Ohnmachtsanfälle: Galaxy Watch 6 sagt sie mit 84,6 Prozent Genauigkeit voraus
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 10:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine von Samsung in Zusammenarbeit mit dem Chung-Ang University Gwangmyeong Hospital durchgeführte Untersuchung zeigt neue Möglichkeiten zur frühzeitigen Erkennung von Ohnmachtsanfällen auf.
In der Forschungsarbeit gelang es, vasovagale Synkopen mithilfe einer modifizierten Galaxy Watch und künstlicher Intelligenz mit einer Genauigkeit von 84,6 % vorherzusagen. Die Ergebnisse der klinischen Erprobung wurden im Fachjournal European Heart Journal – Digital Health veröffentlicht.
KI-Analyse der Herzfrequenzvariabilität warnt im Fünf-Minuten-Fenster
Im Zentrum der Untersuchung stand die Erfassung physiologischer Veränderungen im Vorfeld einer vasovagalen Synkope (VVS). Dafür setzten die Forscher auf eine modifizierte Galaxy Watch 6, die mit einem zusätzlichen PPG-Sensor (Photoplethysmographie) ausgestattet war. Die erhobenen Sensordaten dienten als Grundlage für eine KI-gestützte Analyse der Herzfrequenzvariabilität.
An der Studie nahmen insgesamt 132 Patienten teil. Das System war in der Lage, drohende Ohnmachtsanfälle innerhalb eines Fensters von bis zu fünf Minuten im Voraus zu prognostizieren. Neben der Gesamtgenauigkeit von 84,6 % wies das System eine Sensitivität von 90 % sowie eine Spezifität von 64 % auf.
Durch die Vorwarnzeit von mehreren Minuten könnten Betroffene theoretisch rechtzeitig Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, sich hinsetzen oder hinlegen, um sturzbedingte Verletzungen zu vermeiden.
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Hohe Verbreitung vasovagaler Synkopen in der Bevölkerung
Vasovagale Synkopen zählen zu den häufigsten Ursachen für plötzliche Bewusstlosigkeit. Laut Professor Junhwan Cho erleben bis zu 40 % der Menschen im Laufe ihres Lebens eine solche Episode. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen treten diese Anfälle zudem wiederkehrend auf.
Die Auslöser reichen von langanhaltendem Stehen über emotionale Belastungen bis hin zu Schmerzreizen, wobei ein abrupter Abfall von Blutdruck und Herzfrequenz zu einer vorübergehenden Unterversorgung des Gehirns führt.
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Frühwarnsystem statt vollwertiger Diagnose
Trotz der vielversprechenden Resultate betonen die Beteiligten den präventiven Charakter des Ansatzes: Das System versteht sich primär als Instrument zur Frühwarnung und soll keine medizinische Diagnose ersetzen.
Zudem ist das klinische Ergebnis gegenwärtig noch nicht als reguläres Kaufgerät im Handel verfügbar. Die eingesetzte Hard- und Software verbleibt vorerst im Rahmen der wissenschaftlichen Erprobung, zeigt jedoch, in welche Richtung sich Wearables für die kardiovaskuläre Patientenüberwachung künftig entwickeln könnten.

