Omega-3-Mangel, Deutschen

Omega-3-Mangel: 70% der Deutschen unterversorgt, Supplementierung hilft

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 20:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie zeigt Vorteile der ketogenen Kost für die Leber bei gleicher Gewichtsabnahme; zugleich beleuchten Daten Mikrobiom und vegane Risiken.

Ketogene Ernährung verbessert Leberstoffwechsel trotz gleicher Gewichtsabnahme
Eine Auswahl an frischen Beeren und Trauben neben einer kleinen Flasche mit Omega-3-Öl auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

Die Wahl der Ernährungsform hat bei Menschen mit Adipositas signifikante Auswirkungen auf die Effizienz des Leberstoffwechsels. Eine im Sommer 2026 in der Fachzeitschrift Cell Metabolism veröffentlichte Studie (DOI: 10.1016/j.cmet.2026.07.020) zeigt auf, dass eine ketogene Ernährung den Leberstoffwechsel stärker verbessert als eine mediterrane oder eine fettarme, pflanzenbasierte Ernährungsweise.

Ein wesentlicher Befund der Untersuchung unter der Leitung von Samuel Klein von der Washington University School of Medicine in St. Louis war dabei, dass dieser Effekt bereits bei einer identischen Gewichtsabnahme eintritt.

Stoffwechselprozesse und Fettmetabolismus der Leber

Die Stoffwechselleistung der Leber wird durch verschiedene Ernährungsfaktoren beeinflusst. Während eine Gewichtsreduktion von 5 bis 10 % das Leberfett bereits deutlich senken kann, spielen die spezifischen Nährstoffquellen eine entscheidende Rolle.

So weisen Experten darauf hin, dass ein übermäßiger Verzehr von Weintrauben aufgrund des hohen Fruktosegehalts die Fetteinlagerung in der Leber über die sogenannte De-novo-Lipogenese fördern kann. Als Orientierung wird eine Menge von 100 bis 150 Gramm empfohlen, wobei Beeren als Alternative bevorzugt werden sollten.

Zusätzlich zur Kohlenhydratzufuhr ist die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren für den Lipidstoffwechsel zentral. Aktuelle Daten zeigen, dass über 70 % der deutschen Bevölkerung einen suboptimalen Omega-3-Status aufweisen, wobei das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 oft zwischen 1:20 und 1:30 liegt.

Eine Supplementierung mit Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) in einer Dosierung von 1 bis 3 Gramm täglich kann die Triglyceridwerte um 20 bis 30 % senken.

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Einfluss des Mikrobioms auf Leber- und Gallengangserkrankungen

Neuere Forschungsarbeiten verdeutlichen zudem den Zusammenhang zwischen Darmbakterien und chronischen Lebererkrankungen. Laut einem Bericht vom September 2026 identifizierte ein Team um Dr. Antonio Molinaro von der Universität Göteborg spezifische Darmbakterien, die Imidazol-Propionat (ImP) produzieren.

Dieses Stoffwechselprodukt aktiviert den mTORC1-Signalweg in Cholangiozyten und erhöht damit das Risiko sowie die Progression der primär sklerosierenden Cholangitis. In entsprechenden Modellen führten diese Prozesse zu portalen Entzündungen und biliärer Fibrose.

Parallel dazu wird die Rolle von Probiotika in der langfristigen Gesundheitsprävention untersucht. Eine über fünf Jahre durchgeführte Beobachtung bei älteren Männern ergab, dass der regelmäßige Verzehr von Produkten mit L. paracasei Shirota an mindestens drei Tagen pro Woche mit einem signifikant geringeren Gesamtsterberisiko (Hazard Ratio 0,648) verbunden war. Dies entsprach einem Überlebensvorteil von 9,8 Monaten im Vergleich zu Probanden mit seltenerem Konsum. Bei Frauen wurde dieser spezifische Zusammenhang in der Studie nicht festgestellt.

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Nährstoffmanagement bei restriktiven Ernährungsformen

Bei der Gestaltung einer präventiven Ernährung, etwa zur Unterstützung von Herz und Hirn, raten Fachgremien wie die Stiftung Warentest zu hochwertigen Fettquellen wie Nüssen, fettem Fisch, Lein- oder Chiasamen sowie spezifischen Ölen. Während native, kaltgepresste Öle mehr Vitamine enthalten, sind sie hitzeempfindlicher als raffinierte Varianten.

Besondere Aufmerksamkeit erfordern restriktive Ernährungsformen wie der Veganismus. Langzeitdaten der EPIC-Oxford-Studie mit fast 55.000 Teilnehmenden zeigen, dass Veganer im Vergleich zu Fleischessern ein um 43 % erhöhtes Gesamtfrakturrisiko tragen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) stuft eine vegane Lebensweise für gesunde Erwachsene zwar als gesundheitsfördernd ein, betont jedoch die Notwendigkeit einer fundierten Planung und der Supplementierung von Vitamin B12.

Ein Mangel an Vitamin B12, das für Nervenfunktionen und die Blutbildung essenziell ist, tritt gehäuft bei Risikogruppen auf. Dazu zählen neben Veganern auch ältere Menschen sowie Patienten, die Langzeitmedikamente wie Metformin oder Protonenpumpenhemmer (PPI) einnehmen.

PPI können das Risiko für einen Mangel um bis zu 65 % erhöhen, während Metformin das Risiko bis zu verdreifachen vermag. Da die Leber Vitamin B12 über mehrere Jahre speichern kann, treten Mangelsymptome oft erst zeitversetzt auf.

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