Office-Rabatt, Zoho

Office-Rabatt 90 Prozent: Zoho zwingt Microsoft in Preiskampf

Veröffentlicht am: 01.07.2026 um 16:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Kunde erpresst Microsoft mit einem Wechsel zu Zoho und erhält 90 Prozent Rabatt. Der Vorfall zeigt die wachsende Konkurrenz im Softwaremarkt.

Microsoft gewährt 90% Rabatt nach Zoho-Drohung eines Kunden
Fragmentiertes Microsoft Office-Logo mit subtilem Zoho-Logo im Hintergrund, Symbol für Marktwettbewerb. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Softwarekonzern gewährte einen Rabatt von 90 Prozent auf eine Office-Lizenzverlängerung – erst nachdem der Kunde mit dem Wechsel zu Zoho drohte.

Das berichtete Zoho-Gründer Sridhar Vembu am heutigen Mittwoch. Der Kunde blieb am Ende bei Microsoft, nutzte die Konkurrenz aber erfolgreich als Druckmittel. „Das zeigt, wie Wettbewerb den Markt verändert“, so Vembu. Er verwies auf ein historisches Urteil aus dem Jahr 2000, in dem Microsoft wegen monopolistischen Verhaltens verurteilt wurde.

Indien holt bei KI auf

Vembu zeigte sich zuversichtlich, dass Indien im Bereich Künstliche Intelligenz zu den globalen Spitzenreitern aufschließen kann. Fallende Trainingskosten und nationale Initiativen wie das BharatGen-Projekt am IIT Bombay treiben die Entwicklung voran.

Auch die internationale Konkurrenz verschärft sich. Vembu verwies auf Open-Source-KI-Modelle aus China, die die Preise drücken und etablierte US-Firmen unter Druck setzen. Die globale Neuausrichtung von Anthropics Claude Fable 5 zeige, dass westliche Unternehmen auf die Bedrohung reagieren.

Microsoft unter Druck: Entlassungen und sinkende Aktie

Die aggressiven Rabatte kommen zu einem schwierigen Zeitpunkt für Microsoft. Der Konzern plant eine neue Entlassungswelle von rund 5.700 Stellen – weniger als 2,5 Prozent der Belegschaft. Betroffen sind vor allem Vertrieb, Beratung und die Xbox-Sparte. Die offizielle Ankündigung wird für nächste Woche erwartet.

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Trotz eines Rekordumsatzes von 37 Milliarden Euro im KI-Geschäft (plus 123 Prozent) sinken die Margen. Die Cloud-Sparte verzeichnet nur noch 69 Prozent Bruttomarge – Folge der massiven Investitionen in KI-Infrastruktur. Die Investitionsausgaben für 2026 belaufen sich auf rund 190 Milliarden Euro. Der Aktienkurs verlor in den letzten Monaten rund 17 Prozent.

Xbox-Chefin Asha Sharma sprach angesichts der Probleme im Gaming-Sektor von einer schwierigen Lage und ordnete eine strategische Neuausrichtung an.

Cyberangriffe auf Zoho-Infrastruktur

Während Zoho als Verhandlungsmasse dient, wurde die eigene Infrastruktur des Unternehmens Ziel von Cyberangriffen. Zwischen dem 12. und 22. Juni 2026 nutzte die China-nahe Hackergruppe Mustang Panda Zoho WorkDrive für ihre Operationen. Die Angreifer zielten auf indische Regierungsstellen und den Wasserkraftsektor ab. Die Sicherheitsbehörde CERT-In wurde eingeschaltet.

Preiskampf im KI-Markt verschärft sich

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Der Wettbewerb im Softwaremarkt nimmt weiter zu. Der Bundesstaat Kalifornien sicherte sich Ende Juni einen 50-Prozent-Rabatt auf Anthropics Claude KI für Regierungsbehörden. Microsoft stellte sein Tool Copilot Cowork Mitte Juni auf ein nutzungsbasiertes Abrechnungsmodell um.

Gleichzeitig steigen die Hardwarekosten: Die RAM-Preise haben sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt. Für Microsofts Xbox-Konsolen bedeutet das einen Preisanstieg von mindestens 100 Euro pro Gerät.

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