One UI 9.0: Samsung blockiert verdächtige Apps auch nach Installation
16.06.2026 - 21:25:02 | boerse-global.de
Nachdem Sicherheitsforscher Dutzende infizierte Apps im Samsung Galaxy Store entdeckt haben, kündigt der Konzern weitreichende Schutzmaßnahmen an. Die kommende One UI 9.0 soll verdächtige Programme nicht nur blockieren, sondern sogar deren Ausführung verhindern.
MagicAd-Trojaner in Spielen und Tools entdeckt
Mehr als 50 Apps im Samsung Galaxy Store und Xiaomi GetApps waren mit dem Trojaner Android.MagicAd.1 infiziert. Das berichteten Sicherheitsexperten von Dr. Web Anfang der Woche. Besonders betroffen: Spiele und Dienstprogramme.
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Der Schädling umging die standardmäßigen Android-Beschränkungen und zeigte im Hintergrund Werbung an. Die Folge: erhöhter Akkuverbrauch und ungewollter Datenverbrauch. Besonders tückisch: Der Trojaner versteckte sein Icon und lief selbst dann weiter, wenn die eigentliche App bereits gelöscht war.
Da die Entwickler die infizierten Apps monatlich austauschten, gibt es keine dauerhafte Liste aller betroffenen Programme. Die identifizierten Apps wurden inzwischen aus dem Store entfernt. Sicherheitsexperten empfehlen betroffenen Nutzern, ihre Geräte mit etablierten Antiviren-Tools zu scannen. Bei anhaltenden Symptomen sei ein Werksreset ohne Wiederherstellung der App-Daten ratsam.
One UI 9.0: Proaktive Ausführungssperre kommt
Samsung reagiert auf die wachsende Bedrohungslage. Am 16. Juni 2026 kündigte der Konzern an, dass das kommende One UI 9.0 ein neues „Phishing App Risk Alert"-System enthalten wird. Der entscheidende Unterschied zu bisherigen Schutzmechanismen: Das System blockiert nicht nur die Installation unbekannter Software, sondern auch die Ausführung bereits installierter Risiko-Apps.
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Die Funktion gleicht App-Daten in Echtzeit mit den Reputationsmetriken des Galaxy Stores ab. Im Visier stehen besonders Apps, die nach betrügerischen Anrufen aus der Ferne oder auf unkonventionellem Weg installiert wurden. Die neuen Sicherheitsfeatures sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 auf den Markt kommen – pünktlich zum Start der Galaxy Z Flip 8 und Z Fold 8, die für Juli erwartet werden.
Künstliche Intelligenz als Sicherheitsschirm
Die Software-Upgrades sind Teil einer umfassenderen Sicherheitsinitiative. Samsung arbeitet dabei mit der koreanischen Nationalpolizei und der Korea Internet & Security Agency (KISA) zusammen. Bereits seit September 2024 hat das System zur Blockierung betrügerischer Nachrichten rund 400 Millionen verdächtige Mitteilungen abgefangen.
Künftig setzt Samsung verstärkt auf Künstliche Intelligenz. Ab der Galaxy S25-Serie sollen intelligente Blockierfunktionen zum Einsatz kommen, die auf Deep-Learning-Filtern basieren. Diese werden monatlich mit rund 500.000 Datenpunkten trainiert. Weitere Updates, erwartet mit One UI 8.5 für die Galaxy S26-Serie, sollen Echtzeit-Sicherheitsrichtlinien und KI-basierte Anruf-Filterung auf dem Gerät selbst ermöglichen.
Finanzbetrug erreicht alarmierende Dimensionen
Die Dringlichkeit der Maßnahmen zeigt ein Blick auf die aktuellen Betrugszahlen. In Südkorea registrierten die Behörden 2025 insgesamt 23.360 Fälle von Voice-Phishing. Der finanzielle Schaden belief sich auf umgerechnet rund 1,06 Milliarden Euro. Samsung verweist darauf, dass seine bestehenden Voice-Phishing-Warnungen aus früheren One-UI-Versionen bereits eine Akzeptanzrate von 84 Prozent bei den Nutzern erreicht haben.
