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OneDrive Photos: Microsoft räumt Zwangsinstallation ein

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 10:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft räumt ein, OneDrive Photos ohne Zustimmung auf Windows-11-PCs installiert zu haben. Ein Update soll die Deinstallation ermöglichen, während Datenschutz-Funktionen standardmäßig deaktiviert bleiben.

Microsoft bestätigt Zwangsinstallation von OneDrive Photos auf Windows 11
Moderner Laptop-Bildschirm mit Windows-11-Desktop und digitalen Cloud-Symbolen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Microsoft hat die Zwangsinstallation der Foto-App OneDrive Photos auf Windows-11-Geräten eingeräumt. Nutzer sollen die Software künftig eigenständig entfernen können – doch es gibt Kritik.

Der Softwarekonzern bestätigte am heutigen Freitag, dass die Auslieferung der Anwendung an private Nutzer ein bewusster Schritt war. Zuvor hatten sich Berichte gehäuft, wonach das Programm ohne Zustimmung der Anwender auf Systemen auftauchte. In Unternehmen hingegen sei die Installation ein Versehen gewesen, teilte Microsoft mit.

Firmen-Nutzer von Fehler betroffen

Besonders problematisch: In professionellen Umgebungen ist OneDrive Photos offenbar nicht mit Microsoft-Entra-Konten kompatibel. Angestellte, die die Software auf ihren verwalteten Rechnern vorfanden, konnten damit wenig anfangen. Der Konzern kündigte an, die versehentliche Ausrollung in Unternehmensnetzwerken zu korrigieren.

Aktuell lässt sich OneDrive Photos nicht separat deinstallieren. Wer die Anwendung entfernen will, muss die komplette OneDrive-Suite löschen. Microsoft verspricht nun ein Update, das eine eigenständige Deinstallationsoption für das Foto-Tool bieten soll.

Datenschutz: Gesichtserkennung standardmäßig aus

Angesichts der Kritik an Datenverarbeitung und Privatsphäre erläuterte Microsoft die technischen Abläufe der neuen Anwendung. Die Gesichtserkennung und die Gruppierung von Fotos sind demnach standardmäßig deaktiviert. Diese Prozesse laufen ausschließlich in der Cloud und nicht auf dem lokalen Gerät. Eine Nutzung der Daten für das Training von KI-Modellen schließt der Konzern aus. Auch die Löschung von Gesichtserkennungsdaten nach 30 Tagen wurde zugesichert.

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Der Fokus auf cloudbasierte Fotoverwaltung kommt zu einer Zeit, in der sich andere Ökosystem-Integrationen verändern. So wird Samsung Gallery seine OneDrive-Synchronisierung einstellen. Ab dem 30. September 2026 können Neukunden die Konten nicht mehr verknüpfen. Bestandsnutzer verlieren später die Möglichkeit, synchronisierte Inhalte direkt in der Samsung-Gallery-App zu betrachten – die Dateien bleiben aber über OneDrive erreichbar.

Zwangsupdates im größeren Kontext

Die Zwangsinstallation von OneDrive Photos ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Verbreitung von Windows 11. Seit Anfang 2025 stellt Microsoft nach und nach berechtigte Geräte auf Version 24H2 um – insbesondere Systeme, die nicht von internen IT-Abteilungen verwaltet werden.

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Doch der Konzern steht auch bei anderen Entscheidungen in der Kritik. Am 5. August entfernte Microsoft zum zweiten Mal in diesem Jahr Hinweise zur Empfehlung von 32 Gigabyte RAM für Gaming. Dieser Schritt erfolgte vor dem Hintergrund schwacher PC-Verkäufe: Im zweiten Quartal 2026 sanken die Auslieferungen um 4,9 Prozent. Zeitgleich explodierten die DRAM-Preise: Im ersten Quartal stiegen sie um 90 bis 95 Prozent.

Unabhängige Gegenwehr

Die Kontroverse um OneDrive Photos fällt zudem mit der Veröffentlichung unabhängiger Tools zusammen, die Microsofts Datenpraktiken einschränken sollen. Am 6. August stellte ein VPN-Anbieter ein Open-Source-Skript vor, das bestimmte Cloud-Tracking-Identifikatoren unter Windows blockiert. Der Entwickler warnte jedoch, dass solche Skripte auch einzelne Microsoft-Cloud-Dienste stören können.

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