am 17. Juni. Bei Durchsuchungen in Niedersachsen und Bremen nahmen sie fünf Verdächtige fest. Ihnen wird bandenmäßiger Betrug vorgeworfen: Mit gefälschten Daten hoben sie Bargeld in Millionenhöhe ab.

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