OneDrive Juli: Shortcuts-Ordner räumt Chaos im Stammverzeichnis auf
05.06.2026 - 17:39:15 | boerse-global.de
Der Cloud-Dienst bekommt ein zentrales Verzeichnis für freigegebene Ordner – und eine KI zum Umbenennen von Dateien.
Microsoft verfeinert seine Cloud-Plattform OneDrive mit gleich mehreren Neuerungen. Im Juli 2026 soll ein eigener Shortcuts-Ordner eingeführt werden, der alle Verknüpfungen zu geteilten Ordnern bündelt. Bisher landeten diese Links direkt im Stammverzeichnis und sorgten dort für Unübersichtlichkeit.
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Schluss mit dem Chaos im Stammverzeichnis
Wer heute einen Ordner von Kollegen oder externen Partnern öffnet, erhält eine Verknüpfung – und die wird standardmäßig im OneDrive-Root abgelegt. Das führt schnell zu einer unübersichtlichen Sammlung von Dutzenden Links. Der neue Shortcuts-Ordner soll Abhilfe schaffen.
Wie aus der Microsoft 365 Roadmap hervorgeht, wird das neue Verzeichnis optisch klar erkennbar sein: Eine eigene Farbe und ein Gebäude-Symbol heben es von normalen Systemordnern ab. Die Änderung zielt darauf ab, die Hauptdateiansicht zu entlasten und die Navigation zu vereinfachen.
KI hilft beim Dateimanagement
Parallel dazu startet im Juni 2026 die Funktion Copilot Suggested Rename für die Webversion von OneDrive. Die KI analysiert den Inhalt von Office-Dokumenten, PDFs, Bildern und Markdown-Dateien und schlägt drei aussagekräftige Dateinamen vor. Ein Feature, das besonders in Teams mit vielen „Endversion_final_3.docx"-Dateien für Ordnung sorgen dürfte.
Passend dazu präsentierte Microsoft auf der Build-Konferenz am 2. Juni 2026 Scout – einen autonomen KI-Agenten, der als Autopilot im gesamten Microsoft-365-Ökosystem fungiert. Scout erkennt Risiken, setzt Prioritäten und managt Terminplanung. Derzeit läuft der Agent in einer privaten Vorschau für Teilnehmer des Frontier-Programms.
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Wettlauf um intelligente Cloud-Dienste
Die OneDrive-Updates sind Teil eines größeren Trends. Microsoft treibt die intelligente Dateiverwaltung auf mehreren Ebenen voran. Ende Mai 2026 veröffentlichte der Konzern einen experimentellen Windows-11-Build mit Substring-Suche – Nutzer können Dateien jetzt auch nach Fragmenten des Dateinamens finden, nicht nur nach dem Anfang. Die Funktion funktioniert auch für Cloud-synchronisierte Dateien.
Die Konkurrenz schläft nicht: Google kündigte im Juni 2026 an, dass seine KI Gemini lose Dateien in Google Drive analysiert und für Abonnenten von Workspace und AI Ultra automatisch passende Ordner vorschlägt.
Der Markt für Cloud-Wissensmanagement wächst rasant. Laut aktuellen Daten war er 2024 rund 22 Milliarden Euro schwer – bis 2033 soll er auf über 58 Milliarden Euro anwachsen. Treiber sind der Bedarf an besserer Durchsuchbarkeit, Versionierung und Compliance.
Berechtigungen bleiben die Achillesferse
Doch mit mehr Daten wachsen auch die Sicherheitsrisiken. Experten warnen vor dem „stillen Chaos" in Unternehmen: Private Kanäle, individuelle Ordnerberechtigungen und Gastzugänge, die nach Projektende aktiv bleiben – all das schafft Angriffsflächen.
IT-Spezialisten empfehlen daher den Umstieg auf gruppenbasierte Berechtigungen statt individueller Dateifreigaben. Microsoft selbst hat klargestellt, dass Office Scripts zwar standardmäßig in OneDrive landen, produktionsreife Skripte aber nach SharePoint oder Power Automate verlagert werden sollten – für bessere Prüfbarkeit und zentrale Kontrolle.
Dass diese Sicherheitsstrategie kein theoretisches Problem ist, zeigt das Beispiel der Cornell University. Die Hochschule verwaltet rund 2 Petabyte Daten und setzt auf unveränderliche Backups sowie zentralisierte Account-Verwaltung – notwendig, um hunderte Dateiwiederherstellungen pro Jahr zu bewältigen und gleichzeitig den Überblick über ihr riesiges Netzwerk zu behalten.
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