One Day Off startet heute: NRW-Challenge gegen Smartphone-Sucht
Veröffentlicht am: 07.07.2026 um 20:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Und zwar immer mehr Menschen. Aktuelle Studien und Experten warnen vor den Folgen exzessiver Mediennutzung – und zeigen, wie wir die Kontrolle zurückgewinnen können.
„One Day Off“: Ein Tag ohne Smartphone
Am 7. Juli startet in Nordrhein-Westfalen die Aktion „One Day Off“. Die Challenge ist simpel: einen ganzen Tag aufs Handy verzichten. Ziel: die Automatismen durchbrechen, die uns ständig zum Display greifen lassen.
Neurobiologe Martin Korte hat einen klaren Rat: Das Smartphone sollte Belohnung sein, nicht Dauerbegleiter. Seine Tipps für den Alltag: handyfreie Zeiten einrichten, das Gerät bei der Arbeit außer Sichtweite legen – am besten in einem anderen Raum.
Für Kinder gilt: Je später, desto besser. Erst im Jugendalter sollte der uneingeschränkte Zugriff erlaubt sein. Sonst leidet die Selbstregulation. „Bewusste Pausen sind essenziell“, sagt auch Initiative-Botschafterin Okka Gundel.
Mediensucht: Eine wachsende Gefahr
Die Fallzahlen steigen – und das seit der Pandemie deutlich. Das zeigt eine aktuelle MDR-Reportage. Immer mehr Menschen nutzen Gaming oder soziale Medien, um Alltagsprobleme zu verdrängen.
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Robert Schöneck, Direktor der Saluskliniken Lindow, warnt vor den sozialen Folgen: „Die Vereinsamung schreitet voran.“ Doch nicht nur die Psyche leidet. Gerhard Nell vom Ordensklinikum Linz sieht auch körperliche Symptome: Schlafstörungen, Rückenprobleme, Kurzsichtigkeit.
Seine vier Grundregeln für digitale Medien: nicht zu früh, nicht zu viel, nicht unbegleitet und nicht als Ersatz für andere Aktivitäten.
Jugendliche: 47 Prozent täglich in sozialen Netzwerken
Die Postbank Digitalstudie vom Mai 2026 zeigt das Ausmaß. Befragt wurden über 3.000 Probanden. Ergebnis: 47 Prozent der unter 18-Jährigen sind täglich mindestens eine Stunde in sozialen Netzwerken unterwegs.
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Noch alarmierender: 54 Prozent der Kinder bekommen ihr erstes Smartphone bereits zwischen 9 und 12 Jahren. Und die Eltern? Die kontrollieren kaum. In 65 Prozent der Familien gibt es keine zeitlichen Beschränkungen.
Trotzdem wollen die meisten Eltern strengere Regeln: 82 Prozent fordern ein generelles Handyverbot an Schulen.
Was tun? Prävention und Politik
In Graz machen vier Volksschulen vor, wie es geht. Sie starteten ein freiwilliges Smartphone-Verzichtsprojekt. Im Herbst soll es auf weitere Schulen ausgeweitet werden.
Die Psychologin Christiane Alberternst von der Hochschule Coburg geht noch weiter. Sie fordert ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 15 bis 16 Jahren. Ihre Begründung: Schon fünf bis zehn Minuten Nutzung können negative Effekte auslösen – durch aktiven Vergleich und körperbezogene Inhalte.
Medienpädagoge Daniel Wolff sieht die Eltern in der Pflicht: „Medienbildung ist eine der wichtigsten Erziehungsaufgaben.“ Reine Selbstregulation bei Kindern greife nicht. Notwendig seien klare Regeln, Vorbildfunktion und gemeinsame Absprachen im häuslichen Umfeld.
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