Online-Banking-Hack: BKA zerschlägt internationale Bande mit €30 Mio. Beute
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 12:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im Rahmen seiner Ermittlungen gegen eine international agierende Gruppierung von Cyberkriminellen neue Fortschritte erzielt. Nach einem umfassenden Schlag gegen die Organisation in Brasilien liegt nun eine aktualisierte juristische Bewertung vor.
Im Zuge dieser neuesten Entwicklungen konnten die Ermittler drei weitere Tatverdächtige in Spanien und Bulgarien identifizieren. Dieser Ermittlungserfolg markiert eine Ausweitung des Verfahrens auf den europäischen Raum, nachdem der Schwerpunkt der Maßnahmen zunächst in Südamerika gelegen hatte.
Koordinierte Festnahmen und Durchsuchungen in Brasilien
Die Identifizierung der Verdächtigen in Europa folgt auf eine intensive Phase operativer Maßnahmen. Vor wenigen Tagen kam es in Brasilien bereits zu vier Verhaftungen im direkten Zusammenhang mit dem Online-Banking-Hack. Die dortigen Behörden führten in enger Abstimmung mit internationalen Partnern Durchsuchungen von 21 Objekten durch, die sich über insgesamt sieben Städte verteilten.
Im Rahmen dieser Einsätze in Brasilien konnten erhebliche Vermögenswerte sichergestellt werden. Den Berichten zufolge wurden Vermögenswerte in Höhe von R$106 Mio. beschlagnahmt. Während die Zugriffe in Brasilien unmittelbar zu Festnahmen führten, wurden die drei nun in Spanien und Bulgarien identifizierten Personen nach aktuellem Stand noch nicht festgenommen. Die Ermittlungen zu deren genauer Beteiligung und ihrem Aufenthaltsort dauern an.
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Millionenbetrug durch Sicherheitslücke bei Zahlungsdienstleister
Hintergrund des Verfahrens ist ein schwerwiegender Cyberangriff, der deutsche Bankkunden in erheblichem Maße schädigte. Die Täter nutzten für ihren Betrug eine Softwarelücke bei einem externen Dienstleister aus. Konkret handelte es sich dabei um eine Sicherheitslücke in der Software eines Zahlungsdienstleisters, über die sich die Bande unbefugten Zugriff auf Bankkonten verschaffte.
Das Ausmaß des Diebstahls innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums unterstreicht die Professionalität der Akteure. Die Bande agierte in einem Zeitfenster von lediglich vier Tagen. In dieser Zeit wurden nach Angaben der Ermittler ca. €30 Mio. von deutschen Konten entwendet. In diesem Zusammenhang wird der entstandene Schaden zudem mit ?300 Mrd. beziffert.
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Die aktualisierte juristische Bewertung durch das BKA zeigt, dass die kriminelle Infrastruktur der Bande über Kontinente hinweg organisiert war. Die Identifizierung der weiteren Verdächtigen in Spanien und Bulgarien ist ein wesentlicher Bestandteil der Bemühungen, das Netzwerk der Hintermänner und deren europäische Logistik vollständig aufzuklären. Das Verfahren verdeutlicht zudem die anhaltenden Risiken durch Schwachstellen in der Softwarekette von Finanzdienstleistern.
