OneDrive for Business: Microsoft löscht Daten nach 365 Tagen
12.06.2026 - 13:48:44 | boerse-global.de
Ab Juli 2026 greift Microsoft bei OneDrive for Business durch. Wer länger als ein Jahr keine Lizenz bezahlt, verliert seine Daten unwiderruflich.
Der Konzern verschärft seine Datenaufbewahrungspolitik drastisch. Ab Anfang Juli beginnt Microsoft mit der endgültigen Löschung aller OneDrive-for-Business-Konten, die sich länger als 365 Tage in einem nicht lizenzierten Zustand befinden. Die Ankündigung erfolgte Anfang Juni, die finale Version der Richtlinie wurde am 9. Juni veröffentlicht.
Automatische Löschung trotz Schutzmechanismen
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Besonders brisant: Der Löschvorgang umgeht bestehende Unternehmenseinstellungen. Selbst wenn für ein Konto spezielle Aufbewahrungsrichtlinien oder eDiscovery-Sperren aktiviert sind, wird Microsoft die Daten entfernen. IT-Administratoren sollten dringend die Statusberichte im SharePoint Admin Center prüfen, um betroffene Konten vor dem Juli-Rollout zu identifizieren.
Eine Ausnahme gilt vorerst für Bildungseinrichtungen und Behörden. Diese Sektoren sind von den Löschmaßnahmen zunächst ausgenommen.
Automatisierte Lizenzverwaltung als Vorbote
Die Entwicklung hin zu strengerem Datenmanagement zeigt sich auch bei Großkunden. Die University of Colorado Boulder führt am 16. Juni ein automatisiertes System für Microsoft-Lizenzen ein. Es vergibt, passt an und entzieht Lizenzen basierend auf Nutzerrollen – mit weitreichenden Folgen: Scheidet ein Mitarbeiter aus oder verlässt ein Student die Uni, führt das automatisch zur Löschung von OneDrive-Daten und E-Mails. Betroffene erhalten vorab Benachrichtigungen, um Backups anzulegen.
Neuer Sync-Engine für macOS
Parallel zu den Verschärfungen arbeitet Microsoft an technischen Verbesserungen. Seit dem 10. Juni rollt das Unternehmen eine neue native Sync-Engine für OneDrive auf macOS aus. Sie ersetzt die seit 2022 genutzte Cache-Architektur und soll die erste Dateisynchronisation doppelt so schnell ermöglichen. Gleichzeitig sinkt die Belastung von Arbeitsspeicher und Prozessor. Erstmals unterstützt die Engine auch externe Laufwerke – ein Schritt, der die Zuverlässigkeit erhöht und die Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Cloud-Diensten stärkt.
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Weitere Änderungen im Microsoft-Universum
Der OneDrive-Löschplan ist Teil mehrerer Übergänge in der Microsoft-Welt. Am 13. Juli 2026 schalten sich Office-2019-Programme auf dem Mac in einen reinen Anzeigemodus. Grund ist ein auslaufendes Lizenzzertifikat, das die Bearbeitungsfunktionen in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und OneNote deaktiviert. Nutzer müssen auf neuere Versionen oder Web-Apps umsteigen.
Die Juni-Sicherheitsupdates von Microsoft schlossen immerhin 200 Sicherheitslücken. Doch der Rollout verlief nicht reibungslos: Ein Update für Windows 10 löste auf einigen Geräten unerwartete BitLocker-Wiederherstellungsaufforderungen aus. Microsoft arbeitet an einem Fix, bis dahin ist eine manuelle Anpassung der Gruppenrichtlinien nötig.
