Online-Betrug, Deutschen

Online-Betrug: 73 Prozent der Deutschen bereits Ziel von Kriminellen

02.07.2026 - 12:26:37 | boerse-global.de

Phishing-Angriffe auf ZKB, PayPal und Airbnb nehmen rasant zu. Deepfake-Fälle steigen um 1.300 Prozent.

Online-Betrugswelle: Banken, Reiseportale und Plattformen betroffen
Online-Betrug - Eine Hand hält ein Smartphone mit einer Phishing-E-Mail, im Hintergrund verschwommen ein Laptop mit Banking-Apps. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders betroffen sind Nutzer von Online-Banking, Reiseportalen und Handelsplattformen. Die Methoden werden raffinierter, die Fallzahlen explodieren.

Gezielte Angriffe auf Bankkunden

Mehrere koordinierte Phishing-Wellen rollen derzeit über die Schweiz und Deutschland hinweg. Im Visier stehen Kunden der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Sie erhalten gefälschte E-Mails, die zur Bestätigung ihrer Telefonnummer auffordern. Das Ziel: der vollständige Zugriff auf das eBanking.

Die Täter wollen Vertragsnummern, Passwörter und sogar Scans von Aktivierungsbriefen erbeuten. Damit registrieren sie eigene Geräte für den Kontozugriff.

Ähnliche Muster zeigen sich bei PayPal. Betrüger nutzen eine 48-Stunden-Masche, setzen ihre Opfer unter Zeitdruck. Der Vorwand: eine notwendige Aktivitätsprüfung, um eine Kontosperre zu vermeiden. Auch Kunden der österreichischen bank99 und regionaler Sparkassen sind betroffen.

Die Zahlen sind alarmierend: Laut einer Mastercard-Untersuchung waren bereits 73 Prozent der Deutschen Ziel eines Betrugsversuchs. Das BSI stellt fest: Jeder zehnte Bundesbürger ist von Online-Kriminalität betroffen. Besonders rasant wächst der Deepfake-Betrug – die Fallzahlen stiegen um rund 1.300 Prozent. Der Schaden durch CEO-Fraud belief sich 2025 auf 2,8 Milliarden Euro.

Reiseportale und Handelsplattformen im Fokus

Auch im Reisesektor wird die Lage brenzlig. Marktanalysen von Saily und Nordstellar belegen: Die Betrugsaktivitäten bei Airbnb sind seit Anfang 2023 um das 30-Fache gestiegen. Die Täter kapern verifizierte Gastgeber-Konten, um Vertrauen vorzutäuschen.

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Bei booking.com nutzen Kriminelle echte Reiseinformationen in Phishing-Mails. So erhöhen sie die Glaubwürdigkeit und gelangen an Kreditkartendaten.

Auf der Handelsplattform Vinted ermitteln mehrere Landeskriminalämte. Der Verdacht: Über getarnte Angebote für Spielzeug zu extrem hohen Preisen könnten illegale Aktivitäten abgewickelt werden. Zeitgleich warnen Verbraucherschützer vor einer Welle gefälschter Paket-SMS – pünktlich zum Ferienbeginn, im Namen von DHL oder Hermes.

Harte Strafen und Prävention

Der juristische Druck auf Betrüger steigt. Das Amtsgericht Krefeld verurteilte den Ex-Geschäftsführer des Ankaufportals Cleverbuy zu zwei Jahren und acht Monaten Haft. Dem Unternehmen wurde ein Schneeballsystem vorgeworfen – gebrauchte Geräte wurden als Neuware verkauft. Der Schaden liegt im mittleren sechsstelligen Bereich, über 1.300 Strafanzeigen gingen ein.

Experten von KPMG raten Finanzinstituten zu einer ganzheitlichen Strategie. Dazu gehören die Priorisierung der Betrugsprävention, der Aufbau von Anti-Fraud-Frameworks und eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Marktteilnehmern.

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Technologisch setzen Banken vermehrt auf Verhaltensanalysen und adaptive Authentifizierung. So sollen Social-Engineering-Angriffe verhindert werden, bei denen sich Täter am Telefon als Bankmitarbeiter ausgeben.

Der wichtigste Tipp für Verbraucher: Geben Sie niemals Einmalcodes oder Passwörter preis. Bleiben Sie misstrauisch bei unangeforderten Kontaktaufnahmen – egal ob per Mail, SMS oder Telefon.

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