Online-Betrug, Deutschen

Online-Betrug: 39% der Deutschen betroffen – Polizei warnt vor PayPal-Falle

01.07.2026 - 00:08:12 | boerse-global.de

Immer mehr Deutsche werden Opfer von Online-Betrug. Besonders die PayPal-Freunde-Funktion und saisonale Angebote werden von Kriminellen ausgenutzt.

Online-Betrug auf Rekordhoch: Neue Maschen und Schutzmaßnahmen
Online-Betrug - Eine Hand hält ein Smartphone mit einer betrügerischen Online-Shop-Website und einer Fehlermeldung zur Zahlung. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders digitale Bezahldienste und saisonale Angebote werden zur Falle für Verbraucher.

Masche mit Klimageräten nutzt Wetterlage aus

In Nordrhein-Westfalen wurde ein typischer Fall bekannt: Ein 65-Jähriger aus Bielefeld wollte am Wochenende eine Klimaanlage über eine Kleinanzeigen-Plattform kaufen. Der Verkäufer drängte ihn zur Zahlung von 300 Euro per PayPal-Freunde-und-Familie-Funktion. Nachdem der Täter eine angebliche Kontosperrung vortäuschte und eine weitere Überweisung forderte, schaltete das Opfer die Polizei ein.

Die Polizei warnt eindringlich vor Zahlungsoptionen ohne Käuferschutz bei unbekannten Anbietern. Die Freunde-und-Familie-Funktion schließt Absicherungen ausdrücklich aus.

Alarmierende Zahlen von Marktforschern

Eine Umfrage von Kaspersky zeigt: Weltweit waren 56 Prozent der Internetnutzer im vergangenen Jahr von Online-Betrug betroffen. In Deutschland liegt der Wert bei 39 Prozent. Allein im ersten Quartal 2026 blockierte ein Anbieter über 140 Millionen Phishing-Versuche.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz meldet für das vergangene Jahr einen neuen Beschwerde-Rekord: Rund 25.500 Fälle gingen ein – deutlich mehr als die 21.000 aus dem Vorjahr. Über die Hälfte betraf Online-Käufe und digitale Dienstleistungen. Ein Problem: KI-gestützter Kundenservice reagiert bei Reklamationen oft unzureichend.

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Neue Bedrohungen durch Phishing und Identitätsdiebstahl

Sicherheitsbehörden beobachten eine massive Phishing-Welle mit gefälschten Zahlungsaufforderungen großer Bezahldienste. Die Betrüger setzen die Empfänger mit knappen Fristen unter Druck – oft datiert auf Anfang Juli. Auch Unternehmen sind betroffen: In den Niederlanden überwies ein Finanzmitarbeiter nach einem sogenannten CEO-Fraud fast 5.000 Euro an Kriminelle.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt: Mehr als die Hälfte des gesamten E-Mail-Aufkommens ist Spam. Technisch versierte Gruppen nutzen zudem Plattformen wie Kali365, um die Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA) zu umgehen.

Prävention und technische Lösungen

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Berlin, Brandenburg und Thüringen starteten zu Wochenbeginn eine Aktionswoche zur Sensibilisierung der Bevölkerung. Gleichzeitig entwickeln Studentinnen der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart einen KI-Agenten, der Online-Shops automatisch prüft. Das Tool analysiert Impressum und Zahlungswege und berechnet einen Sicherheitsscore. Bei hohem Risiko schlägt es alternative, verifizierte Shops vor.

Wer in einen Fake-Shop hereingefallen ist, sollte innerhalb von vier Wochen einen Konflikt beim Bezahldienst eröffnen und Screenshots sichern. In bestimmten Fällen hilft ein Chargeback-Verfahren über den Kreditkartenanbieter. Während Deutschland auf Aufklärung setzt, treten in der Schweiz Anfang Juli strengere Regeln gegen Spoofing in Kraft – um die missbräuchliche Nutzung fremder Identitäten zu erschweren.

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