Online-Betrug, Indien

Online-Betrug in Indien: 119 Festnahmen und 900.000 Euro zurückgegeben

02.07.2026 - 19:19:26 | boerse-global.de

Indische Polizei zahlt Millionen an Online-Betrugsopfer zurück und geht mit Razzien gegen Cyberkriminelle vor.

Indien: Massen-Razzien und Millionen-Rückzahlungen an Betrugsopfer
Online-Betrug - Indischer Polizist in Uniform übergibt einem Zivilisten einen Geldstapel, symbolisch für die Rückgewinnung von Geldern aus Cyberbetrug. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Allein in dieser Woche wurden mehr als acht Crore Rupien (rund 900.000 Euro) an Geschädigte zurückgezahlt.

Großrazzia in Lucknow: 119 Festnahmen

In einer koordinierten Aktion am Mittwoch stürmte die Polizei von Lucknow ein betrügerisches Callcenter im 11. Stock eines Geschäftsgebäudes. Unter dem Decknamen „Solaris Solution" betrieben die Täter eine hochprofessionelle Anlage – und das vorwiegend nachts. Die Beamten nahmen 119 Verdächtige fest und beschlagnahmten 100 Laptops sowie 178 Mobiltelefone. Die Bande soll mit einer Spezialsoftware technische Betrugsmaschen durchgeführt haben.

Visakhapatnam: 6 Crore Rupien auf der „Cybercrime Refund Mela"

Bereits am Donnerstag veranstaltete die Polizei von Visakhapatnam die dritte Auflage ihrer „Cybercrime Refund Mela". Innenministerin V. Anitha überreichte persönlich Schecks im Gesamtwert von 6,02 Crore Rupien an 310 Betrugsopfer. Die Summe ist beeindruckend – doch sie ist nur ein Teil des Erfolgs: Insgesamt hat die Polizei der Stadt in drei solcher Veranstaltungen bereits 28,49 Crore Rupien an rund 1.550 Geschädigte zurückgegeben.

Die Rückholaktion erforderte eine enge Zusammenarbeit zwischen Polizei, Banken, Zahlungsdienstleistern und der Justiz. Nur so gelang es, die illegalen Transaktionen einzufrieren und das Geld sicherzustellen.

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Surat: 2,5 Crore Rupien zurück – und weitere Verfahren laufen

Auch in Gujarat zeigt die Polizei von Surat Erfolge. Unter dem Programm „Tera Tujhko Arpan" wurden in der ersten Jahreshälfte 2026 bereits 2,52 Crore Rupien an 61 Betrugsopfer ausgezahlt. Polizeichef Anupam Singh Gahlaut, der erst am Mittwoch zum neuen Kommissar von Ahmedabad ernannt wurde, trieb die Aktion voran.

Doch das ist noch nicht alles: Die Behörden haben gerichtliche Anordnungen für weitere Rückzahlungen in Höhe von 13,38 Crore Rupien für 1.824 Antragsteller erwirkt. Zudem stehen weitere 7 Crore Rupien für 1.690 Geschädigte zur Entscheidung an – ein Lok Adalat (Schiedsgericht) soll am 11. Juli darüber beraten.

CBI schlägt zu: „Digital Arrest"-Betrüger gefasst

Die Bundesermittlungsbehörde CBI hat am Dienstag einen Mann aus Karnal (Haryana) festgenommen. Er soll einen Senior aus Madhya Pradesh mit der Masche des „digitalen Hausarrests" um 25,65 Lakh Rupien (rund 28.500 Euro) gebracht haben. Die CBI konnte bisher 2,65 Lakh Rupien sicherstellen und an das Opfer zurückzahlen. Der Fall war im April nach einer Anweisung des Obersten Gerichtshofs von der CBI übernommen worden.

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Prävention: „Operation Surakshit Cyberspace" gestartet

Die Polizei von Gujarat setzt nicht nur auf Verfolgung, sondern auch auf Vorbeugung. Seit Mittwoch läuft die 28-tägige „Operation Surakshit Cyberspace". Ziel ist es, Frauen und Kinder im Netz zu schützen. Die Kampagne will 25 Lakh Bürger erreichen – mit Programmen in 10.000 Schulen und 1.500 Colleges im gesamten Bundesstaat.

Parallel dazu geht die Polizei gegen sogenannte „Mule-Konten" vor. In Sopore (Jammu und Kashmir) wurde am Mittwoch ein Ermittlungsverfahren gegen Personen eingeleitet, die ihre Bankkonten für organisierte Betrugsbanden zur Verfügung stellten. Solche Konten werden genutzt, um Geld aus Anlagebetrug, Phishing und UPI-Betrug zu waschen. Die Behörden warnen: Wer seine Bankdaten weitergibt oder Konten für andere führt, macht sich strafbar.

Die nationale Hotline 1930 steht rund um die Uhr für Meldungen verdächtiger Aktivitäten zur Verfügung.

de | wissenschaft | 69675303 |