OneDrive Photos: Microsoft rollt Gesichtserkennung heimlich aus
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 09:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat damit begonnen, seine neue OneDrive-Photos-Anwendung über aktuelle Updates an Windows-11- und Windows-10-Nutzer auszuliefern. Die App, die in den vergangenen Tagen auch außerhalb des Windows-Insider-Programms auf zahlreichen Geräten aufgetaucht ist, sorgt vor allem wegen ihrer integrierten Gesichtserkennung und fehlender Deinstallationsoption für Diskussionen.
Gesichtserkennung und KI-Suche direkt in der App
Die als Betaversion gekennzeichnete Anwendung enthält einen „Personen“-Tab, der mithilfe von Gesichtserkennung Fotos automatisch gruppiert. Nach der Aktivierung durchsucht die Software sowohl lokal gespeicherte als auch in der Cloud abgelegte Bilder und fordert Nutzer auf, Personen in ihrer Fotosammlung zu identifizieren.
Darüber hinaus bietet die App eine KI-gestützte Suchfunktion sowie grundlegende Bildbearbeitungswerkzeuge. Lokale Dateien lassen sich auch ohne Microsoft-Konto indizieren – für die volle Cloud-Synchronisation und erweiterte KI-Funktionen ist jedoch ein aktives Konto erforderlich.
Microsoft betont, dass die Gesichtserkennungsdaten nur für den jeweiligen Kontoinhaber sichtbar sind. Die biometrischen Informationen würden nicht für das Training der allgemeinen KI-Modelle verwendet und nach 30 Tagen automatisch gelöscht. Nutzer können die Funktion zudem in den App-Einstellungen deaktivieren.
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Technische Integration erschwert Entfernung
Ein zentraler Kritikpunkt von IT-Experten ist die technische Struktur der Anwendung. OneDrive Photos ist keine eigenständige Software, sondern lediglich eine Verknüpfung beziehungsweise spezielle Oberfläche für die bestehende OneDrive-App.exe. Durch die tiefe Integration in den OneDrive-Kernclient lässt sich die Foto-Oberfläche nicht separat entfernen – wer die App loswerden möchte, muss den gesamten OneDrive-Dienst deinstallieren.
Branchenbeobachter stellten Ende Juli fest, dass die Anwendung auf verschiedenen Windows-Versionen erschien, einschließlich Enterprise-Editionen. Für Unternehmen haben Systemadministratoren inzwischen Workarounds über Microsoft Intune entwickelt. Da herkömmliche Sperrmechanismen für Verbraucher das Erscheinen der App nicht verhindern, empfehlen sich Intune-Reparaturskripte, die gezielt die Verknüpfungen löschen – statt die zugrunde liegenden Programmdateien anzutasten.
Weitere Windows-11-Neuerungen in Arbeit
Die Auslieferung von OneDrive Photos fällt zeitlich mit weiteren geplanten Änderungen an der Windows-11-Oberfläche zusammen. Technische Vorschauversionen aus dem Juli deuten auf eine Überarbeitung der Windows-Suche hin, die künftig lokale Ergebnisse stärker gewichten soll – vor Web-Werbeanzeigen.
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Zudem arbeitet Microsoft an einem schnelleren, kompakteren Kontextmenü auf Basis des WinUI-3-Frameworks. Während sich diese Oberflächen-Updates noch in verschiedenen Testphasen befinden, wurde die OneDrive-Photos-App bereits still und breit an die allgemeine Nutzerbasis ausgerollt. Die zugehörigen KI-Komponenten wurden laut Fachberichten zum 1. August 2026 auf Version 1.2605.856.0 aktualisiert.
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