OneDrive Photos: Microsoft installiert App ohne Nutzer-Zustimmung
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Windows-Konzern räumt ein, die Foto-App ohne Zustimmung der Nutzer ausgerollt zu haben – und sorgt damit für neuen Zündstoff in der Datenschutzdebatte. Unabhängige Entwickler reagieren mit Gegenmaßnahmen.
OneDrive Photos: Installation ohne Einwilligung
Microsoft hat bestätigt, dass die Anwendung OneDrive Photos auf Windows-11-Systemen installiert wurde – ohne vorherige Zustimmung der Nutzer. Bei privaten Geräten sei die Bereitstellung gewollt gewesen, bei Unternehmens-PCs jedoch ein Versehen, so der Konzern.
Besonders ärgerlich für Betroffene: Die App lässt sich nicht unabhängig vom OneDrive-Hauptclient deinstallieren. Die Software nutzt künstliche Intelligenz zur Gesichtserkennung in Cloud-Fotos. Microsoft betont, diese Funktionen seien standardmäßig deaktiviert und erforderten eine aktive Freigabe. Auch eine Nutzung persönlicher Gesichtsdaten zum Training der KI-Modelle schließt der Konzern aus.
„deGDID“: Open-Source-Tool gegen Microsoft-Tracking
Die wachsende Sorge um die Privatsphäre auf Windows-Plattformen hat unabhängige Entwickler auf den Plan gerufen. Der VPN-Anbieter Windscribe veröffentlichte ein Open-Source-Skript namens „deGDID“, das Microsofts Global Device Identifier (GDID) blockieren soll.
Das Tool greift in die Zugriffskontrolllisten ein und blockiert den DeviceAdd-Endpunkt, um die Übertragung von Tracking-Daten zu verhindern. Die Entwickler warnen jedoch: Auf unverwalteten Systemen könne das Skript die Funktion bestimmter Microsoft-Dienste beeinträchtigen, die auf diese Identifikatoren angewiesen sind.
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Hardware-Anforderungen: Microsoft rudert zurück
Parallel zu den Datenschutzdebatten hat Microsoft seine Hardware-Empfehlungen angepasst. Die zuvor kommunizierte Empfehlung von 32 Gigabyte RAM für Windows 11 wurde stillschweigend entfernt. Offizielle Dokumente verweisen nun wieder auf eine Optimierung für Systeme mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher.
Samsung beendet OneDrive-Sync
Auch für Nutzer von Samsung-Geräten stehen Veränderungen an: Der koreanische Hersteller stellt am 30. September 2026 die Gallery-Sync-Funktion mit OneDrive ein. Danach können Samsung-Nutzer ihre Handy-Fotos nicht mehr direkt in den Microsoft-Clouddienst synchronisieren. Ein Zugriff auf bestehende Dateien bleibt über die eigenständige OneDrive-App möglich, ebenso wie ein Wechsel zu alternativen Cloud-Anbietern.
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Lieferketten-Angriff auf npm-Ökosystem
Die Softwarebranche kämpft derweil mit weiteren Sicherheitslücken. Mitte der Woche wurden Details zu einem Supply-Chain-Angriff auf das npm-Ökosystem bekannt. Schadcode im Keyv-Paket nutzte Preinstall-Skripte zum Diebstahl von Zugangsdaten. Sicherheitsforscher entdeckten hunderte manipulierte Versionen in dutzenden Paketen – ein Beleg für die Risiken automatisierter Skriptausführung in Entwicklerumgebungen.
