OneDrive Photos: Microsoft installiert neue Foto-App ohne Erlaubnis
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 07:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft installiert eine neue Foto-App auf Windows-11-Rechnern – ohne die Nutzer zu fragen.
Die Software namens OneDrive Photos wird im Rahmen des aktuellen OneDrive-Updates (Version 26.123.0628.0001) automatisch ausgerollt. Eine separate Installationsaufforderung gibt es nicht. Das Programm basiert auf dem WebView2-Framework und ähnelt der bestehenden OneDrive-Weboberfläche für Bilder.
KI-Funktionen und lokale Bildersuche
Ein entscheidender Unterschied: OneDrive Photos funktioniert auch als lokaler Bildbetrachter – selbst ohne Anmeldung bei einem Microsoft-Konto. Wer eingeloggt ist, profitiert von KI-gestützter Bildersuche und optischer Zeichenerkennung (OCR), mit der sich Text aus Fotos extrahieren lässt. Die Software scannt zudem lokale Bilddateien und bietet optional eine Gesichtserkennung.
Die neuen Funktionen ähneln denen, die Microsoft jüngst in andere Windows-11-Komponenten eingebaut hat – etwa den Hintergrundunschärfe- und Objektentfernungs-Tools im Datei-Explorer oder der Texterkennung im Snipping-Tool.
Deinstallation nur über Umwege möglich
Das neue Foto-Programm folgt dem gleichen Muster wie zuvor der neue Outlook-Client: Eine eigene Deinstallationsoption gibt es nicht. Wer OneDrive Photos loswerden will, muss den gesamten OneDrive-Client von seinem System entfernen.
Die Einführung fällt mit größeren Veränderungen in Microsofts Cloud-Ökosystem zusammen. Ende Juli wurde bekannt, dass die langjährige Integration zwischen Samsung-Galaxy-Geräten und OneDrive ausläuft. Ab dem 30. September 2026 wird die native Galerie-zu-OneDrive-Synchronisation auf Samsung-Handys eingestellt, ab dem 1. Oktober 2026 stoppt auch die aktive Synchronisation. Mobile Nutzer müssen dann auf die eigenständige OneDrive-App aus dem Google Play Store zurückgreifen.
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Windows 11: Leistungsschub und neue Funktionen
Parallel zur neuen Foto-App arbeitet Microsoft an Performance-Verbesserungen. Der neue Outlook (Version 1.2026.713.100) öffnet E-Mails aus Benachrichtigungen inzwischen in rund fünf Sekunden – eine Halbierung der bisherigen Wartezeit. Dennoch bleibt die klassische Outlook-Version schneller und ressourcenschonender: Sie verbraucht zwischen 117 und 148 MB RAM, während die neue Version auf 490 bis 636 MB kommt.
Zudem verteilt Microsoft ein Vorschau-Update (KB5101684) für Windows 11 24H2 und 25H2. Es bringt technische Neuerungen wie Sprachisolierung, Tippfehler-Toleranz in der Windows-Suche und eine neue „Mittelklick“-Geste zum Öffnen von Tabs im Datei-Explorer. Enthalten ist auch ein Fix für den Windows-Update-Orchestrator nach einem schwerwiegenden Serviceausfall am 23. Juli 2026.
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