OnionDrop: Malware nutzt Adobe-Signatur gegen 645 DLL-Varianten
17.06.2026 - 14:25:37 | boerse-global.de
Seit Februar 2025 sind deutsche Unternehmen und Privatanwender ins Visier einer hochentwickelten Malware-Operation geraten. Die als OnionDrop bekannte Kampagne nutzt raffinierte Tarnmethoden, um Sicherheitssoftware zu umgehen.
Adobe-Signatur als Einfallstor
Die Angreifer setzen auf eine besonders perfide Methode: Sie kapern eine legitime, digital signierte Datei von Adobe. Genauer gesagt missbrauchen sie AcroBroker.exe für eine Technik namens DLL-Sideloading. Da das Betriebssystem der signierten Adobe-Datei vertraut, laden sich die schädlichen DLLs unbemerkt in den Speicher.
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Die Sicherheitsforscher des Cyderes Howler Cell Threat Research Teams entdeckten zwischen Ende Februar und Ende Mai über 645 verschiedene DLL-Varianten. Die Kommandozentrale der Hacker befindet sich auf dem Server gainmsg[.]com/nfront[.]php – von dort aus steuern sie die Verteilung der Schadsoftware.
Vierstufige Tarnung gegen Sicherheitssoftware
Was OnionDrop besonders gefährlich macht, ist die mehrschichtige Verschleierung. Der Schadcode durchläuft vier Entpackungsstufen, bevor er aktiv wird:
- Byte-Pair-Encoding (BPE) zur Komprimierung
- Xpress Huffman-Kompression
- AES-256-CBC-Verschlüsselung
- Donut-Shellcode mit Thread-Pool-Callbacks
Diese Kombination erschwert Analysen durch Sicherheitssoftware enorm. Zusätzlich prüft die Malware, ob sie in einer virtuellen Umgebung läuft – etwa in den Sandboxen von Virenscannern. Erkennt sie eine solche Analyseumgebung, stellt sie ihre Aktivität sofort ein.
Die Sicherheitsexperten vergleichen die Komplexität der Tarnmethoden mit denen staatlicher Hacker-Gruppen.
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Gestohlene Zugangsdaten als Ziel
Die Angreifer haben es vor allem auf Informationsdiebstahl abgesehen. Die Kampagne verteilt Schädlinge wie Vidar, LegionLoader und CGrabber – spezialisiert auf das Ausspähen von Browser-Zugangsdaten, Finanzinformationen und Systemdaten.
Der OnionDrop-Fund reiht sich in eine besorgniserregende Entwicklung ein. Auch andere aktuelle Kampagnen wie ClickFix nutzen gefälschte CAPTCHA-Abfragen und kompromittierte WordPress-Seiten, um ähnliche Schadsoftware zu verbreiten. Die erste Jahreshälfte 2025 zeigt einen deutlichen Trend zu immer ausgefeilteren Lader-Malware-Operationen.
