Office-Software, Analyse

Office-Software: 200-Millionen-Nutzer-Plattform ownCloud wächst

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 20:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Analyse zeigt wachsende europäische Alternativen zu Microsoft 365, die auf Open Source und Datenschutz setzen.

Europäische Office-Alternativen: LibreOffice & Co. fordern Microsoft 365 heraus
Moderner Arbeitsplatz mit Laptop, auf dem eine Open-Source-Bürosoftware in einem hellen, professionellen Büro zu sehen ist. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In einem aktuellen Marktüberblick hat der Branchendienst World of Software eine Auswahl europäischer Softwarelösungen zusammengestellt, die als Alternativen zum marktführenden Microsoft 365 positioniert werden. Die Liste verdeutlicht das wachsende Ökosystem an Anwendungen, die insbesondere auf Open-Source-Technologien und europäische Datenschutzstandards setzen. Neben dem seit 15 Jahren etablierten Projekt LibreOffice rücken dabei zunehmend integrierte Cloud-Plattformen und mobile Anwendungen in den Fokus professioneller Anwender.

Etablierte Open-Source-Lösungen und technologische Standards

LibreOffice, das von Berlin aus verwaltet wird, gilt weiterhin als eine der zentralen Säulen europäischer Bürosoftware. In der aktuellen Version für das Jahr 2025 wurden eine modernisierte Benutzeroberfläche sowie Leistungsverbesserungen eingeführt. Die Textverarbeitung Writer verfügt nun über eine optimierte Stilverwaltung und Funktionen zur kollaborativen Bearbeitung, während das Tabellenkalkulationsprogramm Calc um interaktive Diagramme, Heatmaps und neue statistische Funktionen erweitert wurde.

Im Kontext der Interoperabilität verwies Italo Vignoli von der Document Foundation (TDF) zuletzt auf die Risiken proprietärer Formate. Er kritisierte Microsofts OOXML-Formate wie DOCX oder XLSX aufgrund von Kompatibilitätsproblemen und potenziellen Risiken bei der Langzeitarchivierung. Als stabilere Alternative empfahl er die Nutzung des ODF-Formats. Auch Bildungseinrichtungen greifen das Thema verstärkt auf: In universitären Fachvorträgen werden LibreOffice und ergänzende Werkzeuge wie OpenTalk, Excalidraw oder Element zunehmend als datenschutzkonforme Alternativen zu gängigen US-Produkten für die Zusammenarbeit präsentiert.

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Cloud-Infrastruktur und kollaborative Plattformen

Ein wesentlicher Teil der europäischen Office-Landschaft besteht aus Plattformen, die Dateiverwaltung mit Office-Funktionalitäten verknüpfen. Das Unternehmen ownCloud bietet mit seiner Lösung Infinite Scale sogenannte "Spaces" für die Zusammenarbeit an. Die Plattform, die nach Firmenangaben von etwa 200 Millionen Nutzern verwendet wird, integriert Web-Office-Lösungen wie OnlyOffice oder Collabora Online. Dabei betont der Anbieter die Konformität mit internationalen Datenschutzvorgaben wie der DSGVO (GDPR), LGPD, HIPAA und CCPA.

Ein weiterer Akteur in diesem Segment ist die browserbasierte OX Documents Suite, die Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationsprogramme umfasst. Für den Betrieb unter Linux sind spezifische Konverter-Komponenten und die Einbindung in die übergeordnete App Suite vorgesehen. Ergänzt wird dieses Feld durch Euro-Office, eine Lösung, die technisch auf ONLYOFFICE basiert. Die zugehörige GitHub-Organisation verzeichnete zuletzt über 6.100 Follower und stellt zahlreiche öffentliche Repositories für Entwickler bereit, darunter Server-Komponenten und Desktop-Editoren.

Neue Markteintritte und mobile Flexibilität

Für das Ende des Jahres 2026 wird mit Office EU (EUfforic Europe) ein neuer Anbieter aus den Niederlanden erwartet. Die Cloud-Suite basiert auf Nextcloud sowie Collabora Online und soll Module für Dokumente, Tabellen, Präsentationen, E-Mail und Kalender umfassen. Ein Import von Daten aus Microsoft- oder Google-Umgebungen sei vorgesehen; derzeit ist eine Warteliste für Interessenten geöffnet.

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Im Bereich der mobile Nutzung bietet Collabora Office eine auf der LibreOffice-Engine basierende Anwendung für Android und iOS an. Diese ermöglicht die lokale Bearbeitung von Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien, ohne dass ein Benutzerkonto oder ein Abonnement erforderlich ist. Nach Angaben der Entwickler findet keine Datensammlung statt, und die Bearbeitung ist vollständig offline möglich.

Trotz dieser vielfältigen Ansätze hält World of Software fest, dass eigenständige europäische Lösungen im Vergleich zu globalen Suiten weiterhin eine Marktnische besetzen, wenngleich das Angebot an spezialisierten und quelloffenen Werkzeugen stetig wächst.

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